12.01.2011, 17:49 Uhr | dpa
Hoffnungsträger: Michael Kraus (li.) und Pascal Hens sollen das deutsche Team mindestens auf Rang sieben führen. (Foto: imago)
Neuanfang, Aufbruch, Wiederbeginn - und immer an Olympia denken: Ein Jahr nach dem EM-Debakel spielen Deutschlands Handballer bei der WM in Schweden nicht nur um ihren Ruf, sondern auch um ihre sportliche Zukunft. Ab dem Anpfiff des Auftaktspiels am Freitag (ab 18 Uhr im Liveticker bei t-online.de) gegen Ägypten geht es für die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) um London 2012. Minimalziel ist Platz sieben und damit das Erreichen eines Olympia-Qualifikationsturniers.
"Wir wollen ein gutes Ergebnis bei dieser WM, wir wollen uns für Olympia qualifizieren", betonte Kapitän Pascal Hens vom HSV Hamburg. Das Turnier eröffnen am Donnerstag (20.15 Uhr) Schweden und Chile.
Die deutsche Pleite von Österreich mit Rang zehn und der schlechtesten Europameisterschafts-Platzierung ist dauerhaft präsent, aber als Negativerlebnis aus den Köpfen heraus, behaupten die Spieler. "Wir brauchen nichts wiedergutzumachen. Wir hatten ein Turnier, was uns selbst wehgetan hat", sagte Torhüter Johannes Bitter. "Österreich war echt schlecht", bekannte der wieder erstarkte Spielmacher Michael Kraus, "dieses Jahr sind wir fit."
Hens, der vor Jahresfrist aus Regenerationsgründen gefehlt hatte, sieht die deutsche Mannschaft aufgrund des EM-Debakels bei der WM in der Außenseiterrolle und kokettiert damit. "Mit uns rechnet keiner. Das ist eine gute Ausgangsposition. Aber wir haben andere Ziele: Wir wollen zeigen, dass wir eine gute Mannschaft sind", sagte der Kapitän. Dass noch zehn Weltmeister von 2007 im vorläufigen 17-köpfigen Aufgebot stehen, lässt der Rückraumspieler als Argument für hohe Erwartungen nicht gelten. "Niemand erwartet viel von uns. Alle wissen, dass wir nicht mehr die Mannschaft von 2007 sind."
Zudem fehlt in Torsten Jansen der "Mister Zuverlässig" der Heim-WM 2007. Bundestrainer Heiner Brand sortierte den erfahrenen Hamburger Linksaußen überraschend aus seinem WM-Kader aus und entschied sich stattdessen für Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) und Dominik Klein (THW Kiel). "Bei den vielen Verdiensten, die sich Torsten Jansen im Nationaltrikot erworben hat, war das eine der schwierigsten Entscheidungen, seit ich Bundestrainer bin", sagte Brand.
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Erstmals seit der EM 2002 in Schweden, bei der die DHB-Auswahl Silber gewann, hat Brand keinen Ausfall zu beklagen. Auch Rückraumspieler Holger Glandorf (TBV Lemgo) wurde rechtzeitig nach seiner Knieoperation im Dezember wieder fit. "Stellte sich früher die Mannschaft oft von allein auf, so hatte ich diesmal die Qual der Wahl", sagte der Bundestrainer.
Schon die erste Turnierphase für das deutsche Team hat es gewaltig in sich. "Wir haben vier Endspiele in der Vorrunde", sagte Brand. Schon der Auftakt in Lund gegen Ägypten ist richtungweisend. Titelverteidiger, Olympiasieger und Weltmeister Frankreich, Ex-Weltmeister Spanien und Afrikameister Tunesien machen die Gruppe A mit den Spielen in Kristianstad zur Hammergruppe. Nur Neuling Bahrain fällt dabei ab.
"Wenn man einen Großen in der Vorrunde schlägt, hat man die Chance, weiterzukommen", sagte Schlussmann Bitter. Und WM-Debütant Adrian Pfahl rechnete vor: "Ich hoffe, dass wir zwei Punkte mitnehmen in die Hauptrunde, dann ist vieles möglich." Zum Erreichen der zweiten Turnierphase ist mindestens Platz drei nötig. In der Hauptrunde würden dann in Jönköping die besten Drei aus dem Sextett Island, Ungarn, Norwegen, Japan, Österreich und Brasilien warten.
Die deutsche Mannschaft will sich bis mindestens Platz sieben durchboxen. "Wenn wir erfolgreich spielen, rückt Olympia näher", erklärte Kraus, der zuletzt in den Testspielen gegen Schweden und Island geglänzt hatte. Favoriten auf Gold, Silber und Bronze aber sind andere Teams. Allen voran Frankreich, das trotz der Ausfälle von Daniel Narcisse und Guillaume Gille kaum zu schlagen sein dürfte. Kroatien mit seinem Spielmacher Ivano Balic gehört ebenso zu den Medaillenanwärtern wie Spanien. Auch Ex-Europameister Dänemark, der Olympia-Zweite Island sowie Polen, WM-Zweiter 2007 und WM-Dritter 2009, zählen zum Favoritenkreis.
Quelle: dpa
sportsfan schrieb:
am 12. Januar 2011 um 20:17:33
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spielstärke
der dhb ist der grösste handballverband der welt, die anzahl der handballspielenden akteure in deutschland wird anderswo nicht
annähernd erreicht, also eine glänzende voraussetzung dafür, um viele spitzenspieler hervorzubringen. aber genau das gelingt dem deutschen handball nicht, die nachwuchsförderung insgesamt ist nicht gut genug, das heranführen von talenten in die spitze gelingt schon gar nicht, denn sonst müssten wir schon lange den welthandball wenigstens entscheidend mitdominieren.
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