Aufgezeichnet von Arne Henkes
Rolfes (li.) und Löw (Foto: imago)Kommt die EM vielleicht etwas zu früh?
Das kann man immer erst im Turnier sagen. Wie gehen z.B. einzelne Spieler mit dem Druck um? Vor allem dann, wenn sie einen Fehler machen oder man in Rückstand gerät. Klar ist, wenn man bei der EM durchkommen möchte, muss die Mannschaft auf einem ganz hohen Niveau spielen. Jeder Spieler muss absolut an seine Leistungsgrenze gehen. Wenn man ein, zwei Ausfälle während eines Turniers hat, wird man nichts gewinnen. Bei der WM konnte man sich ein bisschen in das Turnier einfinden und somit einspielen. Diese Zeit gibt es bei einer EM nicht. Es geht von Beginn an die Grenze und jede kleine Schwächephase wird gnadenlos bestraft.
LänderspieltermineDFB-Team testet gegen Weißrussland und Serbien
Im ÜberblickDer Spielplan der EURO 2008
Die EM selbst durchspielen Interaktiver Spielplan
Eine tolle Leistung bot die DFB-Elf beim 2:1-Erfolg gegen die Tschechische Republik in Prag. Ist dieses Match der Maßstab für die Spiele bei der EM 2008?
Das Spiel in Prag war sicher auf einem guten Niveau, obwohl wir da auch noch Ansätze gesehen haben, was man noch verbessern kann…
Bei der WM wurde die Mannschaft von der Euphorie getragen, das dürfte bei der EM nicht so stark der Fall sein. Wie kann man diesen Nachteil kompensieren?
Es gibt immer eine besondere Energie, wenn man als Gastgeber von der ganzen Nation unterstützt wird. Wir hatten aber Spiele in Tschechien, der Slowakei und England, da waren auch keine eigenen Zuschauer da und da hat die Mannschaft auch bestanden.
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EM-AuslosungDeutschland im Losglück
Waren Sie überrascht, wie wenig Kredit die Mannschaft sich erspielt hat? Beim Spiel gegen Zypern haben die Zuschauer schnell gepfiffen…
Wo es Beifall gibt, da gibt es auch Pfiffe, damit muss man leben. Einige von den jungen Spielern sind nicht in der Lage, in diesen Situationen wie Michael Ballack oder Torsten Frings zu reagieren. Das kann man von ihnen aber auch gar nicht erwarten. Man wünscht sich als Trainer natürlich, dass in solchen Situationen mehr Unterstützung kommt, man muss aber auch akzeptieren, wenn die Leute unzufrieden sind…
Die Gegner des DFB-Teams im Porträt:
Österreich Ungeliebte Gastgeber
Kroatien Team Bundesliga II
Polen Die Debütanten
Wie schätzen Sie die deutschen Gruppengegner ein?
Polen hat eine sehr gute Qualifikation gespielt. Wer Portugal hinter sich lässt, der muss schon eine gute Mannschaft haben. Leo Beenhakker ist schon ein Trainerfuchs, der in vielen Bereichen Erfahrung hat.
Die Kroaten haben nicht mehr so bekannte Spieler wie zum Beispiel Davor Suker, aber sie sind unberechenbar. Viele Spieler sind in den ausländischen Topligen aktiv. Sie sind vor allem dann, wenn es gut läuft und sie in Führung gegangen sind, kaum zu bezwingen. Fußballerisch sind sie sehr gut und enorm selbstbewusst.
Die Österreicher werden ähnlich wie wir bei der WM getragen von einer Euphoriewelle. Diese Spieler können zur Legende werden. Die Spieler, die 1978 gegen Deutschland gewonnen haben, sind heute noch lebende Legenden und allerorts präsent. Das darf man nicht unterschätzen. Die werden um ihr Leben rennen und bis an die Schmerzgrenze und darüber hinausgehen, um gegen Deutschland zu bestehen und vielleicht sogar weiterzukommen.
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Quelle: t-online.de
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