30.10.2008, 14:50 Uhr
Sebastian Vettel gewinnt in Monza. (Foto: xpb.cc)Sie hatten lichte und sogar glanzvolle Momente, doch aus dem langen Schatten des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher konnten die deutschen Formel-1-Piloten noch nicht ganz rasen. Zumal die Leistungen des Rennquintetts höchst unterschiedlich ausfielen.
Da ist der furiose Aufsteiger Sebastian Vettel auf der einen Seite und der unfreiwillige Kurzarbeiter Adrian Sutil auf der anderen. Timo Glock feierte ein äußerst solides Comeback in der Königsklasse und punktete sogar über dem Soll, für Nick Heidfeld ging es auf und ab. Bei Nico Rosberg überwiegt trotz bester Karriereplatzierung die Enttäuschung.
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Formel 1 2008 Die Aufreger der Saison
Sebastian Vettel überzeugte auf ganzer Linie. (Foto: imago)
Der 21-Jährige Torro-Rosso-Pilot ist WM-Achter mit 30 Punkten. Schon als "Baby-" oder "Bonsai-Schumi" gefeiert, hält auch das Original große Stücke auf seinen potenziellen Nachfolger. Vettels größter Coup: Der sensationelle Sieg in Monza, mit dem er Experten und Fans überraschte und eindrucksvoll bewies, dass ihm die Zukunft gehört. Drei fünfte Plätze und der hervorragende vierte Rang beim Saisonfinale in Sao Paulo legen zudem Zeugnis über Vettels Qualitäten als Fahrer ab. Nicht nur Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sieht ihn als Weltmeister der Zukunft. 2009 fährt Vettel für Red Bull.
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Nick Heidfeld träumt noch immer vom WM-Titel. (Foto: xpb.cc)
Quick Nick musste lange um sein Cockpit bei BMW bangen, ist mittlerweile aber auch durch seine 60 WM-Punkte und Platz fünf in der Fahrerwertung für 2009 gesetzt. Heidfeld stand von den Deutschen mit Abstand das beste Material zur Verfügung, er machte aber zu wenig daraus. Probleme im Qualifying bremsten den 31-Jährigen immer wieder, Kollege Robert Kubica war meist auch im Rennen schneller. Vier zweite Plätze sind zu wenig für den erfahrenen Piloten, der immer noch auf seinen ersten Sieg wartet. Sein Ziel bleibt: "Ich will Weltmeister werden."
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Timo Glock ist rundum zufrieden. (Foto: xpb.cc)
Glock hat sein Ziel in seiner ersten kompletten Saison längst erreicht. Mit 22 Punkten und Platz zehn in der Fahrerwertung holte der Toyota-Pilot schon zwei Zähler mehr als ursprünglich geplant: "Ich habe große Fortschritte gemacht. Dies war ein ein sehr gutes erstes Jahr mit Toyota." Höhepunkt: der zweite Platz in Budapest. Stark fuhr Glock in Kanada und Singapur jeweils als Vierter. Im Titelkampf spielte Glock beim Finale in Brasilien unfreiwillig das Zünglein an der Waage, indem er Lewis Hamilton in der letzten Kurve passieren lassen musste und dem Briten somit zum Titel verhalf. Sollte Toyota seinen Aufwärtstrend fortsetzen können, sind 2009 mehr Podestplätze für den 26-Jährigen möglich.
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Nico Rosberg mit durchwachsener Bilanz. (Foto: xpb.cc)
Der Sohn von Ex- Weltmeister Keke Rosberg ist der große Verlierer. Mit 17 WM-Zählern liegt der 23-Jährige Williams-Toyota-Pilot nur auf rang 13. In der Hoffnung auf einen Aufschwung des britischen Traditionsteams hatte Rosberg auf das freie Cockpit bei McLaren-Mercedes neben Lewis Hamilton verzichtet. Der dritte Rang zum Auftakt in Australien und der zweite Platz von Singapur schönten die Pleite, waren aber kein Trost für das ambitionierte Talent: "Wir sind irgendwo in der Walachei. Ich habe mir mehr erwartet." Ein verlorenes Jahr.
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Adrian Sutil steht mit leeren Händen da. (Foto: xpb.cc)
Der Hobby-Pianist gibt nur in einer Sparte klar den Ton an: Sutil ist der "Ausfall-König", hat keinen einzigen Zähler auf dem Konto. Wegen technischer Defekte, Unfällen oder Fahrfehlern kam der 25-jährige Force-India-Pilot bislang elfmal nicht ins Ziel: "Ich habe die Flagge zu oft nicht gesehen." Bei dem selbstbewussten Bayern klaffen Selbsteinschätzung und Können weit auseinander. Beim Prestige-Grand-Prix in Monaco wäre ihm allerdings beinahe der große Coup geglückt: An vierter Stelle liegend, schoss ihn aber Titelverteidiger Kimi Räikkönen im Regen ab.
Quelle: dpa
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