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Jan Ullrich: Tour-de-France-Gewinner fühlte sich zur Schlachtbank geführt

...

Ullrich: Ich musste sehr leiden

22.11.2011, 16:23 Uhr

Im Visier der Medien: Jan Ullrich durchlebte eine schwere Zeit. (Quelle: dpa)

Im Visier der Medien: Jan Ullrich durchlebte eine schwere Zeit. (Quelle: dpa)

So wollte Jan Ullrich seine Karriere eigentlich nicht beendet haben. Der einzige deutsche Tour-de-France-Sieger fühlte sich in seiner Heimat öffentlich zur "Schlachtbank" geführt. So bewertete der 37-Jährige in einem Interview mit "Cyclingnews" den Ausklang seiner Laufbahn vor dem Hintergrund des Doping-Falles Fuentes. Mit dieser Affäre, über die Ullrich stolperte, wären andere betroffene Länder entspannter umgegangen, meinte der 2007 zurückgetretene Radprofi.

"Verschiedene Nationen waren involviert. Die Spanier sind damit relaxter umgegangen. In Deutschland wurde ich dagegen zur Schlachtbank geführt und musste sehr leiden", sagte Ullrich, der im Moment an mehreren Wohltätigkeitsrennen in den USA teilnimmt.

"Wir lernen aus unseren Fehlern"

Der 37-Jährige hätte sich gewünscht, dass seine Laufbahn "anders endet". Nach dem ersten Rücktritt seines ständigen Tour-Bezwingers Lance Armstrong sei er 2006 als großer Favorit und in "einer außergewöhnlichen Form" zur Tour de France gefahren. Aber sein Team hatte ihn unmittelbar vor dem Start gestoppt und suspendiert, nachdem sich der Verdacht der illegalen Zusammenarbeit mit dem spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes erhärtet hatte.

Im Anschluss daran hatte ihm die Staatsanwaltschaft Bonn, mit der er sich nach Zahlung von 250.000 Euro auf die Einstellung des Verfahrens geeinigt hatte, eine Kooperation mit Fuentes nachgewiesen. "Wir lernen aus unseren Fehlern und im Rückblick bedauerst du sie immer", sagte der ehemalige Olympiasieger, der sein erzwungenes Karriere-Aus "jetzt mit ein bisschen Abstand" betrachte.

Wieder Genuss beim Sport

Nach seiner Genesung von einem Burn-out-Syndrom, genieße er es wieder Sport zu treiben. "Nach dem Ende meiner Karriere habe ich viel Zeit mit meiner Familie verbracht", sagte Ullrich. Seine Familie habe in dieser Zeit immer hinter ihm gestanden. Jüngst rückte der 37-Jährige ist ins Direktorium eines Technologie-Unternehmen, das Trainingsmethodik und Patente rund um künstliches Höhenklima anbietet.

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Quelle: dpa

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Kommentare (194)

zum Forum

Thema: "Jan Ullrich: Tour-de-France-Gewinner fühlte sich zur Schlachtbank geführt"

Rentner schrieb: am 22. November 2011 um 21:11:39
(74) (10) Ulle
Ulle ist unser bester Straßenradfahrer aller Zeiten. Glaubt denn wirklich ein Kommentator, daß es in den letzten 25 Jahren einen
sauberen Tour de France Sieger gegeben hat? Ulle sollte fertig gemacht werden, warum auch immer. Und alle alle springen auf diesen Zug auf! Schämt Euch! Ja ich bin ein Wessi, aber die Kirche muß im Dorf bleiben!
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Rheinwein schrieb: am 22. November 2011 um 21:05:40
(18) (13) Doping
Mit dem was wir trinken und essen, dopen wir doch schon alle. Nur nicht den Humor verlieren! Mit Doping und Geld bekommen wir den
Sport schon kaputt! Dann haben wir ja noch Zeit für die weniger wichtigen Dinge, wie Umweltschutz, Wirtschaftskriesen, Eurokrise usw.!
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Abendtau schrieb: am 22. November 2011 um 21:05:31
(54) (19) Schlachtbank
Die Art und Weise wie man mit Ullrich und Pechstein, beide aus Ostdeutsch- land, umgegangen ist läßt einen zweifeln.
Vergleicht man dagegen die Art und Weise des westdeutschen Baumann, welcher sich an Zahnpasta verschluckt hatte, dann scheinen in dieser Angelgenheit Leute aus dem kalten Krieg ihren Klassenkampf immer noch gegen den Osten zu führen.
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