30.01.2011, 15:52 Uhr | dpa
Franck Ribérys Zukunft in der Nationalmannschaft ist ungewiss. (Foto: imago)
Franck Ribéry und das Fiasko bei der WM 2010 sorgen in Frankreich weiter für Zündstoff. Nachdem sich Sportministerin Chantal Jouanno energisch gegen ein Comeback des Bayern-Stars sowie von WM-Kapitän Patrice Evra in der französischen Nationalmannschaft ausgesprochen hatte, ließen die Konter nicht auf sich warten. Sowohl FFF-Verbandspräsident Fernand Duchaussoy als auch die Spielergewerkschaft UNFP und der Präsident der Profiliga LFP, Frédéric Thiriez, nahmen die Profis am Wochenende in Schutz.
"Jeder hat das Recht auf eine zweite Chance, wenn er seine Strafe verbüßt hat", sagte Duchaussoy der Sportzeitung "L'Équipe". Er selbst könne niemanden lebenslang sperren. Auch die UNFP betonte, die Profis hätten ihre "Schuld gegenüber der Gesellschaft beglichen". Thiriez meinte, es sei "überhaupt nicht normal", wenn sich eine Ministerin in Probleme des Sports einmische.
Frankreich war bei der WM nach der Vorrunde sieglos ausgeschieden. Höhepunkt der Blamage war der Trainingsstreik, mit dem die Spieler gegen den Ausschluss von Stürmer Nicolas Anelka protestierten, nachdem der Chelsea-Profi den damaligen Trainer Raymond Domenech wüst beschimpft hatte. Ribéry und Evra galten als Anführer des Aufstands. Neben Anelka (18), Evra (5) und Jérémy Toulalan (1) war der momentan verletzte Bayern-Kicker vom FFF mit einer Länderspielsperre von drei Begegnungen belegt worden.
Jouanno hatte erklärt, eine Rückkehr von Ribéry und Evra zur Nationalmannschaft "wäre nicht akzeptabel. Man kann nicht Schande über Frankreich bringen und dann wieder in der französischen Mannschaft spielen wollen", sagte sie. Mit ihrer Forderung steht die Ministerin nicht allein da. Erst im Dezember hatte UEFA-Präsident Michel Platini die Anführer des Trainingsstreiks als "Nieten" und "Blödmänner" bezeichnet, die er lebenslang sperren würde.
Am Donnerstag gibt Nationaltrainer Laurent Blanc den Kader für das Freundschaftsspiel gegen Brasilien am 9. Februar in Paris bekannt. Evra könnte theoretisch erstmals wieder berufen werden. Ribéry hat seine Strafe schon länger abgebüßt, muss aber wegen einer Bänderzerrung im linken Knie länger pausieren. Das Auswahl-Comeback des 27-Jährigen war im Herbst an einem Bänderriss im linken Sprunggelenk gescheitert.
Quelle: dpa
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