07.11.2009, 18:05 Uhr
Luca Toni droht Ungemach. (Foto: imago)In der Champions League steht der FC Bayern München vor dem Aus, in der Bundesliga ist er auf Platz acht abgestürzt. Ruhe ist da die erste Bürgerpflicht, könnte man meinen. Doch beim Rekordmeister stehen eher turbulente Tage vor der Tür. Denn sowohl für Luca Toni als auch für Philipp Lahm wird der 12. Spieltag mit Sicherheit noch ein unangenehmes Nachspiel haben.
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Toni war in der Halbzeitpause beim 1:1 gegen Schalke 04 ausgewechselt worden. Direkt nach dem Duschen verließ der Stürmer dann die Allianz Arena. Trainer Louis van Gaal verurteilte das Verhalten des italienischen Nationalspielers. "Das ist nicht gut für die Mannschaft - aber auch nicht für Luca Toni", sagte der Niederländer bei LIGA total!. Ein Trainer, der wie van Gaal so viel Wert auf Disziplin legt, wird sich so etwas nicht gefallen lassen.
Kevin Kuranyi wurde von Bundestrainer Joachim Löw für ein ähnliches Verhalten beim WM-Qualifikationsspiel gegen Russland im Oktober des letzten Jahres aus der Nationalmannschaft verbannt. Manager Uli Hoeneß will die Sache allerdings erst einmal intern bereden: "Das ist nicht in Ordnung. Wir haben das registriert und werden das besprechen."
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Auch bei den Teamkameraden kam Tonis Verhalten nicht gut an. Daniel van Buyten sagte: "Wir sind ein Team – wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen, und nur zusammen kommen wir wieder da raus". Und Kapitän Mark van Bommel ergänzte gegenüber LIGA total!: "Das ist grundsätzlich nicht gut, wenn ein Spieler früher heimgeht."
Lahm hatte in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" kritisiert, dass kein System oder Konzept hinter der Einkaufspolitik der Münchner stehe. "Man darf Spieler nicht einfach kaufen, weil sie gut sind", sagte Lahm. "Vereine wie Manchester oder Barcelona geben ein System vor - und dann kauft man Personal für dieses System. Man holt gezielt Spieler - und dann steht die Mannschaft."
Während van Gaal sich für nicht zuständig erklärte ("Auch ich werde mit ihm reden. Ich denke aber, dass das mehr ein Fall für den Vorstand ist"), kündigte Manager Uli Hoeneß bei Sky ernste Konsequenzen an. "Ich habe schon gesagt, dass wir das in Ruhe mit ihm besprechen werden – nächste Woche in meinem Büro. Sie können versichert sein, dass er dieses Interview noch bedauern wird. Er hätte es besser nicht gegeben."
Hoeneß machte für das Interview Lahms Berater Roman Grill verantwortlich. Dieser habe seinen Schützling instrumentalisiert. "Grill hätte gern einen Job bei uns, nachdem es beim HSV nicht geklappt hat“, sagte Hoeneß. Bei den Hanseaten war Grill, ein früherer Jugendtrainer und Mitarbeiter der Pressestelle des FC Bayern, als Sportdirektor im Gespräch. Den Job, der immer noch frei ist, bekam er allerdings nicht.
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Bayerns Präsident Franz Beckenbauer forderte von Lahm, "sich selbst an die Nase zu fassen". Bei Sky sagte der Kaiser: "Er kommt auch nicht an seine beste Leistung heran." Ohne das Interview gelesen zu haben, wehrte sich der Bayern-Präsident gegen den Vorwurf einer verfehlten Einkaufspolitik: "Ich glaube, die Einkaufspolitik der letzten 40 Jahre war gut und fruchtbar. Umsonst sind wir nicht so oft Deutscher Meister geworden."
Quelle: t-online.de
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