07.06.2009, 18:29 Uhr
Dieter Hoeneß ist nur noch bis zum 30. Juni 2009 Manager bei Hertha BSC. (Foto: imago)Am Ende ging es ganz schnell: Nach knapp 13 Jahren trennen sich am 30. Juni die Wege von Hertha BSC und seinem Manager Dieter Hoeneß. Dies sei "freundschaftlich und einverständlich" geschehen.
"Die Vereinsgremien des Klubs und der Vorsitzende der Geschäftsführung (offizieller Titel von Hoeneß, Anmerkung der Redaktion) hatten zuletzt unterschiedliche Auffassung über die zukünftige Vereins- und Geschäftspolitik", hieß es in der Pressemitteilung des Vereins.
Der Hauptstadt-Klub und Hoeneß lagen spätestens seit Saisonende der Bundesliga, die die Herthaner auf Rang vier beendeten, öffentlich in heftigem Clinch. Der Manager hatte noch einen Vertrag bis Juni 2010, eine Abfindung wird ihm wohl den vorzeitigen Weggang versüßt haben. Nach Informationen der "Bild am Sonntag" sind dem 56-Jährigen 1,2 Millionen Euro geboten worden.
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"Michael Preetz wird jetzt zum Geschäftsführer Sport berufen", sagte Herthas Präsident Werner Gegenbauer dem "RBB". Der 41 Jahre alte ehemalige Torjäger wurde bei einem Auswahlverfahren für Führungskräfte ("Assessment Center") für geeignet befunden. Auch Klub-Jurist Jochen Sauer und drei weitere Kandidaten bestanden den Test. Hertha will die umfangreichen Aufgaben, die in den Verantwortungsbereich von Hoeneß fielen, nun auf mehrere Schultern verteilen. Preetz sollte Hoeneß ohnehin im Sommer 2010 ablösen. Der frühere Hertha-Torjäger und der Schweizer Coach Lucien Favre wären damit die neuen starken Leute bei Hertha.
Hoeneß wurde vor allem sein autoritärer und autokratischer Führungsstil sowie sein teilweise wenig glückliches Händchen bei kostspieligen Transfers angekreidet. Letzte Beispiele dafür sind die Brasilianer André Lima und Kaká, die zusammen rund 5,5 Millionen Euro kosteten und sich als Total-Flops entpuppten. Laut "Berliner Morgenpost" beläuft sich Herthas Schuldenstand derzeit auf 33,5 Millionen Euro. Dem Verein sind aus Finanzgründen trotz der Abgänge der Torjäger Marko Pantelic und Andrej Woronin die Hände für die kommende Spielzeit gebunden.
In der Pressemitteilung des Vereins hieß es weiter, dass Hoeneß "ausschließlichen im Interesse von Hertha BSC schon jetzt den Weg für eine Neugestaltung frei machen" wollte und das Präsidium um vorzeitige Vertragsauflösung zum 1. Juli 2009 gebeten habe. Der Manager habe sich "dauerhaft um Hertha BSC verdient gemacht und sowohl im Verein als auch im Berliner Fußball tiefe Spuren hinterlassen".
Mit seinem Namen werde der Aufstieg des Vereins in die Bundesliga, die Etablierung in der Bundesliga sowie die Teilnahme in der Champions League 1999/2000 sowie zahlreiche Teilnahmen im UEFA-Cup verbunden bleiben. Hoeneß habe maßgeblichen Anteil daran, dass sich der Verein in den "vergangenen Jahren zu einem national wie international anerkannten Fußballverein" entwickelt hat.
Hoeneß, der als Spieler mit Bayern München fünfmal deutscher Meister wurde und dreimal den DFB-Pokal gewann, kam 1996 zu Hertha BSC Berlin. Zunächst arbeitete er als Vize-Präsident, wenige Monate später wechselte er ins Amt des Managers und verschaffte dem Klub moderne Strukturen. Hertha spielt seit 1997 ununterbrochen in der Bundesliga, konnte aber unter Hoeneß keinen großen Titel gewinnen.
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Quelle: dpa , sid
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