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Hürdensprinter Oliver stiehlt Bolt die Show

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Hürdensprinter Oliver stiehlt Bolt die Show

17.07.2010, 12:19 Uhr | dpa

Ex-Football-Profi David Oliver trumpft groß auf in Paris. (Foto: imago)

Ex-Football-Profi David Oliver trumpft groß auf in Paris. (Foto: imago)

Alle schauten nur auf Usain Bolt, doch Hürdensprinter David Oliver hat dem Superstar in Paris die Schau gestohlen. Nur um 2/100 Sekunden schrammte der 28 Jahre alte Amerikaner am Weltrekord des Kubaners Dayron Robles vorbei: In 12,89 Sekunden über 110 Meter Hürden setzte der Olympia-Dritte das Ausrufezeichen beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten im Stade de France. "Der Rekord fällt, wenn die Zeit reif ist", sagte Oliver nach der Gala.

Oliver ist zwar schon 28 Jahre alt, hat aber noch nie einen großen Titel gewonnen. Sein Karriere-Highlight war bisher die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. In Paris wäre bei optimalen Bedingungen für den früheren Football-Profi sogar der Weltrekord drin gewesen. "Ich habe mehrere Hürden berührt, an einer wäre ich fast hängen geblieben", erklärte Oliver. Und: "Ich denke nicht über Rekorde nach, sie kommen einfach." Hürden-Weltrekordler Robles hatte seinen Start kurzfristig wegen einer Verletzung abgesagt.

Bolt war zwar präsent, hat trotz des Sieges über seinen Dauerrivalen Asafa Powell aber längst noch nicht zu alter Bestform gefunden. Der Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler aus Jamaika schrammte als 100-Meter-Sieger in 9,84 Sekunden nur 2/100 an seiner Jahresweltbestzeit vorbei. "Mein Kraftniveau ist noch nicht so gut wie im letzten Jahr", gab der 23 Jahre alte Jamaikaner zu.

Bolt: "Nicht das beste Rennen meines Lebens"

"Das war sicher nicht das beste Rennen meines Lebens. Die erste Hälfte war furchtbar. Bei 50 Metern dachte ich, Asafa kriegt mich. Da musste ich noch mal zulegen, um ins Rennen zurückzukommen", sagte Bolt, der im 100-Meter-Duell mit Powell jetzt 8:1 führt. 9,91 Sekunden reichten dem Ex-Weltrekordler wieder nur zum zweiten Platz. Yohan Blake (9,95) machte den Dreifach-Erfolg der jamaikanischen Sprinter perfekt.

Fünf Jahresweltbestleistungen krönten das neunte von 14 Meetings der neuen Premium-Serie, die beiden einzigen Deutschen enttäuschten dagegen: Diskuswerferin Nadine Müller und Kugelstoßerin Nadine Kleinert mussten sich mit fünften Plätzen begnügen. Jeweils 2500 Dollar Preisgeld deckten aber mehr als die Reisekosten. EM-Hoffnung Müller blieb beim Sieg der Kubanerin Yarelis Barrios (65,53) mit 61,73 mehr als sechs Meter hinter ihrer Weltjahresbestleistung. Kleinert hatte mit 18,43 Metern ebenfalls einen großen Rückstand auf Siegerin Nadeschda Ostaptschuk (Weißrussland/20,78).

400-Meter-Olympiasieger Jeremy Wariner blieb in 44,49 Sekunden acht Hundertstel unter seiner eigenen Jahresweltbestzeit. Für den vierten Sieg bei seinem vierten Diamond-League-Start kassierte der 26 Jahre alte Amerikaner ebenso wie Oliver und Bolt 10.000 Dollar. Für weitere Saisonbestmarken sorgten der Kenianer Brimin Kipruto in 8:00,90 Minuten über 3000 Meter Hindernis und 5000-Meter-Weltmeisterin Vivian Cheruiyot (Kenia) in 14:27,41.

Lavillenie probiert sich an Bubkas Rekordmarke

Stabhochspringer Renaud Lavillenie bot den Zuschauern bei seinem Heimspiel in St. Denis eine tolle Show: Der Franzose ließ zum Schluss sogar 6,07 Meter auflegen - diese Höhe hat außer Weltrekordler Sergej Bubka noch kein Stabartist bezwungen. Den Sieg sicherte sich Lavillenie mit 5,91 Metern. Olympiasieger und -Weltmeister Steven Hooker (Australien) leistete sich dagegen bei der Trainingshöhe von 5,40 Meter einen "Salto nullo".


Quelle: dpa

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