20.01.2010, 19:18 Uhr
Deutschlands Michael Kraus setzt zum Wurf an. (Foto: Reuters)Mit einem unvergleichlichen Kraftakt haben die deutschen Handballer bei der EM in Österreich im ersten Endspiel um den Einzug in die Hauptrunde ein Remis erkämpft. Nach bereits sieben Toren Rückstand schaffte der WM-Fünfte in Innsbruck gegen Slowenien noch ein 34:34 (11:16). Damit kommt es am Freitag zu einem "Endspiel" um den Hauptrunden-Einzug gegen Schweden.
Durch den mit Leidenschaft und riesiger Moral erarbeiteten Punkt kann sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) weiter Hoffnungen auf die angestrebte Hauptrunde machen. "Es ist ein kleines Wunder, dass wir ein Unentschieden geschafft haben", sagte Bundestrainer Heiner Brand erleichtert.
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Im dritten Spiel trifft der EM-Vierte am Freitag (ab 18 Uhr im Live-Ticker) auf Schweden, das durch das 24:27 (14:15) gegen Polen auch seine zweite Partie verlor. Dadurch langt der deutschen Mannschaft, die zum Auftakt in der Vorrundengruppe C ebenfalls gegen die Polen (25:27) verloren hatte, bereits ein Unentschieden gegen die Skandinavier zum Weiterkommen. Bester DHB-Werfer gegen Slowenien war Christoph Theuerkauf, der mit seinem siebten Treffer in der 59. Minute den Punktgewinn sicherstellte.
Die deutsche Mannschaft erwischte einen Fehlstart wie selten. Dem EM-Vierten gelang nichts. Das Team um Spielmacher Michael Kraus agierte nervös und fahrig. Haarsträubende Fehler prägten das deutsche Spiel. Vor dem slowenischen Tor wurden selbst gut herausgespielte Torchancen kläglich vergeben. Bundestrainer Brand nahm schon nach neun Minuten beim Stand von 0:4 eine Auszeit, um seine Akteure zu mehr Konzentration zu ermahnen.
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Doch wie am Vortag besserte sich der Auftritt des WM-Fünften nicht. Holger Glandorf beendete mit seinem Treffer zum 1:4 (10.) zwar die Torflaute, konnte seinem Team damit aber keine Initialzündung geben. Statt den Rückstand aufzuholen, verlor das DHB-Team immer weiter an Anschluss. Mit leichten Treffern gegen die ungewohnt löchrige deutsche Abwehr und Kontertoren zog Slowenien davon. Den 3:10-Rückstand (18.) registrierten die deutschen Fans mit versteinerten Mienen.
An der Seitenlinie gestikulierte Heiner Brand wie wild, besprach sich immer wieder mit seinem Co-Trainer Martin Heuberger und schien doch keine Lösung für das katastrophale Offensiv-Spiel zu finden. Lediglich die Glanzparaden von Torhüter Johannes Bitter gaben Anlass zur Hoffnung, dass das DHB-Team doch noch ins Spiel finden könnte. Doch bis zur Pause konnte der EM-Vierte lediglich um zwei Tore auf 11:16 verkürzen.
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Nach Wiederanpfiff keimte neue Hoffnung auf eine Aufholjagd auf, als der agile Kreisläufer Theuerkauf auf 13:17 (32.) verkürzte. Danach kehrte die lang vermisste Leidenschaft ins deutsche Team zurück. Angetrieben von wieder lautstarken Anhängern kam der WM-Fünfte durch zwei Tore von Spielmacher Michael Haaß, der wiederum weit mehr Einsatzzeiten als der um seine Form ringende Kraus hatte, auf 24:26 (45.) heran und durch den überragenden Theuerkauf auch noch zum Ausgleich.
Nicht zum Einsatz kam Christian Schöne. Der Rechtsaußen war wenige Stunden vor der Partie gegen Slowenien zur deutschen Mannschaft gestoßen. Der 28-Jährige soll Stefan Schröder ersetzen. Der Hamburger hatte bei der 25:27-Niederlage gegen Polen einen Riss im Trommelfell des linken Ohrs erlitten und war noch am Abend im Uni-Krankenhaus operiert worden. Am Mittwochmorgen hatte er mit dem Zug die Heimreise nach Hamburg angetreten. Schröder darf zwei Wochen lang keinen Sport treiben.
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Quelle: dpa
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