09.10.2011, 20:14 Uhr
Petr Stochl, die Nummer zwei im Berliner Tor, jubelt über den Sieg gegen Kielce. (Quelle: dapd)
Jubel in der Hauptstadt, Frust in Kiel: Während die Füchse Berlin in der Max-Schmeling-Halle den achtfachen polnischen Handball-Meister KS Kielce 30:27 (14:15) schlugen, musste sich der THW Kiel Frankreichs Spitzenklub Montpellier HB zuhause mit 23:24 (14:10) geschlagen geben.
Die Berliner legten dank des Erfolgs gegen den neunfachen Champions-League-Teilnehmer aus Polen eine Woche nach dem überraschenden 31:31 beim russischen Meister Medwedi Tschechow einen Top-Start hin. Die Kieler hingegen beginnen die Königklassen-Saison mit einem Sieg und einer Niederlage. "In der ersten Hälfte haben wir sehr gut gespielt. Aber in den zweiten 30 Minuten haben wir gar nicht zu unserem Spiel gefunden", sagte Kiels Torhüter Thierry Omeyer dem Sender Eurosport.
Mit dem ehemaligen Kieler Star Karabatic wollte der wohl ärgste THW-Rivale in der Gruppe ein Zeichen setzen. "Wir können alle Top-Mannschaften schlagen", kündigte der französische Nationalspieler vor der Partie beim deutschen Rekordmeister an - und ließ mit seinem Team Taten folgen. In der hochklassigen Partie vor knapp 10.250 Zuschauern lieferten sich beide Mannschaften ein Duell auf Augenhöhe. Dank seines starken Rückhalts Omeyer konnten sich die Kieler früh auf zwei Tore absetzen und den Abstand bis zur Halbzeit sogar auf vier Treffer erhöhen.
In den zweiten 30 Minuten fanden die französischen Gäste aber besser in die Partie, insbesondere Karabatic ließ seine Klasse häufiger aufblitzen. 15 Minuten vor Schluss ging Montpellier sogar in Führung. Kiel rannte bis zum Schluss einem Ein-Tore-Rückstand hinterher, nach dem Ausgleich eine Minute vor dem Ende kassierte der THW 30 Sekunden vor dem Abpfiff den entscheidenden Gegentreffer.
In Berlin sah es zu Beginn der Partie gar nicht nach einem Handball-Fest der Füchse aus. Die Gastgeber taten sich sehr schwer mit der variablen Kielcer Offensive. Insbesondere der polnische Nationalspieler Daniel Zoltak bereitete der Berliner Abwehr große Probleme. Im Angriff wiederum konnten sich die Rückraumschützen des Neulings um den spanischen Superstar Iker Romero nur selten in Szene setzen. "Vielleicht waren wir ein wenig zu nervös", sagte Berlins Kreisläufer Torsten Laen. "Aber wir haben wie immer super gekämpft und am Ende dann auch verdient gewonnen."
Über 6:4 setzten sich die Gäste bis zur 18. Minute aber zunächst auf 11:7 ab. Doch danach legten die Füchse ihre Zurückhaltung ab. Dank einer Leistungssteigerung in der Abwehr und von Nationaltorhüter Silvio Heinevetter verkürzten die Berliner der Abstand zur Pause auf 14:15.
In der zweiten Hälfte lieferten sich beide Teams lange einen offenen Schlagabtausch. In der Schlussphase aber drehten die Gastgeber angeführt vom immer stärker aufspielenden Alexander Petersson und dem im Tor eingewechselten Petr Stochl auf und brachten den knappen Drei-Tore-Vorsprung ins Ziel.
Quelle: sid
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