05.11.2010, 12:06 Uhr | t-online.de, sid
Timo Glock fährt mit Virgin weit hinterher. (Foto: imago)
Eigentlich sollte sich Timo Glock derzeit mitten im Kampf um den WM-Titel befinden - so sah es einst der Mehrjahresplan von Toyota vor. Der japanische Automobilhersteller ist mittlerweile ausgestiegen und vom Ziel, sich 2010 zum Weltmeister zu krönen, ist Glock soweit entfernt, wie Sao Paulo vom beschaulichen Odenwald, der Heimat des Formel-1-Piloten.
Noch keinen einzigen Zähler konnte sein Team Virgin Racing in dieser Saison für sich verbuchen. Formel-1-Boss Bernie Ecclestone bezeichnete Virgin zusammen mit den ebenfalls punktlosen Teams Lotus und HRT zuletzt als "Krüppel", von denen man sich trennen müsse. Und so muss sich Glock, der als großes Talent gilt, schon mit den ganz kleinen Freuden des Rennfahrer-Alltags zufrieden geben: "Im Rennen oder im Qualifying der Beste der neuen Teams zu sein ist jedes Mal wie ein kleiner Sieg." Vielleicht verleiht man ihm am Ende der Saison ja den Titel "Bester Krüppel des Jahres".
Ecclestones Aussage hat Glock mit Unverständnis und Ablehnung aufgenommen. "Ich habe die Überschrift gesehen und dann beschlossen, den Artikel nicht zu lesen", sagt der 28-Jährige. "Mich würde nur mal interessieren, was Ecclestone über die neuen Teams sagt, wenn zwei oder drei von den Etablierten wegfallen."
2007 kam Glock als amtierender GP2-Champion in die Formel 1, in Budapest 2008 und Singapur 2009 wurde er jeweils Zweiter. Das ist die Vergangenheit, die Gegenwart sieht düster aus. Doch trotz der null Punkte hat sich Glock nichts vorzuwerfen: "Fahrerisch habe ich alles richtig gemacht." Die Qualifying-Bilanz im Duell mit seinem Teamkollegen Lucas di Grassi stützt diese Behauptung: 15:2 für den Deutschen.
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"Es war eine schwierige Saison", sagte Glock, der nach dem Werksausstieg der Japaner mit insgesamt vier Teams verhandelte und trotz gerüchteweise guter Entlohnung möglicherweise aufs falsche Pferd setzte: "Ich wusste, dass es Probleme geben wird, aber mit so vielen habe ich nicht gerechnet."
Der Ärger bei Virgin begann schon in der Vorbereitung, unter anderem mit einem Hydraulik-Problem. "Da haben wir die Chance, in die Top 10 zu fahren, schon vergeigt", sagte der gelernte Gerüstbauer. Im kommenden Jahr soll nun alles anders werden. "Die Entwicklungsrate bei uns ist sehr, sehr steil", sagte Glock. Doch Zweifel bleiben, "denn wir sind in dieser Saison dreieinhalb bis vier Sekunden langsamer. Deshalb starten die anderen von einer ganz anderen Basis und wir müssen uns doppelt so schnell entwickeln, um aufzuholen." Die Frage, ob er 2011 überhaupt bei Virgin fahren wird, beantwortete der Hesse vorsichtig. "Bis jetzt eigentlich schon", sagte er schmunzelnd: "Aber in der Formel 1 weiß man nie."
Quelle: sid , t-online.de
Manne schrieb:
am 5. November 2010 um 18:49:23
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Glock
Das sogenannte Talent wäre auch im anderen Rennstall die Nullnummer.
Nachfolger von Frentzen und Heidfeld.
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