19.02.2009, 14:56 Uhr
Bayern-Coach Klinsmann fühlt sich wohl beim FC Bayern. (Foto: imago)Vor dem Start in die englischen Wochen hat Bayern Münchens Trainer Jürgen Klinsmann die Zügel noch einmal angezogen. "Die Bundesliga ist ein Muss für uns. Wir machen den Spielern Woche für Woche klar, dass es sehr, sehr wichtig ist, Meister zu werden, um in Deutschland die Nummer eins zu bleiben und um sich für die nächste Saison die Champions League zu sichern", sagte der 44-Jährige vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln.
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Doch auch in der Champions League und im DFB-Pokal habe man "große Hoffnungen", betonte Klinsmann. Allerdings könne "man bei bei K.o.-Wettbewerben schwer Vorhersagen treffen, da entscheiden Kleinigkeiten". Entsprechend forderte er seine Stars nach den jüngsten Rückschlägen in der Bundesliga auf, "in diesen 50:50-Spielen den nötigen Biss und die nötige Besessenheit" zu entwickeln, "um da auch weiterzukommen".
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Die Vorfreude auf das Achtelfinale in der Königsklasse gegen Sporting Lissabon ist "sehr groß" bei Klinsmann: "Jetzt können wir uns mit den besten Mannschaften Europas messen." Der Bayern-Coach sieht sein Team nach der erfolgreichen Gruppenphase auf "einem guten Weg. Die Mannschaft spürt, dass sie mitspielen und sogar noch einen Gang hochschalten kann. Das wollen wir in der K.o.-Phase noch mehr unterstreichen."
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Überhaupt habe sich der deutsche Rekordmeister in der Champions League "eindrucksvoll zurückgemeldet. Wir haben eine Mannschaft mit viel Erfahrung, mit guten Einzelspielern, aber auch mit einer guten Organisation. Das wurde in Europa registriert. Wie weit wir kommen, liegt alleine an uns." Der ehrgeizige Klinsmann machte aber auch deutlich, "dass ich etwas reißen will. Das ist mein Anspruch. Deswegen passen der FC Bayern und ich auch so gut zusammen. Der Verein will auch am Saisonende am Marienplatz stehen", meinte der Weltmeister von 1990, der seine bisherige Zeit beim FC Bayern "trotz der anfänglichen sportlichen Unebenheiten sehr positiv" sieht.
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Aber Klinsmann weiß auch: "Meine Arbeit definiert sich letztendlich über den Erfolg." Diesen Druck empfindet der frühere Torjäger aber keineswegs als Belastung. "Im Gegenteil. Das ist positiv. Dieser Ergebnisdruck hält das ganze Umfeld immer auf Trab und auf Hochspannung. Die Spieler müssen lernen, damit zu leben. Keiner kann sich zurücklehnen. Das ist eine Kultur, die der FC Bayern entwickelt hat, immer das Maximum herauszuholen."
Deswegen sei es auch kein Problem, wenn sich etwa Präsident Franz Beckenbauer kritisch äußert: "Das ist eine Botschaft an uns: Mit so etwas können wir uns nicht zufrieden geben. Also ist die Konsequenz, dass aus dieser Verärgerung heraus noch mehr Energie entwickelt wird, wieder Erster zu werden. Das ist ein stetiger Ansporn. Deswegen steht der FC Bayern auch da, wo er seit Jahrzehnten steht."
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Anatolij Timoschtschuk von St. Petersburg ist bisher der prominenteste Neuzugang für die kommende Saison. (Foto: imago)
Im Moment stehen die Münchner als Vierter der Bundesliga jedoch nicht da, wo sie ihrem Selbstverständnis nach hingehören. Der durchwachsene Start in die Rückrunde mit zwei Niederlagen würde zwar nerven, "beunruhigt uns aber nicht". Im Gegensatz zur Vorrunde musste er in den vergangenen Tagen deshalb auch den Ton nicht verschärfen, "denn ich spüre, dass die Mannschaft sehr selbstkritisch ist und weiß, was sie sich da eingebrockt hat". Dass sein Team zu sehr von Franck Ribery abhängig sei, will Klinsmann nicht gelten lassen: "Das Wort Abhängigkeit wird der Mannschaft nicht gerecht. Franck ist ein Weltklassespieler. Die Mannschaft hat aber auch so sehr großes Potenzial."
Für die kommende Saison laufen die Planungen bereits auf Hochtouren. In Anatolij Timoschtschuk, Ivica Olic und Alexander Baumjohann stehen drei Neue bereits fest. "Im Großen und Ganzen haben wir für die nächste Saison schon eine sehr gute Mannschaft zusammen. Aber wir werden uns nach der Saison zusammensetzen und eine Bestandsaufnahme machen. Wo stehen wir im Vergleich zu Barcelona, Manchester United oder Inter Mailand? Da wird es einige Diskussionen geben", sagte Klinsmann.
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Dabei werde "die Position des rechten Verteidigers zum Beispiel ein Thema sein, auch ein Back-up für Philipp Lahm", kündigte der 108-malige Nationalspieler an, der davon ausgeht, dass Ze Roberto und Kapitän Mark van Bommel ihre Verträge verlängern. Noch keine Gespräche gab es mit dem AC Mailand über Leihgabe Massimo Oddo: "Da warten wir noch die Rückrunde ab".
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Verständnis äußerte Klinsmann indes für die Vereinsführung, die einen Kauf von Leihgabe Landon Donovan derzeit ausschließt: "Der Klub müsste für Landon viel Geld ausgeben. Da Ivica Olic schon unterschrieben hat und angesichts der Finanzkrise ist es legitim, dass der Klub überlegt, wie viel Geld er für einen weiteren Stürmer ausgibt."
Quelle: sid
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