02.09.2011, 08:50 Uhr
Der war es: Betty Heidler benötigt nur einen Wurf, um sich für das Finale zu qualifizieren. (Quelle: dpa)
Betty Heidler hat ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Die Hammerwurf-Weltrekordlerin qualifizierte sich bei Leichtathletik-WM in Daegu locker für das Finale am Sonntag. Die 27-Jährige schleuderte das Gerät gleich im ersten Versuch auf 71,48 Meter und überbot damit die geforderten 71 Meter. "Es lief alles nach Plan. Ich wollte nicht larifari werfen, aber auch nicht 100 Prozent", sagte Heidler. Ihre Frankfurter Teamgefährtin Kathrin Klaas benötigte alle drei Versuche, kam aber schließlich auf 71,69 Meter. Damit landete das deutsche Duo auf den Plätzen fünf und sechs. Am weitesten kam die Chinesin Zhang Wenxiu mit 74,17 Metern. Heidlers Weltrekord steht seit Mai bei 79,42 Metern.
Usain Bolt hat sich unterdessen eindrucksvoll zurückgemeldet. Fünf Tage nach seinem Fehlstart-Desaster über 100 Meter präsentierte sich der Superstar im Vorlauf über 200 Meter in alter Form.
Der Weltrekordler aus Jamaika machte vor dem Start seine üblichen Mätzchen und spazierte dann mit der besten Zeit (20,30 Sekunden) ins Halbfinale. "Ich fühle mich gut" sagte Bolt nur nach seiner von rund 20.000 Schulkindern kreischend begleiteten Show und zeigte den Fotografen das Victory-Zeichen. Sebastian Ernst aus Wattenscheid schied dagegen nach einer enttäuschenden Vorstellung als Sechster seines Vorlaufs aus (20,95 Sekunden).
Eine Runde weiter kam derweil Cindy Roleder. Die Hürdensprinterin war zwar nur Fünfte ihres Vorlaufs, rückte aber dank der vierzehntbesten Zeit (13,01 Sekunden) ins Halbfinale am Samstag auf. Ausgeschieden sind die deutschen 4x400-Meter-Staffelläuferinnen. Trotz Saisonbestleistung von 3:27,31 Minuten reichte es für das Quartett nur zu Rang elf und damit nicht für einen Platz im Endlauf am Samstag.
In der Form ihres Lebens scheint derweil Betty Heidler - auch wenn sie mit dem schlechtesten Wurf des Jahres das Finale erreichte. "Der Hammer touchierte sogar das Netz des Käfigs, aber er war trotzdem weit genug, ich habe etwas in mich hineingeschmunzelt", erklärte die Weltrekordlerin. Der technisch schwachen Generalprobe soll die große Gala mit dem zweiten WM-Gold der Europameisterin nach Osaka 2007 folgen.
"Jetzt gehts erst mal ins Eisbad, dann Mittagsschlaf, Samstag nochmal werfen", sagte die 27-Jährige, die vor dem WM-Finale das Gefühl der Gejagten genießt und ganz offen bekennt: "Das belastet mich gar nicht. Ich bin so gut drauf wie nie, besser als vor der WM 2009 in Berlin." Damals hatte sie trotz deutschen Rekordes (77,12 m) keine Chance gegen die mit 77,96 m Weltrekord werfende Polin Anita Wlodarczyk. Heute sagt sie: "Mit ihr rechne ich am Sonntag weniger. Ich sehe Kuba, China, Russland - und Kathrin Klaas im Kampf um die Medaillen."
Quelle: sid , dapd
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