02.11.2009, 07:17 Uhr
Aus Abu Dhabi berichtet Elmar Brümmer
Will in der neuen Saison hoch hinaus: Sebastian Vettel (Foto: dpa)Revanche! "Morgen trete ich ihm in den Hintern", sagte Sebastian Vettel unmittelbar nach dem Ende der Formel-1-Saison 2009, die er mit seinem vierten Sieg im Red-Bull-Team beendet hat: "Mein Auto war ein Traum. Es gibt keinen besseren Weg, das Jahr abzuschließen. Schade, dass die Saison schon aufhört..."
Der Große Preis von Abu Dhabi war das spektakuläre Ende einer spektakulären Weltmeisterschaft – und das Spektakel geht weiter. Der 22-Jährige ist nicht mehr länger Außenseiter - er ist Mit-Favorit, mindestens.
Interview Vettel: "Das Auto war ein Traum heute"
GP von Abu DhabiVettel holt sich die Vize-Weltmeisterschaft
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Vettels Nebensitzer Jenson Button, der sich beim Wüsten-Rennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Rang drei begnügte, guckte ein bisschen komisch, so hatte sich der Brawn-Pilot die offizielle Gratulation seines Vizes zum Weltmeistertitel nicht vorgestellt. Vettel schickte sein breitestes Grinsen hinterher. Aber ernst ist es ihm mit der Drohung schon - zumindest am Dienstag und Mittwoch, wenn er beim Race of Champions im Pekinger Olympiastadion an Michael Schumachers Seite ein Schau-Rennen bestreitet, mit ebendem besten Mann der Formel 1 als neuerlichem Gegenspieler. Für Boxengast Boris Becker ist Vettel längst Button ebenbürtig: "Man schaut immer auf den Weltmeister, aber was der Junge geleistet hat, war sagenhaft. Es wäre keine große Überraschung, würde er nächstes Jahr noch einen Schritt nach vorne gehen. Er ist in Abu Dhabi gefahren wie ein Champion!" Mit knapp 18 Sekunden Vorsprung...
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Den Erfolg im letzten Rennen nimmt der 22-Jährige als ähnliche Motivation mit ins neue Rennjahr wie Fußballer ein Tor kurz vor der Halbzeitpause. Einmal mehr ragte der Vettel-Finger in den illuminierten Himmel über der Wüsteninsel, und diesmal war die Bedeutung nicht zu übersehen: Es war der Hinweis, in welchem Cockpit der erste Kandidat für die Herausforderer-Rolle sitzt. "Ich bin sehr stolz auf das, was wir erreicht haben." Zum achten Mal stand er auf dem Podium, es war der vierte Doppelerfolg für Red Bull. Viel wichtiger als die Vize-Weltmeisterschaft in der Vita war das, was in den zwei Wochen nach dem verlorenen Titelchancen in Sao Paulo passiert ist: Aus dem Frust wurde die Lust. "Das war ein Schlag ins Gesicht, das musste ich erstmal verdauen." Seine Taktik sind die Scheuklappen: "Ich habe einfach alles ausgeblendet, was in dieser Saison passiert ist." Ohne fünf Ausfälle wäre er easy Champion geworden, nachdem Button seit fast einem halben Jahr ohne Sieg ist.
VideoEine Runde in Abu Dhabi
VideoWeltmeister Jenson Button
Vettels psychologische Kriegsführung endete nicht mit dem angedrohten Tritt, er wollte den Gegenspieler auch öffentlich zu einer Heirat mit dem Unterwäschemodell Jessica Michibata verführen. Button wusste zunächst nicht, ob Vettels Frage "Ich höre Du willst heiraten?" Spaß oder Ernst war, reagierte aber schlagfertig: "Machst Du mir einen Antrag?" Vettel ließ nicht locker: "Du willst sie nicht heiraten? Liebst Du sie denn nicht...?" Den Kontrahenten war anzumerken, wie viel Anspannung nach einem Achterbahn-Rennjahr von ihnen abgefallen ist. Vier Wochen Ablenkung, viel mehr ist erstmal nicht drin. Dann sind sowohl Vettel wie Button bei den ersten Testfahrten beweispflichtig, dass nicht nur die drastischen Regeländerungen sie nach vorn gespült haben.
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Beide haben eine außergewöhnliche Saison hinter sich. Ihre Teams Brawn-Mercedes und Red Bull Racing werden sich gegen Ferrari und McLaren wehren müssen, den bisherigen Platzhirschen an der Spitze. "Acht Fahrer, die dann um den Titel kämpfen, das wird aufregend", glaubt Jenson Button. "Ich bin ziemlich zuversichtlich, was die Zukunft angeht", sagt Sebastian Vettel, "die Regeln ändern sich vom Nachtankverbot abgesehen kaum, und wir haben in diesem Jahr eine richtig gute Waffe gehabt." Einer der wichtigsten Jobs in der Winterpause wird sein Besuch im mittelenglischen Milton Keynes sein, wo die Red Bull-Rennfabrik steht. Motivations-Training für die Mannschaft. "Die Leute wissen, was sie zu tun haben. Sie arbeiten schon hart am neuen Auto. Wir werden nicht nur dort anknüpfen, wo wir jetzt aufgehört haben. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir noch stärker zurück kommen." Und dann schickt er eine verklausulierte Titelansage hinterher: "Ich hoffe, dass die nächste Saison wieder so aufregend wird wie diese. Vielleicht noch ein bisschen mehr..."
Ergebnisse Das Rennen
ErgebnisseDas Qualifying
Ergebnisse3. freies Training
Ergebnisse 2. freies Training
Ergebnisse1. freies Training
Statistik Welche Nation hat die meisten WM-Titel in der Formel 1?
Quelle: t-online.de
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