30.05.2011, 09:16 Uhr
Der Anspruch eines Bundestrainers ist Perfektion: Joachim Löw leidet gegen Uruguay. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Aus Sinsheim berichten Marc L. Merten und Thomas Tamberg
Der 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft über Uruguay hat Joachim Löw gefallen. Seine Mannschaft zeigte vor allem in der ersten Hälfte, dass sie gewillt ist, auch in einem Benefizspiel hohes Tempo zu gehen und den anstehenden Urlaub noch mal aus den Köpfen zu verdrängen. Dafür hat Löw selbst gesorgt. Der Bundestrainer hat den Druck auf seine Schützlinge erhöht. Denn der 51-Jährige hat ein klares Ziel: Er will den einzigen Makel seiner erfolgreichen Amtszeit endlich beseitigen: Er will einen Titel. Am besten schon 2012 bei der EM.
Während des Spiels gegen die Celeste hatte Löw am Spielfeldrand noch getobt. Immer wieder schimpfte er in Richtung seiner Spieler, trieb sie an, machte sie heiß. Die Fehler in der Defensive wurmten ihn. Und wenn es ihm im Spiel nach vorne zu langsam ging, drehte er sich schon mal wutentbrannt ab und schlug mit den Händen gegen das Dach der Spielerbank. Hinterher jedoch zeigte er sich zufrieden. "Das Spiel hatte gerade in der ersten Halbzeit ein unglaublich gutes Tempo", gab sich Löw handzahm. "Das hatte ich nicht so erwartet, weil es für die Spieler ja einen längeren Unterbruch gegeben hatte."
"Wichtig ist, dass man sich an die Sachen hält, die der Bundestrainer vorgibt. Dann geht wenig schief", erklärte Torhüter Manuel Neuer hinterher, wie Löw zu besänftigen war. Und diese Formel gilt auch für die kommenden Monate. Jeder Einzelne muss Löw davon überzeugen, das richtige Puzzleteil in der Mannschaft für die Mission EM-Titel zu sein.
Deutschland holt sich gegen Uruguay Selbstvertrauen für die EM-Qualifikationsspiele. zum FUSSBALL.DE-Video
Einer, der dafür seinen Einstand alles stehen und liegen gelassen hat, ist Benedikt Höwedes. Der Schalker debütierte in Sinsheim im Dress des DFB. Für ihn "die Krönung einer turbulenten Saison. Dass ich noch ein Länderspiel machen durfte, macht mich sehr stolz", sagte der 23-Jährige. "Ich habe schön meinen Urlaub zu Hause genossen, als der Anruf kam. Am nächsten Tag bin ich angereist."
Eingesetzt wurde Höwedes auf der rechten Verteidigerposition und dient damit als perfektes Beispiel, wie schnell alles gehen kann in der Löw’schen Auslese. Monatelang grübelten Löw und sein Trainerteam über dem Problem der vakanten Linksverteidiger-Position. Ist BVB-Youngster Marcel Schmelzer der kommende Mann? Oder doch Dennis Aogo? Nun könnte es ganz schnell gehen, und die Antwort lautet: Philipp Lahm.
Denn weil der FC Bayern wohl mit Rafinha einen Rechtsverteidiger verpflichtet hat, steht Lahm in seinem Verein vor einer Rückkehr auf die linke Seite. Und Lahm kündigte bereits an: "Für einen Spieler ist es immer am besten, wenn er immer auf einer Position spielt. Das gilt auch für mich." Für Joachim Löw würde das schlagartig bedeuten: Das Problem hinten links wäre gelöst. Bliebe die Position hinten rechts, und für die wäre plötzlich Debütant Höwedes ein Kandidat, während Schmelzer und Aogo in die Röhre schauen würden.
Gleiches gilt für die Besetzung der Offensivpositionen. Andre Schürrle macht Lukas Podolski mächtig Druck, Löw lobt Mario Götze in höchsten Tönen, und Marco Reus wird vom Bundestrainer schon in einem Satz mit Lionel Messi genannt. Druck für die Etablierten, die wie Thomas Müller und Mesut Özil selbst erst knapp dem Teenager-Alter entsprungen sind. Nicht, dass der Münchner oder der Madrilene ernsthaft um ihren Platz im Kader bangen müssten. Aber auf ihren Positionen drängeln ebenso bereits die nächsten großen Talente wie in der Innenverteidigung mit Mats Hummels und Holger Badstuber.
Und selbst in der Sturmspitze ist DFB-Tormaschine Miroslav Klose nicht mehr konkurrenzlos. Denn Mario Gomez ist angekommen in der Nationalmannschaft. "Ein absolut tolles Jahr" bescheinigte der Bundestrainer dem Bundesliga-Torschützenkönig, der von seinem neu gewonnenen Selbstvertrauen aktuell profitiert wie kaum ein Zweiter auf dem Rasen. "Ich weiß, dass der Trainer von mir überzeugt ist. Ich werde noch viele wichtige Tore für die Nationalmannschaft machen", sagte 25-Jährige.
Genau zwölf Monate sind es noch, bis der Kader für die EM 2012 nominiert wird. Doch gerade einmal zwölf Monate ist es auch erst her, dass Löw Spieler wie Piotr Trochowski, Stefan Kießling, Marko Marin, Serdar Tasci oder Marcell Jansen in den WM-Kader in Südafrika berief. Heute spielen diese Spieler keine Rolle mehr. "Wenn ich keinen Fortschritt erkenne, reagiere ich", sagte Löw. Strenger will er seinen Auswahlprozess nicht nennen, "anspruchsvoller" gefällt ihm eher.
FUSSBALL.DE sucht das beste Amateurtor. Über die Gewinner entscheidet ihr! zum Video
Er macht allen klar: Zwölf Monate sind eine lange Zeit, in der Löw noch einiges ändern kann und wird. Nur nicht sein Ziel. "Ich weiß jetzt, wie gut man sein muss, um die Spanier zu schlagen. Diesen Anspruch werden nicht alle unsere jungen Spieler erfüllen." Heißt im Klartext: Ein Spieler, der heute seinen Platz scheinbar sicher hat, kann ihn bis zur EM 2012 ganz schnell wieder verlieren. "Titel haben etwas Vollkommenes." Und Löw will seine Amtszeit endlich vervollkommnen.
EM-Qualifikation: Auf die Nationalmannschaft warten zwei wichtige Spiele. zum Video
Quelle: t-online.de
Beobachter schrieb:
am 30. Mai 2011 um 21:13:04
(0)
(0)
Nationalmannschaft
ein Spiel und schon wieder ne "Wissenschaft" dieser zahnlose schwäbische "Löw e" wird überschätzt, wartets nur ab.
Kommentar melden
schorsch schrieb:
am 30. Mai 2011 um 20:46:33
(0)
(0)
jogi
wie immer ist für euch der zweite nur der beste letzte.ich frage mich wieder mal, wie viele weltmeister oder universummeister hier
sind, um mit einer derartigen arroganz über andere ihr urteil bilden zu dürfen - ein ballack ist schon tot, ein klose, ein gomez oder ein poldi sind nieten, obwohl sie regelmäßig international ihre tore schie0en und in der nationalmannschaft ist mir sch..egal von welchem verein die spieler sind.
mehr
Kommentar melden
Sponsoren- und FCB- Fake schrieb:
am 30. Mai 2011 um 20:26:46
(0)
(0)
nicht der Löw bestimmt- sondern die Geldmafia--Müller hat seit nach der WM 100Prozent vergeben
Schürrle soll FCBs vertreben---schon allen
am Sonntag hat Gomez 75 Proeznt verschossen und der Müller hat noch fast ein Tor verursacht--und Schweini konte noch nie Sprinten und wird immer langsam...und der Badstuber----wäre n sie nicht vom FCB, wäre leiner von denen in der Nationalmannschaft---hihi
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr
24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics
Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de
Spiel gegen Schweiz passt laut Löw gut in EM-Vorbereitung. zum Video
Tippgigant: Alle vier EM-Gruppen in der Übersicht. zum Spielplan