03.10.2009, 08:34 Uhr
Sebastian Vettel beherrscht in seinem Red Bull den Kurs von Suzuka. (Foto: dpa)Überschattet vom schweren Unfall seines Landsmanns Timo Glock hat sich Red-Bull-Star Sebastian Vettel die Pole Position für den drittletzten Saisonlauf erkämpft und seine letzten Hoffnungen auf den WM-Titel gewahrt. Der Heppenheimer sicherte sich in 1:32,160 Minuten im entscheidenden dritten Durchgang die Top-Startposition für den Großen Preis von Japan (Sonntag ab 6.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker).
"Das Auto lief fantastisch. Ich bin sehr glücklich", sagte der 22-Jährige. WM-Spitzenreiter Jenson Button, auf den Vettel 25 Punkte aufholen muss, wurde nach der Chaos-Qualifikation von den Rennkommissaren um fünf Startplätze nach hinten versetzt. Verurteilt wurden auch der WM-Zweite, Rubens Barrichello, Adrian Sutil sowie Fernando Alonso und Sébastian Buemi. Glock entkam seinem demolierten Toyota mit einer tiefen Schnittwunde am Bein und Rückenschmerzen glimpflich. Der 27-Jährige startet womöglich sogar ins Rennen.
Foto-Serie Glocks schwerer Crash in Suzuka
GesundheitszustandGlock hofft auf Renneinsatz
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"Das Wichtigste ist, dass es Timo gut geht. Unser Auto lief fantastisch, ich bin sehr glücklich", sagte Vettel, der in 1:32,160 Minuten den Italiener Jarno Trulli und den Engländer Lewis Hamilton auf die Plätze zwei und drei verwies. Starker Vierter wurde ursprünglich Force-India-Pilot Sutil, vor dem WM-Zweiten Barrichello. Nick Heidfeld schaffte es im BMW-Sauber auf Platz sechs. Kurz nach Ende der Qualifikation leiteten die Rennkommissare jedoch eine Untersuchung gegen mehrere Piloten ein, weil diese unter gelber Flagge ihre schnellsten Runden gedreht hatten. Button muss daher von Platz zwölf starten. Damit sinken seine Chancen, schon am Sonntag den Titelgewinn perfekt zu machen, beträchtlich. Sutil rückt von Rang vier auf Rang neun.
Der leicht verletzte Toyota-Pilot Glock käme nach dem Wechsel seines Chassis' aus der Boxengasse, so er mitfährt. Im zweiten Abschnitt der Qualifikation versagte in der Zielkurve offenbar die Lenkung des Wersauers, der in hohem Tempo in einen Reifenstapel rauschte. "Das sah echt beängstigend aus", meinte Vettel. Toyota-Teamchef John Howett betonte jedoch, es habe kein technisches Problem gegeben. "Man kann in der Zeitlupe sehen, dass er das Lenkrad nicht bewegt hat. Es war nichts defekt am Auto."
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Minutenlang wurde Glock behandelt, ehe er mit dem Krankenwagen ins Strecken-Hospital gebracht wurde. Auf der Trage winkte der Hesse und hob den Daumen. Nach Angaben des Internationalen Automobilverbands FIA befand sich der 27-Jährige, der wegen einer fiebrigen Erkältung das Freitagstraining verpasst hatte, "in einem generell guten Zustand". Er klagte allerdings über Rückenschmerzen und hatte sich eine Schnittwunde am linken Bein zugezogen.
Insgesamt drei Mal musste die Qualifikation auf dem Suzuka Circuit wegen Unfällen unterbrochen werden, nachdem schon beim Abschlusstraining am Vormittag Vettels Teamgefährte Mark Webber in Kurve 9 abgeflogen war. Gleich zwei Mal verlor der Schweizer Sébastien Buemi die Kontrolle über seinen Toro Rosso. Auch sein spanischer Teamkollege Jaime Alguersuari verunglückte in Kurve 9. "Dort gibt es keinen Raum für Fehler", erklärte McLaren-Mercedes-Star Hamilton, dessen Silberpfeil-Kollege Heikki Kovalainen nach einem Crash den dritten Qualifikations-Durchgang verpasste.
"Das waren teilweise wirklich heftige Unfälle", urteilte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Es ist Wahnsinn heute", meinte Nico Rosberg, der nicht über Platz elf hinausgekommen war. "Es ist eine sehr schnell Strecke, es geht hart auf die Autos. Es ist natürlich eine sehr, sehr gefährliche Strecke", erklärte der Williams-Fahrer.
Vettel ließ sich aber nicht beirren. "Sebastian hat einen brillanten Job gemacht", lobte Teamchef Christian Horner den Heppenheimer. "Seit Singapur sind wir zu alter Stärke zurückgekehrt. Das war ein guter Tag", sagte Vettel. Für ihn ist es die fünfte Pole seiner Karriere, die vierte in dieser Saison. Damit schöpfte der Jungspund noch einmal Hoffnung im eigentlich schon verlorenen Titelkampf. 25 Punkte muss er in den letzten drei Saisonrennen auf Button aufholen. "Wir können unsere Chance noch immer am Leben halten", meinte Vettel.
Ergebnisse Die Startaufstellung für das Rennen in Suzuka
Ergebnisse Das Qualifying in Suzuka
Ergebnisse Das 3. freie Training in Suzuka
Ergebnisse Das 2. freie Training in Suzuka
Ergebnisse Das 1. freie Training in Suzuka
Dennoch kann der Engländer Button auch bei einem Sieg seines deutschen Konkurrenten am Sonntag Champion werden, wenn er mindestens fünf Punkte mehr holt als sein Brawn-Teamkollege Barrichello. In der WM-Gesamtwertung führt der 29-Jährige mit 84 Zählern vor dem Brasilianer (69). Vettel hat 59 Punkte auf dem Konto.
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Quelle: dpa
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