17.02.2012, 12:10 Uhr
Der freie Fall aus dem Weltraum könnte für Felix Baumgartner auch den Tod bedeuten. Es ist nicht so, dass sich der österreichische Extremsportler darüber nicht im Klaren wäre - allein: Es ficht ihn nicht an. "Ich bin nicht geil auf die Angst, aber die Angst macht ein Ziel erst wertvoll", sagte der 42-Jährige vor Kurzem, als er noch von Wolkenkratzern sprang, um neue Rekorde aufzustellen. Anfängerversuche gegen das, was Baumgartner jetzt plant: Den Weltraum zu erobern.
Nie zuvor wagte ein Mensch den Sprung aus 36,5 Kilometern Höhe. Nur mit einem Raumanzug, einem Helm und einem Fallschirm bewaffnet will Baumgartner schneller sein als der Schall und Unmenschliches vollbringen. Seinen Lebenstraum hat er ganz fest im Visier. "Für mich war klar: Eines Tages schwebe ich da rauf, steige aus der Kapsel und fliege mit Überschall zur Erde zurück", sagt Baumgartner. Irgendwann "in diesem Jahr" soll der Wahnsinn über die Bühne gehen.
Ein Termin könne noch nicht genannt werden, da nach Angaben einer Sprecherin zunächst letzte Tests anstehen. "Red Bull Stratos" nennt sich die vom Energy-Drink-Hersteller begleitete Mission, die in der Komplexität alles bisher Dagewesene sprengt. Baumgartner und sein Team aus Raumfahrtexperten, Medizinern und Technikern wollen Wissenschaftsgeschichte schreiben. Science Fiction in der Realität.
"Der Druck wird gewaltig sein, und wir alle müssen ihn nicht nur aushalten, wir müssen brillieren", sagt er. Die Idee für die tollkühne Mission in der Stratosphäre, der unteren Schwelle zum Weltraum, ist seit fünf Jahren in den Köpfen und in Planung. Ein Gerichtsprozess um die Urheberschaft des Projekts stellte alles lange infrage. Baumgartner wurde mürbe und ungeduldig in der Zeit - aber er hörte nie auf mit den Vorbereitungen für den Sprung seines Lebens.
Felix Baumgartner nach einem Test in einer Druckkammer. (Quelle: dpa)Mehr als ein Dutzend lebensgefährliche Manöver"Ich hatte noch nie zuvor bei meinen Projekten fremde Hilfe gebraucht", sagt der Ausnahmeathlet aus Salzburg - obwohl er schon immer auf das Außergewöhnliche aus war. Erstmals 1999, als er aus 451 Metern, dem 88. Stock eines Hochhauses in Malaysia, mit einem Fallschirm in die Tiefe sprang. Die schwierigste Sache dabei war die Vorarbeit: Tagelang hatte Baumgartner das Gebäude beobachtet, um sich schließlich als Geschäftsmann verkleidet Zutritt zu verschaffen.
Mehr als ein Dutzend lebensgefährliche Manöver folgten. 2007 stürzte er sich vom Taipei-Center in Taiwan, einst das höchste Gebäude der Welt, ebenfalls 1999 von der Christusstatue in Rio de Janeiro. 2003 überflog er nur mit einem Carbon-Flügel am Körper im freien Fall den Ärmelkanal - als erster Mensch überhaupt.
Doch der Weltraum-Sprung stellt alles in den Schatten. Gut sechs Minuten wird er dauern. Läuft alles optimal, landet Baumgartner schließlich heil im US-amerikanischen Städtchen Roswell (New Mexico). Das Risiko dort ist überschaubar, das Wetter beständig gut, die Bevölkerungsdichte gering. Die lange Vorbereitungszeit sei elementar gewesen, sagt er. Anfangs, "da waren wir blauäugig und haben geglaubt, wir kaufen eine Kapsel, drei Ballons, einen Anzug, ich werfe mich runter, und wir schreiben Geschichte." Ein Irrtum, natürlich. "Das ist eine ganz große Nummer." Weltraumgeschichte.
Baumgartner will vier Rekorde brechen: Den höchsten bemannten Ballonflug, den höchsten Absprung eines Menschen, die Schallgeschwindigkeit im freien Fall durchbrechen und den am längsten dauernden freien Fall schaffen. Mehrere dieser Bestmarken hält der frühere amerikanische Soldat Joseph Kittinger, der 1960 aus einer Höhe von 31.332 Metern aus einem Ballon sprang - und mit viel Glück überlebte. Jetzt ist Kittinger Baumgartners Mentor bei der Mission.
Der Aufstieg in einer auf Normaldruck gehaltenen Kapsel, befestigt an einem Helium-Ballon, wird drei Stunden dauern. Außerhalb der Kapsel ist es bis zu minus 70 Grad kalt, der Raumanzug wird Baumgartner am Leben halten. Aus der Stratosphäre geht es für den Mann ohne Limit mit weit mehr als 1000 Stundenkilometern abwärts. Als das Projekt wegen des Gerichtsstreits kurz vor dem Aus stand, da sagte ihm seine Mutter, dass sie froh sei, wenn er nicht springe. Jetzt springt er doch. Für Baumgartner ist klar: "Ein Fun-Tag wird das nie werden, immerhin riskiere ich mein Leben."
Quelle: dpa
oskar schrieb:
am 17. Februar 2012 um 16:46:59
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Felix
ohne solche menschen, die es zu jeder zeit gegben hat säßen wir noch heute in der höhle und warten auf das feuer, man sollte nicht
immer nur von sich ausgehen und alles was man nicht versteht in frage stelllen, und mit dummen komentaren seine eigene unfähigkeit etwas zu bewegen begründen.
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schnellmerker schrieb:
am 17. Februar 2012 um 15:55:07
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Ikarussyndrom
Wahrscheinlich leidet Herr Baumgatner am Ikarussyndrom, dem sind ja bekanntlich die Flügel abgefallen. Man sollte diesem
Wahnsinn keine Aufmerksamkeit schenken, dann wird es auch nicht gemacht. Die Gier der Öffentlichkeit nach immer spektakuläreren Aktionen macht es doch erst möglich. Gottseidank ist der angestrebte Landeplatz nicht so dicht bevölkert, es wäre doch schlimm, wenn der Suizidversuch noch andere mitreisst.
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Sicherheitsliebender schrieb:
am 17. Februar 2012 um 14:51:51
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Baumgartner
Das Wichtigste ist das er beim Einschlag keinen Unbeteiligten gefährdet .
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