23.07.2011, 20:11 Uhr
Für schuldig befunden: Mohamed Bin Hammam. (Foto: imago)
Im FIFA-Korruptionsskandal ist der ehemalige Präsidentschaftskandidat Mohamed Bin Hammam in Zürich von der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA lebenslang gesperrt worden. Das Gremium unter dem Vorsitz des Namibiers Petrus Damaseb sah es als erwiesen an, dass der frühere Vertraute von FIFA-Boss Joseph Blatter gegen den Ethikkodex des Verbandes verstoßen hat.
Bin Hammam habe Anfang Mai versucht, Funktionäre der karibischen Fußball-Union mit Geldgeschenken in Höhe von jeweils 40.000 Dollar zu bestechen, um sich so Stimmen für die Präsidentschaftswahl am 1. Juni zu sichern. Der 62-Jährige will Einspruch gegen das Urteil einlegen.
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Nach 15 Jahren in der FIFA-Exekutive verlor Bin Hammam durch die Entscheidung endgültig auch sein Amt als Präsident der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) und sämtliche Privilegien. Die harte Strafe verbietet es ihm sogar, sich auf unterster Amateurebene für einen Verein zu engagieren. Nach Angaben seines Schweizer Anwalts werde Bin Hammam den Internationalen Sportgerichtshof CAS anrufen und notfalls vor das Schweizer Bundesgericht ziehen, um gegen die Sperre vorzugehen.
"Er beteuert seine Unschuld und wird mit allen juristischen Möglichkeiten weiterkämpfen", erklärte ein Sprecher Bin Hammams. Der Beschuldigte selbst war gar nicht zu der Anhörung in die Schweiz gereist und hatte bereits vor der zweitägigen Anhörung der FIFA eine Vorverurteilung unterstellt. Nach wochenlangem Schweigen hatte er sich noch optimistisch in seinem Blog zu Wort gemeldet. "Ich bleibe zuversichtlich, dass der Fall und die gegen mich vorliegenden Beweise schwach und unbegründet sind", hatte der Asiate auf seiner Internetseite geschrieben. "Sie sind nichtig und werden vor Gericht keinen Bestand haben."
Am 29. Mai, drei Tage vor der FIFA-Präsidentenwahl, war er von der Ethikkommission vorläufig suspendiert worden. Im März hatte er angekündigt, für das Amt des FIFA-Präsidenten als Herausforderer von Joseph Blatter anzutreten, seine Kandidatur aber kurz vor der Wahl am 1. Juni zurückgezogen. Blatter wurde im Amt bestätigt. Der 75 Jahre alte Schweizer hielt sich zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung in Argentinien zum Finalwochenende der Copa America auf.
Quelle: dpa
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