11.12.2011, 19:19 Uhr
Der THW Kiel zieht einsam seine Kreise. In einem am Ende dramatischen Spitzenspiel hat der Tabellenführer den Titelverteidiger HSV Hamburg mit 30:25 (15:12) besiegt und damit seine Vormachtstellung im deutschen Handball unterstrichen. Überragender Akteur war THW-Keeper Thierry Omeyer, der die HSV-Schützen mit seinen Paraden zur Verzweiflung brachte. Beste Torschützen waren der Kieler Momir Ilic mit zehn Treffern sowie Hans Lindberg vom HSV mit neun Toren.
Kiel baute mit dem Erfolg seinen Startrekord aus und thront nach nunmehr 16 Siegen aus 16 Spielen einsam an der Tabellenspitze. Hamburg, das ohne seinen verletzten Spielmacher Michael Kraus angetreten war, muss nach seiner vierten Pleite sogar um die Champions-League-Qualifikation bangen. Selbst extremes Verletzungspech, wie es die Kieler in der vergangenen Saison ereilt hatte, dürfte an der Vorentscheidung in der Meisterschaft nichts mehr ändern.
Vor 10.250 Zuschauern in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena demonstrierte der Rekordmeister zunächst seine Stärke. Vor allem in der 5:1-Abwehrformation legten die Kieler den Grundstein für eine schnelle Führung. Etliche Hamburger Würfe landeten im Block, und kam doch mal ein Ball durch, so vereitelte Omeyer die Chancen der Hamburger. Standing Ovations gab es vom Kieler Publikum bereits nach einer Viertelstunde, als es beim Stand von 9:4 für den THW sogar kurzzeitig nach einer Demontage des HSV aussah. Angetrieben von einem starken Filip Jicha und Kreisläufer Marcus Ahlm zogen die Kieler bis auf 12:6 (22.) davon, ehe der HSV besser ins Spiel kam und bis zur Halbzeit auf drei Tore verkürzen konnte.
Der THW Kiel gewinnt das Spitzenspiel gegen den HSV Hamburg und bleibt Tabellen-Erster. zum Video
Im zweiten Durchgang gab es zunächst ein völlig anderes Bild: Kiel verlor den Faden, Hamburg schöpfte neue Hoffnung. Vier Tore in Folge brachten den HSV beim 19:18 erstmals in Führung (40.). Es entwickelte sich das erwartete hektische Spitzenspiel mit ständig wechselnder Führung. Die Entscheidung fiel kurz vor Schluss, als Lindberg beim Stand von 28:25 (57.) für den THW mit seinem Siebenmeter am Pfosten scheiterte und Ilic auf der anderen Seite mit seinem zehnten Treffer zum 29:25 (58.) traf.
Tabellenzweiter bleiben nach ihrem 29:26 (14:12)-Sieg beim TV Großwallstadt die Füchse Berlin. Die Berliner lagen in Großwallstadt zwar fast durchgehend in Führung. Dennoch konnten sie den Erfolg erst in der Schlussphase sichern. Berlins Alexander Petersson trug als bester Werfer acht Treffer zum Sieg bei. Für Großwallstadt traf Joakim Larsson acht Mal.
Die SG Flensburg-Handewitt hielt sich derweil mit einem 36:25 (17:11) beim Bergischen HC schadlos.
Weiter nicht richtig in Tritt kommt Frisch Auf Göppingen. Der EHF-Pokalsieger kassierte nach der 30:31-Heimniederlage gegen den SC Magdeburg mit dem 20:26 (10:15) beim TBV Lemgo die nächste Pleite. Die Göppinger konnten auch nicht die Disqualifikation von Lemgos Kreisläufer Sebastian Preiß (40.) zu ihrem Vorteil nutzen. Ganz anders dagegen der TuS N-Lübbecke: Nach dem jüngsten Erfolg gegen Hamburg gewannen die Ostwestfalen auch bei der HSG Wetzlar mit 28:24 (12:14).
Quelle: dapd , dpa , sid
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