09.09.2010, 14:40 Uhr | dpa
Stein des Anstoßes: die vermeintliche Stallorder Ferraris in Hockenheim (Foto: imago) (Quelle: imago)
Grenzenlose Erleichterung, lauter Jubel, blankes Entsetzen und harsche Kritik: Das milde Urteil im Stallorder-Skandal spaltet die Formel 1 und hat erwartungsgemäß völlig konträre Reaktionen ausgelöst. Nach dem Quasi-Freispruch für Ferrari und die beiden Verkehrssünder Fernando Alonso und Felipe Massa trotz offensichtlicher Teamorder in Hockenheim scheint indes klar, dass dieses Verbot nach der Saison gekippt wird.
Die sogenannte Sport-Arbeitsgruppe soll auf Anweisung des Motorsport-Weltrats des Internationalen Automobil-Verbandes FIA Lösungsvorschläge erarbeiten.
Formel-1-Boss Bernie Ecclestone erklärte nach der Bestätigung der 100.000 Dollar-Strafe für Ferrari: "Dies beweist, dass die Regeln erneut überprüft werden müssen. Wenn du die Reihenfolge deiner Fahrer ein paar Runden vor Schluss tauschst, bringt das den Sport in Misskredit. Aber wenn das früher passiert, habe ich kein Problem damit."
Ferrari reagierte logischerweise erleichtert, vermied aber sorgfältig Triumphgeschrei. Die Weltrats-Entscheidung habe man «zur Kenntnis» genommen, teilte die Scuderia nüchtern mit. Das Team wolle seine Wertschätzung über den Vorschlag des Gremiums ausdrücken, Artikel 39.1 der Formel-1-Sportregeln zu überprüfen.
Besagter Paragraf verbietet Teamorder seit 2002. Mehrfache Befehle des damaligen Ferrari-Teamchefs Jean Todt an Rubens Barrichello, Michael Schumacher passieren zu lassen, hatten die FIA veranlasst, solche Anweisungen zu untersagen. Todt ist inzwischen Präsident des Weltverbandes. Verständlicherweise hatte der Franzose darauf verzichtet, an der Entscheidung in Paris mitzuwirken.
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Gegenüber dem britischen Sender BBC begründete Todt die Bestätigung des Urteils der vier Rennkommissare von Hockenheim mit einem Mangel an Beweisen: "Bevor man jemanden schuldig sprechen kann, muss man ihm beweisen, dass er schuldig ist." Aber auch er stuft den dubiosen Überholvorgang als Stallorder ein: "Ich neige dazu, dem zuzustimmen." Der führende Massa hatte Alonso an jenem 25. Juli widerwillig den Sieg überlassen, nachdem er von Scuderia-Strategen offensichtlich dazu aufgefordert worden war. Ferrari bestritt indes, gegen das Teamorder-Verbot verstoßen zu haben.
Sebastian Vettel hielt sich mit einer Bewertung zurück. Der Dritte von Hockenheim hätte von einer nachträglichen Disqualifikation des Ferrari-Duos am meisten profitieren können, wenn ihn der Weltrat zum Deutschland-Sieger erklärt hätte. "Die Entscheidung ist gefallen. Ich konzentriere mich jetzt voll auf die letzten sechs Rennen. Da will ich das Maximum herausholen", sagte der Red-Bull-Pilot.
Groß fiel der Jubel in Italien aus. "Ferrari ist gerettet. Das war der erste Sieg in der Monza-Woche", schrieb "La Gazzetta dello Sport". Und "Tuttosport" titelte: "Ferrari kommt vor der FIA ungeschoren davon. Die Teamorder-Heuchelei hat ein Ende." Viele britische Medien heulten dagegen auf. "Die Formel 1 hat ihr Regelwerk in drei Stunden zerrissen, indem sie Ferraris Manipulation des deutschen Grand Prix erstaunlicherweise entschuldigt hat", tobte die "Daily Mail".
Norbert Haug bezeichnete sich ebenfalls nicht als "Freund von Platztausch im Rennen". Der Mercedes-Motorsportchef forderte: "Der Motorsport täte gut daran, im Sinne des Zuschauers und im Sinne des Sports das Reglement endgültig verbindlich so zu formulieren, dass von Start bis Ziel auf jeder einzelnen Position Rennen gefahren und freiwillig kein Meter Platz gemacht wird."
Quelle: dpa
HS schrieb:
am 11. September 2010 um 12:48:32
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@mugel05 ferrari
Ja,Glock ist seeehr mysteriös langsamer geworden,eine Schande,daß der auf Trockenreifen im strömenden Regen so viel
langamer war,als Hamilton auf Regenreifen...echt skandalös!
Die FIA hat damals mit hanebüchenen Strafen gegen Hamilton versucht,Ferrari-Pilot Massa den Titel in die Tasche zu schieben:Raikkönen drängt Hamilton in Spa ab-Hamilton wird bestraft,Massa rammt in Spa Hamilton-Hamilton wird bestraft......seltsame Gerechtigkeit...
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Anti F1 schrieb:
am 11. September 2010 um 12:36:40
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Wo bleibt die Gerechtigkeit?
Lasst alles mit Durchfahrtsstrafen belegen, das ist das gerechteste. Vettel muss die Durchfahrtsstrafen
akzeptieren (denn er hat im rennen keine Chance sich zu wehren) und Ferrari darf nur blechen. Verstehe das wer will.
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Beobachter schrieb:
am 11. September 2010 um 12:34:17
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Schade
So eine Entscheidung ist nicht im Sinne der Zuschauer. Stimmen wir doch mit den Füßen ab: ICH gehe nicht mehr zu einem Formel 1
Rennen. Hockenheim war mein zweites und letztes rennen, das ich live gesehen habe. So eine Schieberei habe ich nicht nötig. Sport ist dreckig, ob Doping oder Schieberei. Schade.
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