21.05.2008, 13:46 Uhr
Der nächste Holländer in Hamburg: Martin Jol (Foto: Reuters)Martin Jol will beim Hamburger SV die neue Ära mit alten Bekannten einläuten. Bei seiner offiziellen Präsentation machte der niederländische Trainer klar, dass er den Kader des Fußball-Bundesligisten nicht komplett umkrempeln, sondern nur punktuell ergänzen will. "Wenn wir uns verstärken können, werden wir das versuchen", sagte Jol in fließendem Deutsch. Große Hoffnungen setzt der teuerste Coach der Vereinsgeschichte in seinen Landsmann Rafael van der Vaart: "Er ist neben Diego die beste Nummer zehn in Deutschland. Er gehört in Europa zu den Top Fünf."
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Sichtlich erleichtert stellten Clubchef Bernd Hoffmann und Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer den neuen Hoffnungsträger im Blitzlichtgewitter der Fotografen vor. "Ich bin ein happy Präsident", sagte Hoffmann, nachdem die Klubspitze in der Vorwoche die schier unendliche Trainersuche nach 177 Tagen beenden konnte. Nun soll Jol eine neue Ära einleiten. "Martin Jol ist unsere absolute 1A-Wahl", sagte Hoffmann.
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Dabei hatte der Europapokal-Sieger von 1983 Glück, dass der 52-Jährige nach seiner Entlassung beim englischen Erstligisten Tottenham Hotspur letztlich dem HSV sein Ja-Wort gegeben hat. "Ich war in London und wollte, wenn ich ehrlich bin, da bleiben", gab der Niederländer zu. Er habe verschiedene Optionen gehabt, sich aber vor knapp acht Wochen nach Absprache mit der Familie dann doch für das HSV-Angebot entschieden: "Ich habe keine fünf Minuten überlegt."
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Jol betonte, dass auch in der neuen Saison nur die internationale Fußball-Bühne das Ziel sein kann. "Wir wollen wieder nach Europa", sagte Jol, der mit Co-Trainer Zejlko Petrovic und seinem persönlichen Assistenten und Bruder Cornelius Jol bis 2010 das Sagen haben soll. Mit einem Auge schielt der frühere Bayern-Profi sogar auf die Champions League: "Vielleicht können wir mit ein oder zwei Spielern dazu noch besser abschneiden", meinte Jol, der sich bei Vorgänger Huub Stevens für den 7:0-Abschluss-Sieg gegen den Karlsruher SC und den damit verbundenen UEFA-Cup-Einzug als Tabellen-Vierter bedankte.
Anders als bei den finanzstarken Spurs, die er zweimal in den Europapokal führte und im Oktober 2007 verlassen musste, kann Jol in Hamburg nicht auf große Einkaufstour gehen. "Wir bewegen uns - was die Investitionen angeht - nicht auf Premier-League-Niveau", stellte Beiersdorfer klar. Umso mehr setzt Jol auf van der Vaart, dem er einen Verbleib schmackhaft machen will. "Wenn man die Spiele von Hamburg anschaut, sieht man, dass er den Rhythmus bestimmt", meinte Jol.
Auch wenn der frühere Bayern-Profi es als das Wichtigste erachtet, die "sehr gute, junge Mannschaft" weiterzuentwickeln, dürfte er die Verpflichtung gestandener Profis begrüßen. So hat Werder Bremens ablösefreier Stürmer Ivan Klasnic vom Interesse des HSV und von Hannover 96 berichtet: "Ich weiß, dass sie mich haben möchten", sagte der kroatische Nationalspieler. Unabhängig von möglichen Neuzugängen wird sich beim HSV unter Jol eines sichern ändern: Während sich Stevens "Die Null muss stehen" zur Maxime gesetzt hatte, ist sein Landsmann ein Verfechter des Angriffs-Fußballs: "Wir wollen immer offensiven Fußball spielen."
Quelle: t-online.de
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