06.02.2012, 12:01 Uhr
Nationalkeeper Heinevetter fordert weiterhin den Rücktritt von Verbandsboss Strombach. (Quelle: imago)
Manager Heiner Brand und Bundestrainer Martin Heuberger haben Silvio Heinevetter für dessen harte Kritik an Ulrich Strombach getadelt, doch der Nationaltorhüter forderte davon unbeeindruckt erneut den Rücktritt des Verbandspräsidenten. Unterstützung erhielt der Schlussmann der Füchse Berlin von Nationalmannschafts-Kollege Oliver Roggisch und Ex-Spieler Stefan Kretzschmar, während die Verbandsspitze von einer Strafe weiterhin absieht.
"Das Thema wird totgeschwiegen", sagte Heinevetter nach der 32:36 (18:18) des EM-Siebten beim Allstar-Game in Leipzig gegen eine Bundesliga-Auswahl. Dafür nahmen sich Brand und Heuberger den extrovertierten Torhüter zur Brust. "Ein Spieler hat kein Recht, so über einen Präsidenten zu reden. Er sollte erstmal selbstkritisch mit sich und seiner Leistung sein", sagte Brand.
Heinevetter hat seinen Humor nach der EM-Pleite nicht verloren. Video
Auch Brands Nachfolger als Bundestrainer rief Heinevetter in einem Vier-Augen-Gespräch zur Ordnung. "Ein Spieler sollte sich auf die sportliche Seite konzentrieren. Wir brauchen keine Nebenkriegsschauplätze", sagte Heuberger nach dem Spaßspiel in der ausverkauften Arena Leipzig. Brand stellte sich zudem schützend vor DHB-Präsident Strombach. "Das ist nicht die richtige Art, so vorzugehen, und es ist auch inhaltlich nicht in Ordnung", sagte der Weltmeistercoach von 2007.
Heinevetter lässt sich derweil von diesen Aussagen nicht beeindrucken und griff Strombach, der aufgrund einer starken Erkältung in Leipzig nicht vor Ort war, erneut scharf an. "Ich hoffe, dass sich etwas ändern wird, im Sinne des Handballs. Wenn es schon intern nicht klappt, wie soll es dann nach außen klappen?", fragte der Torhüter provokant.
Bisher blieben Heinevetters Aussagen ohne Sanktionen, worüber auch der Torhüter selber verwundert ist. "Es gab komischerweise keine Reaktion gegen mich, ich habe überhaupt keinen Gegenwind bekommen. Und das ist natürlich schon ein bisschen komisch. Das ist auch irgendwie traurig oder ein Eingeständnis, ich weiß es nicht", sagte der 27-Jährige bei "Sport1".
Heinevetter scheint nicht der einzige Nationalspieler zu sein, der mit Strombachs Amtsführung unzufrieden ist. "Silvio hat das formuliert, was so ein bisschen in der ganzen Mannschaft drinsteckt. Wer Silvio kennt, weiß, dass er es manchmal etwas direkter sagt als manch anderer, aber im Grundsatz stimmen viele Dinge", sagte Oliver Roggisch.
Der Abwehrchef von den Rhein-Neckar Löwen fügte mit Blick auf die erstmalig verpasste Qualifikation für die Olympischen Spiele hinzu: "Es ist einfach schade, weil wir als Mannschaft einfach sehr gut funktionieren und wir sehr schön miteinander umgehen und viel Spaß haben. Da sollten alle Leute im Umfeld mit dazu gehören. Das war in der Vergangenheit nicht so, ich hoffe, dass wir das geändert bekommen."
Auch Ex-Nationalspieler Kretzschmar stellte sich auf die Seite der Spieler. "Die Kritik ist berechtigt. Wir reden immer von Umbruch und Verjüngung der Mannschaft, aber wir sprechen im Prinzip nicht darüber, dass die Verantwortlichen in vorderster Front ebenfalls einen Verjüngungsprozess mit sich lassen machen müssen", sagte der Olympiazweite von 2004. Die Amtszeit des Gummersbachers Strombach endet 2013, und Kretzschmar hat sich schon Gedanken über einen passenden Nachfolger gemacht.
"Heiner Brand wäre so ein Gesicht für den deutschen Handball. Aber auch Bob Hanning, der 24 Stunden für den Handball da ist. Solche Leute brauchen wir im Zuge der Professionalisierung. Und da ist noch ein Andreas Thiel. Der ist unkorrumpierbar, was ja nicht unwichtig ist."
Quelle: sid
Conny schrieb:
am 5. Februar 2012 um 18:36:57
(34)
(3)
Heinevetter kritisiert Strombac
@Michael
Hallo Herr Diktator,
Leute wie Herr Strombach und Sie sind hundert Jahre zu spät geboren.
Schon mal
was von Demokratie und Mitspracherecht gehört ??????????
Was steht einem Spieler zu ? Leistung bringen , und Maul halten ??????
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Heinrich schrieb:
am 5. Februar 2012 um 17:48:47
(46)
(3)
Heinevetter
@Michael 14:04:20
wäre Heinevetter nicht gewesen wäre die Manschaft schon früher weg gewesen.
Auf jedem Fall haben die Spieler
das Recht ihre Meinung zu sagen.
Maulkörbe werden in Diktaturen den Menschen verpasst.
Bis jetzt sonnen sich die Funktionäre und stellen sich im Vordergrund bei Erfolgen.Bei Misserfolgen verdrücken sie sich und die Schuldigen sind die Sportler.
Ich finde es gut das diese Gestalten kritisiert werden.
Ändern tut sich leider nichts.
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sportsfan schrieb:
am 5. Februar 2012 um 17:25:03
(35)
(0)
kritik am dhb
da die mindere leistungsfähigkeit des deutschen handballs ihre ursache in der defizitären nachwuchsförderung hat, was
eindeutig ist, hat der dhb dies natürlich auch mitverursacht. dhb und liga haben es in der hand, die nötigen strukturen für diesbezügliche reformen zu schaffen. da der dhb aus handelnden personen besteht, muss sich als erstes der präsident auf seinen kausal-beitrag an der misere befragen lassen, das liegt auf der hand. über art und weise lässt sich natürlich diskutieren, aber die
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