08.05.2011, 15:22 Uhr
Eklat bei der DHB-Pokalendrunde in Hamburg: Ein Anhänger des Handball-Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt hat den ehemaligen Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker, mit einem Bierbecher beworfen. Zudem wurde der frühere Handballer von weiteren Fans bedrängt. Der Becherwerfer wurde von der Polizei festgenommen. Außerdem sind sieben Hausverbote für die Hamburger "o2 World" ausgesprochen worden. Das bestätigte der Sprecher des Ligaverbandes HBL, Oliver Lücke. "Ich habe mich dafür bei Uwe Schwenker auch im Namen der SG entschuldigt", sagte Flensburgs Geschäftsführer Holger Kaiser.
Der Vorfall hatte sich vor dem Halbfinalspiel der Flensburger gegen die Rhein-Neckar Löwen außerhalb der Halle ereignet. Schwenker war von dem Becher nicht getroffen worden. "Es ist schade, dass es sowas gibt, aber es ist eigentlich nichts passiert", hatte Schwenker laut HBL-Sprecher auf den Angriff reagiert.
Die HBL hat sich von der Fan-Attacke distanziert. "Die Handball-Bundesliga verurteilt den Vorfall auf das Schärfste. Derartige Ausschreitungen einzelner, falscher Sportfreunde gehören nicht vor unsere Hallen und sind die absolute Ausnahme", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Die HBL werde Maßnahmen besprechen, um derartige Entwicklungen einzudämmen.
Die Fans sollen aus den Reihen der Flensburger Ultras kommen. Diese Gruppierung wurde aus Sicherheitsgründen an beiden Spieltagen vorsorglich von der Polizei von der S-Bahn-Station zur Arena begleitet. "Es waren Einzelpersonen", sagte Flensburgs Geschäftsführer Kaiser.
Er forderte angesichts des Vorfalls, dass sich die HBL grundsätzlich mit dem Thema Ultras im Handball beschäftigen muss. "Nicht nur wir haben Ultras, sondern Göppingen und Nettelstedt zum Beispiel auch", erklärte er, "damit muss sich die Liga auseinandersetzen. Aber die HBL steckt den Kopf in den Sand. Da müssen wir gemeinsam Lösungen herbeiführen."
Uwe Schwenker war Manager des THW Kiel, als dieser 2007 zum ersten Mal die Champions League gewonnen hatte. Das damalige Finale gegen die SG Flensburg-Handewitt steht unter Manipulationsverdacht. Schwenker und der frühere Trainer Zvonimir Serdarusic sollen die polnischen Schiedsrichter bestochen haben. Beide bestreiten die Vorwürfe.
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Schwenker und Serdarusic müssen sich in einem Prozess vor dem Landgericht Kiel wegen Untreue (Schwenker) beziehungsweise Beihilfe zur Untreue (Serdarusic) und gemeinschaftlich begangener Bestechung im geschäftlichen Verkehr verantworten. Der ursprünglich für März angesetzte Prozess ist wegen Erkrankung des Richters auf unbestimmte Zeit verschoben worden.
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Quelle: dpa
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