29.07.2010, 14:32 Uhr | sid
Zurück am Ort des schweren Unfalls: Felipe Massa (Foto: imago) (Quelle: imago)
Wäre alles sportlich fair abgelaufen, würde Felipe Massa wohl als strahlender Hockenheim-Sieger an den Ort seines schlimmsten Albtraums zurückkehren. Nach dem Teamorder-Skandal um Ferrari scheint aber klar: Der Brasilianer, der nach seinem schweren Unfall im Vorjahr (die Bilder des Unfalls finden Sie hier) ohnehin mit gemischten Fühlen an den Hungaroring nach Budapest kommt, wird im dritten Jahr in Folge zur tragischen Figur der Formel 1.
2008 ließ er sich im Ziel von Sao Paulo 39 Sekunden lang als Weltmeister feiern, ehe ihm Lewis Hamilton den Titel entriss. 2009 kostete ihn der verheerende Unfall in Ungarn fast das Leben. Nun ist der Brasilianer der Fahrer, der schneller war, als er sein durfte und so unfreiwillig den Teamorder-Skandal ins Rollen brachte. Verfolgen Sie das erste freie Training auf dem Hungaroring ab 9.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker!
Richtig machen konnte es Massa in dieser Situation nicht, und auch das zeigt seine Tragik. Hätte er sich geweigert, dem im Titelkampf aussichtsreicheren Fernando Alonso auf dem Hockenheimring den Sieg zu überlassen, hätte er Ärger mit dem Team riskiert. So gilt er als Betrüger, als zu weich, als Nummer zwei ohne Rechte.
Doch der Stolz, der ihm geblieben ist, war es vielleicht, der den Skandal überhaupt erst augenscheinlich machte. "Ich denke, es war so offensichtlich, weil Massa sich nicht fügen wollte", glaubt Sky-Experte Marc Surer: "Er war nicht gewillt nachzugeben. Dann haben sie es ihm ein bisschen deutlicher sagen müssen." Die Funksprüche und Massas fast schon demonstratives Abbremsen machten die Absprache für alle Welt erkennbar. Surer fordert Punktabzug für Ferrari, aber Straffreiheit für Massa: "Er wurde gezwungen." Der Brasilianer selbst erklärte lapidar: "Ich habe getan, was ich tun musste."
Hätte Massa gewinnen dürfen, wäre das auf den Tag genau ein Jahr nach dem schlimmen Unfall sein erster Triumph gewesen. Mit der Wucht von mehr als einer Tonne war in Ungarn am 25. Juni 2009 eine Stahlfeder gegen seinen Kopf geknallt. Massa war auf der Stelle bewusstlos und raste in einen Reifenstapel. Sein Leben hing kurzzeitig am seidenen Faden, zwischenzeitlich lag er im künstlichen Koma.
Ehefrau Raffaela, damals schwanger mit dem am 1. Dezember geborenen Felipinho, wollte ihren Mann zum Karriereende bewegen. "Ich hatte einen kleinen Streit mit ihr, denn sie wollte nicht, dass ich fahre", sagte der Vize-Weltmeister von 2008: "Aber ich habe ihr gesagt, das bespreche ich mit den Ärzten und nicht mit dir." Wenn er im Auto sitze, erinnere er sich nicht daran, dass er Frau und Sohn habe, sagte Massa und wollte damit Kämpferherz beweisen.
An den Unfall selbst erinnere er sich glücklicherweise auch nicht. Den bei dem Unfall zerstörten Helm bewahrt er zu Hause auf wie andere einen Pokal. "Mit Blut, dem beeindruckenden Loch und allem, was kaputt gegangen ist", sagte er schmunzelnd. Wie Massa sich auf dem Weg nach Ungarn wirklich fühlen wird, ist ungewiss. Klar scheint: Mit einem Sieg im Gepäck wäre es ihm leichter gefallen.
Der Hungaroring bedeutet ständige Richtungswechsel und Tempe-raturen von über 40 Grad. zum Video
Quelle: sid
rudi schrieb:
am 2. August 2010 um 09:50:00
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Massa und Ferrari
Beim Fußball gewinnt nicht der Spieler sondern das Team und bei der Tour de France gewinnt nicht der Fahrer sondern das
Team. In der Formel 1 haben wir 12 Teams aber wie ich hier lese 24 freie Fahrer die nur an sich denken. Da soll man sich gegenseitig abschießen, wie Webber und Vete,l damit die Fans zufrieden sind. Was für ein Käse. Vielleicht sollten die Autos in 24 verschiedenen Farben lackiert werden. Das Ergebnis wurde nicht mit faulen Tricks erzielt. Ferrari hat gwonnen.
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Button schrieb:
am 1. August 2010 um 17:46:19
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Merlin schrieb
du hast total recht, ferrari gewinnt nur mit faulen tricks, alonso passt da wie die faust auf`s auge hin, ist der würdige
nachfolger für michael schumacher, der war auch damals der unfairste fahrer genauso wie heute, ferrari, alonso und schumacher in einen sack stecken immer draufhauen, man trifft IMMER den richtigen
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Ulli schrieb:
am 1. August 2010 um 16:15:28
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F1
ich weiß schon, weswegen ich F1 nicht mehr gucke, weil nicht der gewinnen darf, der es verdient hätte, sondern der, der die besseren
Punkte hat!!! Es wäre auch OHNE Teamorder ein Doppelsieg geworden!!!
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