23.08.2011, 17:12 Uhr
Deutschlands Hockey-Damen haben sich bei großer Schwüle ins Halbfinale der Heim-Europameisterschaft gequält. Im letzten Gruppenspiel setzte sich das Team von Bundestrainer Michael Behrmann in Mönchengladbach gegen Belgien erst dank einer klaren Leistungssteigerung nach der Pause 4:0 (1:0) durch.
Damit erreichten nach den DHB-Herren auch die Damen wie erwartet das erste Zwischenziel. In der Vorschlussrunde treffen sie am Donnerstag auf Spanien, Aserbaidschan oder die Niederlande - und können per Einzug ins Endspiel die Olympia-Direktqualifikation sichern. Da auch England unter den Top Vier steht, könnte sogar Rang drei reichen.
"Wir haben den ersten wichtigen Schritt gemacht, nun muss noch der zweite folgen", sagte Behrmann mit Blick auf das große Ziel Olympia. Denn den Umweg über ein Ausscheidungsturnier will man sich ersparen.
Vor 3000 Zuschauern im Hockeypark trafen Maike Stöckel (28. Minute), Janine Beermann (45.), Eileen Hoffmann (49.) und Janne Müller-Wieland (66.) für die deutschen Damen, die erst in der zweiten Halbzeit zur gewohnten Sicherheit zurückfanden. Am Ende durfte aber gejubelt werden, denn das Weiterkommen lässt alle Chancen offen.
Nach der Niederlage gegen England war den Deutschen von Beginn an die Bedeutung der Begegnung anzumerken. Sie agierten im Wissen, mit einer Niederlage alles zu verspielen, nicht locker und leisteten sich viele Stockfehler. Dennoch waren sie gegen die Belgierinnen, die von zahlreichen mitgereisten Fans lautstark unterstützt wurden, das spielbestimmende Team. Stöckel (6.), Natascha Keller (12.) und Beermann (15./32.) vergaben gute Chancen oder scheiterten an der aufmerksamen Nadine Khouzam im belgischen Tor.
Geradezu eine Erlösung war dann das wichtige Führungstor, das aber eine knappe halbe Stunde auf sich warten ließ. Fanny Rinne zirkelte die erste Strafecke der Partie auf das Tor, und Stöckel lenkte den Schuss unhaltbar für Belgiens Torfrau zum verdienten 1:0 ins Gehäuse. "Das war ein wichtiges Tor zum richtigen Zeitpunkt", meinte Behrmann.
Nach dem Wechsel dauerte es weitere zehn Minuten, ehe nach Beermanns toller Einzelleistung alle Last von den Schultern der Damen abgefallen zu sein schien. Hoffmann nach einer Strafecke und Müller-Wieland erhöhten noch zum am Ende standesgemäßen Sieg über schwache Belgierinnen. "Natürlich sind heute einige Bälle versprungen. Aber erst im Halbfinale werden wir sehen, wo wir stehen", befand Behrmann.
Quelle: dpa
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