18.07.2011, 13:40 Uhr
Firat Arslan (li.) lässt in Göppingen Lubos Suda keine Chance und "rächt" sich für die Niederlage von 2003. (Foto: imago) (Quelle: imago)
Im reifen Box-Alter von 40 Jahren arbeitet CruisergewichtlerFirat Arslan nochmals konzentriert auf eine WM-Chance hin. Vom 16. Juni 2007 bis zum 27. September 2008 hielt der Deutsch-Türke bereits den Titel nach Version der WBA. Arslans überlegener Sieg durch technischen K.o. in der fünften Runde über den Tschechen Lubos Suda in Göppingen hat ihn seinem großen Ziel eines WM-Comebacks näher gebracht. Er ist nun Internationaler Meister der IBF und hat nebenher die Revanche für seine Niederlage gegen Suda am 12. Dezember 2003 geschafft.
Damals in Prag war es um den Inter-Kontinental-Titel der WBA gegangen. Arslan kassierte seinerzeit in seinem 22. Fight als Profi seine dritte Niederlage, unterlag nach zwölf Runden umstritten nach Punkten. Fast acht Jahre später feierte der 1,82-Meter-Mann einen überlegenen Erfolg, seinen 31. im 37. Kampf als Profi. Zum 20. Mal ging ein Gegner Arslans k.o.
Suda hatte auch am 19. März in Köln gegen Ola Afolabi erfolglos nach einem internationalen Titel gegriffen und war in der fünften Runde technisch k.o. gegangen. Damals stand der Inter-Kontinental-Gürtel der WBO auf dem Spiel. Suda weist nun sechs Niederlagen aus 30 Kämpfen als Profi auf. 23 davon gewann der 35-Jährige.
Doch in Göppingen präsentierte sich der Gast vom ersten Gong an als Opfer, fand gegen Arslans Dauerdruck viel zu selten das Mittel des leichtfüßigen Ausweichens. Der konzentrierte Lokalmatador aus Süssen marschierte permanent nach vorne, agierte mit dem Fleiß und Willen, für den er seit Jahren bekannt ist. Suda fand sich zumeist zurechtgestellt in einer der Ringecken oder vor dem Seil. Ringrichter Grzegorz Molenda aus Polen schaute dem einseitigen Treiben relativ lange zu, zählte Suda bereits in der vierten Runde zwei Mal an, ehe in der fünften Schluss war.
Im Herbst plant Arslan die nächste Revanche: gegen den Franzosen Steve Herelius. Der hatte dem fast zwei Jahre zuvor entthronten Weltmeister am 3. Juli 2010 in Stuttgart eine empfindliche Aufgabe-Niederlage nach der elften Runde beigebracht und dessen Rückkehr auf den WM-Thron der WBA verhindert. Arslan musste damals dehydriert und am Ende seiner Kräfte das Handtuch schmeißen. Am 24. Oktober 2009 hatte Herelius im französischen Le Cannet auch Suda besiegt: nach acht Runden durch eine einstimmige Punktentscheidung.
Einstimmig nach Punkten verteidigte im Rahmen des Arslans-Auftritts auch der Montenegriner Nikola Sjekloca seinen Inter-Kontinental-Titel des WBC im Super-Mittelgewicht. Der 33-Jährige boxte zwar gegen den gebürtigen Armenier Khoren Gevor streckenweise wenig intelligent, brachte jedoch den Sieg durch seine klareren Treffer ins Ziel. Der lediglich 1,74 Meter große Gevor versuchte seit 2007 bereits vier Mal erfolglos, Weltmeister zu werden. Zuletzt am 9. April 2011 in Magdeburg gegen Robert Stieglitz.
Der WBO-Champion war Augenzeuge in Göppingen, als Gevor einmal mehr durch seinen betont unsauberen und unansehnlichen Boxstil auffiel. Sjekloca passte sich diesem besonders zwischen der achten und zehnten Runde an, als er sich immer wieder ohne Not auf das unerträgliche Gewühl im Nahkampf einließ. In den letzten beiden Runden jedoch bekam der auch nach 21 Kämpfen als Profi weiter ungeschlagene Sjekloca noch die Kurve.
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Quelle: t-online.de
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