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Pechstein fordert Entscheidung vom CAS

Erschienen am 18. November 2009
Claudia Pechstein (Foto: dpa)
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Frust, Wut und Angst: Claudia Pechstein ist genervt vom ausbleibenden Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS und wird nur bei einem Freispruch die für Donnerstag geplante Reise zum Eisschnelllauf-Weltcup nach Hamar antreten. "Ich weiß überhaupt nicht, wie es möglich sein soll, unter diesen Umständen ein Rennen zu laufen. Von daher habe ich mich entschieden, morgen nicht in den Flieger nach Hamar zu steigen, wenn ich keinen Freispruch in der Tasche habe", erklärte die gesperrte fünfmalige Olympiasiegerin auf ihrer Homepage.

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Pechstein: "Die Grenze des Zumutbaren ist erreicht"

"Es wäre für mich nicht zu ertragen, im Rahmen des Weltcups, umlagert von Journalisten, am Freitag die Nachricht eines Schuldspruchs zu erhalten", sagt sie. "Die Grenze des Zumutbaren ist erreicht. Ich habe nicht gedopt. Und obwohl es für die ungeheuerliche Anschuldigung der ISU keinen Beweis gibt, warte ich nun schon fast vier Wochen auf das Urteil des CAS. Mir ist das Ganze völlig unerklärlich. Ich habe jetzt lange genug gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Ich bin es leid, immer die starke Frau zu mimen. Ich empfinde es als beschämend wie ich behandelt werde", sagt Pechstein.

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Entscheidung zieht sich hin

Schon 26 Tage sind seit der Verhandlung des obersten Sportgerichts in Lausanne vergangen, seitdem beraten die Richter das Urteil und die Begründung, die dem Anti-Doping-Kampf der kommenden Jahre weltweit die Richtung in Sachen indirekter Beweis geben soll. Die CAS-Juristen ließen sich von der Terminplanung der Athletin, die im Februar zum sechsten Mal Olympische Spiele erleben will, zwar nicht unter Druck setzen, aber die zähe Warterei auf das mit Spannung erwartete Urteil signalisiert keine Einmütigkeit im dreiköpfigen Gremium. Jeder Tag, der vergeht, könnte eher für die Verlängerung der Sperre von Pechstein sprechen.

Effekt über Schicksal

Sie werde das Gefühl nicht los, dass es hier überhaupt nicht mehr um sie geht. "Ganz ehrlich: Mir ist es völlig egal, wie die Richter ihr Urteil begründen werden und ob es möglicherweise Raum für Spekulationen lässt. Ich will einfach nur wissen, woran ich bin. Mit einer solchen Vorgehensweise macht der CAS doch nur deutlich, dass ihm Paragrafen, Statuten, der indirekte Beweis und das mögliche Medienecho wichtiger sind als ein menschliches Schicksal. Das kann und will ich nicht akzeptieren", schreibt Pechstein.

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Ambivalentes Gefühle gegenüber dem Wikingerschiff

Damit wird wieder Hamar wegweisend für Pechsteins Schicksal sein. Im Wikingerschiff gewann sie 1994 das erste Olympia-Gold sowie den WM-Titel 1996 und trainierte in den zurückliegenden Jahren hier mit der norwegischen Auswahl. Inzwischen bekam die Halle aber für sie den Negativ-Touch als jene Arena, in der sie der Weltverbands-Mediziner Harm Kuipers am 8. Februar erstmals mit ihren seit zehn Jahren auffälligen Retikulozyten-Werten konfrontierte und sie aus dem Rennen um die Mehrkampf-WM nahm.

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Olympia-Chancen verflogen

Schon die jüngste Urteils-Verschiebung hatte bei Pechstein heftigen Frust ausgelöst, weil ihr zwei wichtige Chancen der Olympia-Qualifikation genommen waren. Umgehend kündigte sie den Gang durch weitere juristische Instanzen wie das schweizer Bundesgericht und den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte an, falls der CAS die Sperre bestätigt. Sollte nun der CAS das Urteil nicht mehr bis zum Hamar-Wochenende veröffentlichen, wo Pechstein 286 Tage nach ihrer Sperre über 5000 Meter ihr Comeback geben wollte, ist kaum noch mit der Aufhebung der Suspendierung zu rechnen. Selbst bei einem Freispruch blieben ihr nur noch zwei Weltcups in Calgary (4.-6. Dezember) und Salt Lake City (11.-13. Dezember) für die Olympia-Qualifikation. Die Chance, sich bei Olympia mit den Besten der Welt in einer Gruppe zu messen, gäbe es auf keinen Fall mehr.

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Quelle: dpa
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