09.04.2010, 20:25 Uhr | dpa
Favoriten-Schreck Augsburger Panther und die Hannover Scorpions haben Kurs auf das Finale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft genommen. Chris Collins schoss die Augsburger im ersten Halbfinale mit seinen drei Treffern im Alleingang zum 3:2-Sieg nach Verlängerung beim EHC Wolfsburg. Damit setzten die Schwaben ihre Playoff-Erfolgsserie fort. Zuvor hatte das Überraschungsteam bereits DEL-Rekordmeister Mannheim und Champion Berlin ausgeschaltet. Hannover setzte sich souverän mit 6:0 gegen den ERC Ingolstadt durch. Die zweiten Spiele der beiden Halbfinal-Serien finden am Sonntag statt. Drei Siege sind im Modus Best of Five zum Weiterkommen nötig.
Nach dem Fünf-Spiele-Krimi gegen Nürnberg im Viertelfinale ließ Hannover diesmal nichts anbrennen. "Wir waren klar die bessere Mannschaft", lobte Trainer-Altmeister Hans Zach. ERC-Coach Greg Thompson klagte dagegen: "Wir haben es Hannover zu leicht gemacht." Vor allem im ersten Drittel waren die Gastgeber turmhoch überlegen. Adam Mitchell (6. Minute) und Chris Herperger (14.) sorgten für das verdiente 2:0.
Danach sparten die Scorpions clever ihre Kräfte, spielten defensiver und nutzten eiskalt ihre Chancen. Thomas Dolak (34.) und erneut Herperger (39.) machten schon im zweiten Spielabschnitt alles klar. André Reiß (49.) und Patrick Köppchen (57.) schraubten das Ergebnis weiter in die Höhe. "Die Höhe spielt keine Rolle, das ist nur ein Spiel. Das 6:0 verführt auch ein bisschen, aber das wäre ein Trugschluss", warnte der frühere Bundestrainer Zach.
Für die Augsburger avancierte der überragende Collins nur zwei Tage nach dem Coup gegen Titelverteidiger Eisbären Berlin zum Matchwinner. Kai Hospelt brachte die Wolfsburger nach einem guten Start in der 8. Minute in Führung. Doch nur 59 Sekunden später schockte Collins die Gastgeber mit dem Ausgleich. In der 35. Minute schlug Collins erneut zu. David Sulkovsky (46.) rettete die Hausherren in die Verlängerung. Doch nach 5:11 Minuten der Overtime entschied Collins mit seinem sechsten Playoff-Treffer die Partie.
Kurz vor dem Spiel hatte die Wolfsburger ein Bußgeld-Bescheid der DEL erreicht. Der Verein soll für die missglückte Rallye-Aktion zum Playoff-Auftakt 10.000 Euro Strafe zahlen. Beim ersten Viertelfinale gegen Düsseldorf hatte ein Rallye-Auto bei einer PR-Aktion in der ersten Drittelpause das Eis der Wolfsburger Arena schwer beschädigt. Die Partie stand kurz vor dem Abbruch und konnte erst nach 105 Minuten fortgesetzt werden. EHC-Manager Karl-Heinz Fliegauf kündigte an, zu Beginn der kommenden Woche eine Berufung gegen das Bußgeld prüfen zu wollen.
Quelle: dpa
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