04.02.2008, 14:13 Uhr
Lewis Hamilton (Foto: xpb)Mit ihren rassistischen Parolen gegen Lewis Hamilton haben spanische "Fans" ihrem Land und Idol Fernando Alonso einen Bärendienst erwiesen und die Formel-1-Rennen in Barcelona und Valencia in Gefahr gebracht. Sollte es erneut zu Zwischenfällen wie am vergangenen Samstag bei den Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya kommen, drohen schwerwiegende Strafen. "Beschimpfungen dieser Art sind ein klarer Verstoß gegen die Prinzipien, die in den FIA-Statuten stehen und jede Wiederholung wird Sanktionen nach sich ziehen", sagte ein Sprecher des Automobil-Weltverbandes FIA.
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Die pöbelnde Anhängerschar sorgte für Missstimmung bis in die höchsten Etagen. "Die FIA ist überrascht und enttäuscht über die Beschimpfungen von Lewis Hamilton", sagte der FIA-Sprecher. In Artikel 1 der FIA-Statuten wird jegliche politische, religiöse oder rassistische Diskriminierung untersagt. Welche Strafen - bishin zu einer möglichen Streichung eines Rennens - verhängt werden könnten, ist fraglich. Fakt ist jedoch, dass sich die Geschehnisse nicht nur in den kommenden Wochen bei weiteren Tests, sondern generell nicht noch einmal abspielen sollten. "Die spanischen Verantwortlichen sind gewarnt", schrieb die Londoner "Times".
Die Real Federación Española de Automovilismo reagierte auf die rufschädigenden Geschehnisse und veröffentlichte auf ihrer Internetseite eine sechs Punkte umfassende Erklärung, in der sie sich hinter den dunkelhäutigen Hamilton stellte. Die Föderation lehne derartige unverständliche Vorkommnisse völlig ab und wolle ihre Solidarität und den Rückhalt für McLaren und speziell für Hamilton zum Ausdruck bringen, hieß es.
Der englische McLaren-Mercedes-Mann mit karibischen Wurzeln war am Samstag beleidigt, geschmäht und teilweise mit rassistischen Äußerungen verbal und auf Plakaten beschimpft worden. Zudem hatten sogenannte Fans - vermeintliche Anhänger des ehemaligen McLaren-Mercedes-Piloten Fernando Alonso - mit Gegenständen in Richtung McLaren-Box geworfen. Die Tribüne gegenüber war daraufhin zwischenzeitlich gesperrt worden. Insgesamt waren 55.000 Zuschauer an die Strecke gepilgert, die meisten davon allerdings, um ihren Volkshelden Alonso friedlich anzufeuern. Der harte Kern der Alonso-Fans, die in der vergangenen Saison eine teaminterne Verschwörung gegen ihr Idol zu wittern glaubten, gibt indes dem britisch-deutschen Team die Schuld am Verlust des WM-Titels, den Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen gewann.
"Die Menschen in Spanien waren immer sehr herzlich zu mir. Diese Dinge waren nicht angenehm, auch wenn ich mir vorstellen kann, was passiert ist", sagte Hamilton. Bemüht, nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, zeigten sich die McLaren-Verantwortlichen. "McLaren-Mercedes fährt Rennen und testet seit Jahren auf spanischen Strecken, jeder im Team betrachtet die spanischen Menschen mit großem Respekt, einschließlich Lewis", hieß es von seiten des Teams.
McLaren-Mercedes wird ungeachtet der Ereignisse an seinem Testplan festhalten und wie geplant in diesem Monat im spanischen Jerez und auch noch einmal in Barcelona testen. Schließlich steht auf dem Circuit de Catalunya am 27. April der Große Preis von Spanien auf dem Programm. Am 24. August wird dann erstmals ein zweites Rennen im Heimatland von Alonso mit dem Großen Preis von Europa in Valencia ausgetragen.
Quelle: sid , dpa
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