29.10.2010, 17:30 Uhr | dpa
St. Paulis Marius Ebbers im Kopfballduell mit Frankfurts Pirmin Schwegler (Foto: dapd)
Eintracht Frankfurt mit großem Sprung in der Tabelle. Dank Theofanis Gekas besiegte die Eintracht drei Tage nach dem 5:2-Pokalcoup über den HSV beim 3:1 (1:1) auch den zweiten Hamburger Bundesligisten und schaffte im sechsten Anlauf den ersten Erfolg beim Kiez-klub. Vor 24.330 Zuschauern im erneut ausverkauften Millerntor-Stadion brachte Carlos Zambrano (5. Minute) den kessen Aufsteiger zwar in Führung, doch Theofanis Gekas (42./Foulelfmeter, 70.) mit seinen Saisontreffern acht und neun sowie Caio (90.) drehten die Partie zugunsten der Frankfurter. Die Hessen profitierten allerdings von einer 42-minütigen Überzahl, denn St. Paulis Gerald Asamoah (48.) sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.
Für die Hessen, die den ehemaligen HSV- und St. Pauli-Profi Alexander Meier (Muskelfaserriss) und ihren Kapitän Chris (Rückenprobleme) zu ersetzen hatten, begann die Partie mit einem Schock. Gleich die erste Offensiv-Aktion der Gastgeber führte zur Führung, als Torhüter Oka Nikolov einen Eckball zu kurz wegfaustete, der weit aufgerückte Zambrano sich das Leder erst per Kopf vorlegte und dann im Nachsetzen mit der Hacke über die Linie stocherte.
Beflügelt vom guten Auftakt dominierten die erneut ohne ihren Spielmacher Charles Takyi (Fußprellung) angetretenen Hanseaten das Duell der Tabellen-Nachbarn auch in der Folge. Rouwen Hennings, der im Mittelfeld diesmal den Vorzug vor Max Kruse erhalten hatte, prüfte Nikolov mit einem Freistoß, den dieser mit Mühe über die Latte lenkte (13.). Die Taktik, im eigenen Stadion auf Konter zu setzen, bewährte sich und sorgte stets für Gefahr. Nur der Abschluss ließ zu wünschen übrig. Und das rächte sich, als Gekas mit dem umstrittenen Strafstoß die erste Gäste-Chance konsequent zum unverdienten Ausgleich nutzte.
Die zweite Hälfte begann diesmal mit einem Tiefschlag für den FC St. Pauli. Der bereits verwarnte Ex-Nationalspieler Asamoah leistete sich im Mittelfeld ein ebenso derbes wie unnötiges Foul an Marco Russ und sah zu Recht die Ampelkarte vom unsicheren Schiedsrichter Marco Fritz. St. Paulis Trainer Holger Stanislawski befand, dass der Platzverweis durchaus in Ordnung war, ließ aber dennoch gegenüber LIGA total! kein gutes Haar am Schiri. "Wir waren in den ersten dreißig Minuten richtig gut − und dann wurde uns das Spiel aus der Hand genommen. Da kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, weil wir 60 Minuten keinen Zweikampf führen durften. Wir sind hier nicht bei der Rhythmischen Sportgymnastik, wo wir uns nicht berühren − sondern wir sind ganz einfach beim Fußball."
Einmal in Rage, legte Stanislawski nach: "Wenn man als Mannschaft keinen Zweikampf mehr führen darf − ungefähr gefühlte 623 Zweikampfsituationen gegen sich gepfiffen bekommt, eine ganz, ganz schlechte Schiedsrichterleistung heute hatte − dann kann die Mannschaft da auch relativ wenig für."
Mit der Überlegenheit St. Paulis war es nach dem Feldverweise vorbei, die Hessen kamen nun besser zum Zuge und vergaben durch Caio (60.) die Riesenchance zum 2:1.Besser machte es zehn Minuten später erneut Torjäger Gekas, der allein vor Schlussmann Thomas Kessler eiskalt blieb und einschoss. St. Pauli warf nun seine Tugenden wie Kampfkraft und Teamgeist in die Waagschale, doch vor dem gegnerischen Gehäuse waren die Aktionen der dezimierten Mannschaft entweder überhastet oder zu harmlos. Caio sorgte dann nach einem Konter für die endgültige Entscheidung.
Quelle: dpa
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