11.10.2010, 13:55 Uhr | sid, dpa
Ottmar Hitzfeld steht gegen Wales schon unter Druck. (Foto: imago)
Siegen oder fliegen - für Ottmar Hitzfeld geht es im Baseler St. Jakobs-Park um seine Zukunft als Trainer der Schweizer Nationalmannschaft. Der Verband SFV ist nervös geworden und verweigert dem früheren Erfolgscoach von Borussia Dortmund und Bayern München eine Job-Garantie. Die Schweizer haben den schlechtesten Start in einer Qualifikation seit 30 Jahren hingelegt, die Teilnahme an der EM 2012 ist in Gefahr. Doch Hitzfeld geht gelassen mit der Kritik und dem Druck um.
"Druck gehört zu unserem Geschäft. Für mich ist das eine spannende Herausforderung, der ich mich bewusst und sehr gerne stelle", sagte der 61-Jährige im Vorfeld des EM-Qualifikationsspiel gegen Wales vorbereitet. Hitzfeld sieht nach zwei Niederlagen keinen Grund, die Lage zu dramatisieren. "Wir müssen locker und unbekümmert bleiben, mit Freude, aber auch entschlossen an die Aufgabe herangehen und das Quäntchen Glück provozieren", sagte der Coach. Vor allem müssen die Eidgenossen ihre Torflaute beenden: In den vergangenen zwölf Spielen erzielte die Nati nur fünf Treffer. Am Pranger steht insbesondere der frühere Dortmunder Alexander Frei, der seit 13 Monaten nicht mehr getroffen hat.
Die Verbandsführung ist alles andere als entspannt. "Die Situation ist ernst", erklärte SFV-Präsident Peter Gilliéron in einem Interview mit der "Neuen Züricher Zeitung". Eine vorzeitige Auflösung des bis 2012 datierten Trainervertrags schloss er nicht explizit aus. "Wir sprechen nach der Partie miteinander", sagte der SFV-Boss und fügte vieldeutig hinzu: "Was ich im Kopf habe und was ich sage, ist nicht immer das Gleiche."
Im Gegensatz zur Schweiz schwebt Überraschungs-Tabellenführer Montenegro auf Wolke sieben und will in England seinen Höhenflug fortsetzen. "Wir haben nichts zu verlieren und werden auch im Wembley-Stadion selbstbewusst auftreten", verkündete Stürmer Mirko Vucinic vom AS Rom, der gegen die Schweiz das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg erzielt hatte. Trainer Zlatko Kranjcar will mit dem vierten Sieg die Euphorie in der früheren jugoslawischen Teilrepublik zusätzlich steigern. "Wir fahren nicht zum Shoppen nach London", sagte Kranjcar. Die Gastgeber müssen erneut ohne Innenverteidiger John Terry auskommen. Der ehemalige Kapitän laboriert an einer Rückenverletzung.
Die Hoffnungen in England ruhen auf Wayne Rooney. "Wir haben uns in den ersten zwei Spielen von guter Seite gezeigt, daran wollen wir anknüpfen", sagte der 24 Jahre alte Stürmerstar. Die Three Lions müssen dabei ohne Darren Bent auskommen. Der Stürmer vom FC Sunderland erlitt im Training eine Leistenverletzung und steht Trainer Fabio Capello für die Begegnung in London nicht zur Verfügung. Im Sturm der soll nun Peter Crouch an der Seite von Rooney auflaufen. Bent ist neben dem ehemaligen Kapitän John Terry, Aaron Lennon und Phil Jagielka bereits der vierte Ausfall der Engländer.
Neben Montenegro wollen die kleinen Fußball-Nationen Albanien, Weißrussland, Estland und Georgien für weitere Überraschungen sorgen. In Tirana kommt es zum Duell zwischen Albanien und Weißrussland. Beide Teams sind nach drei Spielen ohne Niederlage, die Weißrussen haben noch kein Gegentor kassiert. Estland empfängt Slowenien, Georgien ist in Lettland gefordert.
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Dagegen will sich Weltmeister und Titelverteidiger Spanien in Schottland keine Blöße geben und auch ohne den angeschlagenen Star Xavi weiter punkten. Vize-Weltmeister Niederlande, der wie Deutschland und Montenegro die ersten drei Spiele gewonnen hat, bangt vor dem Heimspiel gegen Schweden um den Einsatz von Mark van Bommel. Der Kapitän von Bayern München klagt über Kniebeschwerden.
Während Frankreich nach dem 2:0 gegen Rumänien vor einer Pflichtaufgabe gegen Luxemburg steht, sind Italiens WM-Versager gegen Serbien gefordert. Nach dem Rückschlag beim 0:0 in Nordirland fordert der neue Trainer Cesare Prandelli von seinen Spielern "mehr Herzblut", ist aber von der Qualität der Squadra Azzurra überzeugt. "Wir haben eine Mannschaft mit Charakter", sagte Prandelli.
Quelle: sid , dpa
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