31.10.2010, 17:03 Uhr | dpa
Für Sternstunden in der Geschichte des Frankfurt-Marathons haben der Kenianer Wilson Kipsang und seine Landsfrau Caroline Kilel gesorgt. Der 28-jährige Kipsang pulverisierte im Alleingang die Bestmarke seines Landsmannes Gilbert Kirwa (2:06:14 Stunden) aus dem Vorjahr, stürmte in 2:04:57 Stunden auf den achten Platz der ewigen Weltbestenliste und kassierte für seinen Erfolg 95.000 Euro Preisgeld. Seit seinem Sieg beim Paris-Marathon stand seine Bestzeit bei 2:07:10 Stunden. "Ich will persönliche Bestzeit laufen, unter dem Kursrekord bleiben und ein Ergebnis von unter 2:06 Stunden erreichen", hatte Kipsang vor dem Rennen gesagt - und hielt eindrucksvoll Wort. Nur eine knappe Minute fehlte zum Weltrekord von Haile Gebrselassie.
Die gleichaltrige Kilel knackte in 2:23:25 Stunden in überragender Manier den alten Streckenrekord der Russin Alewtina Biktimirowa aus dem Jahr 2005 (2:25:12). Die Kenianerin konnte sich in der Endphase von ihren Konkurrentinnen absetzen und stürmte mit einem Lächeln vor rund 13.000 Zuschauern über den Roten Teppich in der Frankfurter Festhalle. 15.000 Euro war ihr Sieg wert, für den Streckenrekord kamen noch einmal 25.000 Euro hinzu, auch wenn er international nicht ganz so hochklassig war wie das Männer-Resultat. Neben Kilel blieben in der Zweitplatzierten Dire Tune (Äthiopien/2:23:44), Agnes Kiprop (Kenia/2:24:07) und der Schwedin Isabellah Andersson (2:25:10) drei weitere Athletinnen unter der alten Bestmarke.
Rund um den Globus gab es 2010 bei den Männern nur zwei bessere Ergebnisse als das von Frankfurt. Die Strecke in der hessischen Bankenmetropole habe das Zeug zum Weltrekordkurs, meinte 5000-Meter-Olympiasieger Dieter Baumann. Zweiter bei bestem Lauf-Wetter wurde der Äthiopier Tadese Tola, der an seinem 23. Geburtstag die seit acht Jahren andauernde Siegesserie kenianischer Läufer nicht stoppen konnte. In 2:06:30 Stunden blieb er elf Sekunden unter seiner Bestmarke. Platz drei ging an den Kenianer Elias Chelimo in 2:07:04 Stunden. Deutsche Läufer spielten erwartungsgemäß keine Rolle. Bester war Falk Cierpinski, der in 2:20:43 Stunden den 31. Platz belegte.
Die Anziehungskraft des Langstreckenlaufs ist nicht nur in Frankfurt ungebrochen. 12.475 Läuferinnen und Läufer sorgten am Main für das zweitbeste Teilnehmerfeld in der Geschichte von Deutschlands ältestem Stadt-Marathon in einem historischen Jahr. Denn gefeiert wird 2010 das 2500. Jubiläum der Traditionsstrecke. In Griechenland machten sich deshalb fast genauso viele Athleten von Athen nach Marathon auf. Die Streckenlänge von exakt 42,195 Kilometern gibt es übrigens erst seit 1908. Weil bei den Olympischen Spielen in Großbritannien der Startschuss direkt vor dem Königshaus am Schloss Windsor erfolgen musste, wurde die Strecke verlängert. Doch erst 1921 wurden die 42,195 Kilometer offiziell.
Quelle: dpa
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