16.02.2010, 12:37 Uhr
Kurzarbeiter Timo Glock will sich endlich Kilometer-Geld verdienen. 16 Runden drehte der Wersauer in seinem neuen Virgin-Auto bislang, auf gerade mal 70,8 Kilometer brachte es Glock. Weniger testete keiner der bislang zum Einsatz gekommenen Stammpiloten.
"Für einen Rennfahrer ist es natürlich immer schwer, wenn er nicht zum Fahren kommt", räumte der 27-Jährige vor den nächsten Tests von Mittwoch bis Samstag ein, die erneut in Jerez stattfinden. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir diese Woche mehr fahren können."
Allerdings verheißen die Wetterprognosen für die Proberunden in Andalusien nichts Gutes. Regen jeden Tag und Temperaturen unter 20 Grad - ein Härtetest für den heißen WM-Auftakt in der Wüste von Bahrain sieht anders aus. Schon in der vergangenen Woche hatte schlechtes Wetter die Fahrer einige Male ausgebremst. Bei Glocks Auto kam ein Defekt hinzu: Der Frontflügel löste sich, Ersatzteile mussten erst beschafft werden, die Zwangspause war besiegelt.
Glock beruhigt. Die anfänglichen Schwierigkeiten seien für ihn "im Bereich des Normalen". Im Gegensatz zu den anderen drei neuen Teams Lotus, Campos und USF1 nahm Virgin wenigstens an den Tests teil. "Die Tatsache, dass wir es als erstes der neuen Teams geschafft haben, das Auto auf die Strecke zu bringen, zeigt dass wir ein fähiges Team zusammen haben", sagte Glock, der nach dem Aus von Toyota bei Virgin angeheuert hatte.
Während aber auch für Virgin und Glock die ersten Rennen eher Test denn Grand Prix sein werden, schätzt er die Kräfteverhältnisse zur Halbzeit des Probemonats wie seine deutschen Kollegen Michael Schumacher und Sebastian Vettel ein. "Klar ist für mich, dass sowohl Mercedes als auch McLaren, natürlich Red Bull und Ferrari vorne mitfahren", sagte Glock. Vettel betonte allerdings im Magazin "Motorsport Aktuell": "Man darf nicht vergessen, dass die Wetter- und Streckenbedingungen in Jerez das ganze Bild zusätzlich verzerren."
Als Kilometerfresser erwies sich dabei bislang Ferrari. 802 Runden absolvierten der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien und sein brasilianischer Teamkollege Felipe Massa. Vettel hat auch schon einen "kleinen Vorteil" für die Scuderia im sich bislang andeutenden Vierkampf ausgemacht. Rekordweltmeister Michael Schumacher sagte mit Blick auf den WM-Auftakt: "Wie immer in dieser Phase vor der Saison kann noch eine ganze Menge passieren. Ich denke, erst beim Saisonstart werden wir wirklich klüger sein."
Den Hype um den Rückkehrer sieht Vizeweltmeister und Red-Bull-Star Vettel übrigens "ganz gelassen. Dadurch hab ich ein wenig mehr Ruhe." Er habe auch "kein Mitleid oder Mitgefühl" mit Schumachers Teamkollegen Nico Rosberg, der im Schatten des siebenmaligen Weltmeisters steht.
Quelle: dpa
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