06.04.2009, 17:38 Uhr
Wurde in seiner Vergangenheit angeblich von DDR-Offiziellen ohne sein Wissen gedopt: Frank Luck. (Foto: imago)Nach den Vorwürfen gegen Bundestrainer Frank Ullrich gibt es neue Erkenntnisse zur dopingverseuchten Vergangenheit des Biathlon-Sports. Frank Luck hat in der WDR-Sendung "sport inside" zugegeben, in der DDR gedopt worden zu sein. Dies sei allerdings ohne Wissen des 2004 zurückgetretenen mehrmalige Weltmeisters geschehen.
"Man hat mir bei einer Aussage beim Landeskriminalamtes Thüringen 1994 Substanzen vorgelegt und gefragt, ob ich mit denen in Berührung gekommen sei. Da habe ich es dann gemerkt", sagte Luck. Bei den Substanzen handelte es sich laut des LKA-Protokolls, das dem Sender vorliegt, um blaue und gelbe Oral-Turinabol-Pillen.
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Luck sei damals davon ausgegangen, dass es sich um keine verbotenen Substanzen handelte. "Ich dachte, die sind zur besseren Regeneration oder was auch immer man uns da vorgegaukelt hatte", sagte der 41-Jährige. Er finde es zudem nicht glücklich, dass 20 Jahre später alles noch einmal aufgerollt werde. Erst bei der Vernehmung durch das LKA Thüringen sei ihm damals richtig bewusst geworden, was ihm verabreicht wurde. "Da hätte ich wahrscheinlich dann wirklich ein Problem damit gehabt, wenn ich mit den Leuten dann auch noch nach der Wende oder sprich nach 1989 zusammenarbeiten müsste", sagte Luck.
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Der heutige TV-Kommentator beendete 2004 seine aktive Laufbahn. Mit elf Titeln ist der Thüringer der erfolgreichste deutsche WM-Biathlet aller Zeiten. Erst bei der vergangenen WM in Pyeongchang/Südkorea war Luck vom Norweger Ole Einar Björndalen (14 Gold) als erfolgreichster WM-Skijäger aller Zeiten abgelöst worden. Bei den Olympischen Spielen in Lillehammer 1994 und Nagano 1998 holte er jeweils Gold mit der Staffel, im Einzel reichte es in Lillehammar und 2002 in Salt Lake City zu Silber.
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Der Oberhofer Luck gehörte bei den Olympischen Spielen 1988 in Calgary neben Jürgen Wirth zum Aufgebot der DDR. Wirth hatte behauptet, dass auch der aktuelle Bundestrainer Frank Ullrich von den damaligen Doping-Praktiken wusste und diese überwachte. Ullrich bestreitet die Vorwürfe, eine Untersuchungskommission soll nun für Klarheit sorgen. Ullrichs eigentlich für diese Woche anberaumte Aussage vor der Kommission verschiebt sich allerdings auf den Mai. "Momentan ist er zwei Wochen im Urlaub und die Kommission beschäftigt sich erst eingehend mit den Unterlagen. Im April passiert da nichts mehr", sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach.
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Quelle: t-online.de , sid , dpa
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