06.03.2009, 14:22 Uhr
Aus "Honda F1 Racing" wird nun das "Brawn GP Formula One Team". (Foto: imago)Honda hat seinen Formel-1-Rennstall an Teamchef Ross Brawn verkauft, so jedenfalls die offizielle Darstellung. Tatsächlich sollen die Japaner Brawn aber Geld für die Übernahme gegeben haben. Die Japaner haben dem Briten bei der Übernahme des Rennstalls Zuschüsse in Millionenhöhe gewährt, da diese Unterstützung den unter der weltweiten Finanzkrise stark leidenden Konzern wesentlich billiger als die sonst unumgängliche Abwicklung kommt.
Nach britischem Arbeitsrecht hätte die Abfindung für die etwa 700 Beschäftigten sowie die Auflösung den Mutterkonzern anscheinend bis zu 150 Millionen Euro kosten können.
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"Die vergangenen Monate waren extrem herausfordernd für das Team, aber die heutige Bekanntgabe ist das sehr erfreuliche Ergebnis unserer energischen Bemühungen zur Sicherung seiner Zukunft", sagte Brawn nach dem am Freitag in Tokio bekanntgegebenen Verkauf. Durch die Rettung Hondas in letzter Minute ist ein Schrumpfen des WM-Starterfeldes auf 18 Wagen verhindert worden. Der Rennstall tritt bei der am 29. März in Melbourne beginnenden Saison unter dem Namen Brawn GP Formula One Team an.
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Der 54 Jahre alte Brite bestätigte seinen Landsmann Jenson Button und den Brasilianer Rubens Barrichello als Piloten. "Die riesige Erfahrung und das Wissen der beiden wird sich als sehr wertvoll bei unserem Ziel erweisen, schnellstmöglich für das erste Rennen bereit zu sein", begründete Brawn das Festhalten am erfahrendsten Grand-Prix-Duo. Damit haben sich Spekulationen, Bruno Senna, der Neffe des 1994 beim Großen Preis von San Marino tödlich verunglückten dreimaligen Champions Ayrton Senna, werde Barrichellos Cockpit übernehmen, als gegenstandslos erwiesen.
Mercedes beliefert Brawn GP mit Motoren. Der Partner und Miteigentümer von McLaren stellt zudem Force India als Kundenteam seine Triebwerke zur Verfügung. "Wir halten den Fortbestand des Teams für ausgesprochen wichtig. Das war neben dem wirtschaftlichen Aspekt der Beweggrund für uns, zu diesem späten Zeitpunkt zu kooperieren", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Die Formel 1 sollte nicht mit 18 Autos an den Start gehen." Das Geschäft sei zur "besten Zufriedenheit" des schwäbischen Weltkonzerns abgeschlossen worden. "Alle Abmachungen wurden von beiden Seiten professionell entwickelt und genauso eingehalten und umgesetzt."
Das in der zurückliegenden Saison trotz eines Etats von schätzungsweise 225 Millionen Euro restlos enttäuschende Honda-Team hatte seit seinem am 5. Dezember verkündeten Ausstieg ums Überleben gekämpft. Es hatte angeblich zahlreiche Interessenten für eine Übernahme des im englischen Brackley ansässigen Rennstalls gegeben, darunter auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Brawn, der als einstiger Technischer Direktor bei Benetton und Ferrari wesentlichen Anteil an Michael Schumachers sieben WM-Titeln hatte, machte schließlich das Rennen. "Wir sind sehr erfreut, dass wir das Team an Ross Brawn verkaufen konnten, mit dem wir an den Herausforderungen des F1-Wettbewerbs teilnahmen, und sind dankbar für seine Entscheidung", sagte Hiroshi Oshima, der bei Japans zweitgrößtem Autokonzern für den Motorsport zuständig ist.
Quelle: dpa
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