08.09.2010, 17:12 Uhr | dpa
Homosexualität im Fußball: Noch immer ein Tabu-Thema. (Foto: imago)
Gleichberechtigung? Fehlanzeige: Die Verbannung eines homosexuellen Fußballspielers aus dem Team eines Amateur-Vereins lässt derzeit in Frankreich die Wellen der Empörung hochschlagen. Die Schwulen-Organisation "Paris Foot Gay" (PFG) beantragte beim Nationalverband FPF in Paris deshalb die Bestrafung des dafür verantwortlichen Vereins FC Chooz. Der Klub aus der kleinen Gemeinde an der Grenze zu Belgien hatte Abwehrspieler Yoann Lemaire vor wenigen Tagen nach 14-jähriger Klubzugehörigkeit vom Spielbetrieb ausgeschlossen, weil der Abwehrmann homosexuell ist.
"Ich wollte doch nur mit meinen Freunden Fußball spielen", sagte Lemaire, der als erster bekennender homosexueller Spieler Frankreichs bekannt wurde und bereits ein Buch zum Thema veröffentlicht hat. Die FPF-Ethik-Kommission müsse der Fußballwelt nun zeigen, dass Homophobie "genau so schlimm ist wie Rassismus oder Antisemitismus", forderte PFG.
Auch Sport-Staatssekretärin Rama Yade hatte sich zuvor für Maßnahmen gegen Chooz ausgesprochen. Der Verein entgegnete, man habe den verbannten Spieler vor Problemen mit seinen bisherigen Teamkameraden schützen wollen. Einige Spieler von Chooz hatten sich tatsächlich bei TV-Interviews im vergangenen Jahr negativ über Homosexualität geäußert.
Zuletzt hatte es Differenzen zwischen ihm und dem Verband wegen der Absetzung von John Terry als Kapitän der Nationalmannschaft gegeben. zum Video
Der betroffene Spieler erklärte, er sei von der Entscheidung des Vereins "tief getroffen". Der 28-Jährige fügte an, er habe noch nicht entschieden, ob er gerichtliche Schritte einleiten solle. "Wozu soll das gut sein? Ich will aber, dass die Ministerien, der Verband und Paris Foot Gay gemeinsam die Homophobie bekämpfen", sagte Lemaire.
Homosexualität ist nicht nur im französischen Fußball immer noch ein Tabu. "Paris Foot Gay" stellt nach eigenen Angaben die erste Mannschaft auf, in der homo- und heterosexuelle Spieler offiziell in einem Team spielen. Die Organisation kämpft offen gegen Diskriminierung von Schwulen und erstellte eine Charta gegen Homophobie, die bislang nur von wenigen Ligue-1-Klubs (darunter Paris Saint-Germain, AJ Auxerre und OGC Nizza) unterzeichnet wurde.
Verrückte Meldungen, kuriose Videos, skurrile Sport-Fakten - Dr. Reif-Ranicki hält Dich bei Facebook auf dem Laufenden. zur Facebook-Seite des Sportkollegs
Quelle: dpa
Khedira28 schrieb:
am 8. September 2010 um 21:45:19
(0)
(0)
Frankreich: schwuler Spieler verbannt.
Das darf doch einfach nicht wahr sein. Gerade eine Sportart wie Fussball, die weltweit das breiteste
Massenspektrum hat, sollte von derartigen Stumpfsinnigkeiten befreit sein. Da wird vor jedem Länderspiel von Toleranz und Gleichberechtigung geredet, und es gibt immernoch irgendwelche Schwachköpfe, die scheinbar nicht in der Lage sind über ihren eigenen Horizont hinaus zu schauen. Ich als hetero hätte kein Problem damit mit einem homosexuellen Mannschaftskameraden
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Sechs Flaschen 2006er Domaine la Casenove + vier Gläser für 39,- € statt 78,30 €. von Hawesko
Zwei Qualitätshemden Ihrer Wahl für nur 50,- € : 5 Jahre Garantie und Retoure kostenlos. zum Special
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr
Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires: Voll gepackt mit guten Preisen von koffer-direkt.de.
Tore, Highlights und aktuelle Nachrichten aus der italienischen Serie A. zu den Videos
Dieses griechische Stadion versinkt im bengalischen Feuer. zum Video