06.10.2008, 14:53 Uhr
Klitschko und Peter wollen beiden den WM-Titel (Foto: dpa)Am Ende der Pressekonferenz kam der Titelverteidiger schon einmal ins straucheln. Sowohl WBC-Champion Samuel Peter als auch Herausforderer Vitali Klitschko hatten für die Fotografen kräftig am Weltmeisterschaftsgürtel gezogen. Auf die Bemerkung Peters "der gehört dir nicht" hatte Klitschko das gute Stück dann losgelassen. Der Weltmeister verlor zunächst die Balance, wankte. Aber er fiel nicht.
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Fünf Tage vor ihrem Aufeinandertreffen hatten sich die beiden Kontrahenten zuvor schon einmal einen verbalen Schlagabtausch geliefert. Peter kündigte an, seinem Gegner "einen Tritt in den Hintern" zu verpassen. Der 28-Jährige, der von seinen 31 Kämpfen nur den im September 2005 gegen Vitalis Bruder Wladimir verlor, gab sich siegessicher: "Ich bin jünger und besser." Auch Peters Trainer Stacey McKinley heizte die Stimmung an. Den Fotografen rief er zu: "Macht viele Bilder. Es wird das letzte Mal sein, dass ihr Klitschko stehen seht."
Die markigen Worte aus der gegnerischen Ecke konterte der Ukrainer ruhig. "Ich spüre regelrecht, dass er Angst vor mir hat." Für Klitschko ist es keine Frage, dass er als Sieger den Ring verlassen wird. "Aller guten Dinge sind drei. Ich habe zweimal um die WM-Krone geboxt und war zweimal erfolgreich. Ich werde auch dieses Mal Erfolg haben. Die Erfahrung wird die entscheidende Rolle spielen, nicht die Kraft oder Schnelligkeit", verkündete der 37-Jährige.
Vier Jahre nach seinem letzten Kampf sieht sich der ältere Klitschko-Bruder gut für seine Aufgabe gerüstet. Die Verletzungen, zuletzt hatte Vitali im letzten Herbst sein Comeback-Kampf gegen Jameel McCline kurz vor der Aufeinandertreffen wegen eines Bandscheibenvorfalls absagen müssen, habe er hinter sich gelassen. "Ich habe gehört, dass Peter schon einen Ersatzgegner gesucht hat. Aber ich bin gesund. Nur die Sparringspartner waren etwas unzufrieden - sie mussten ein bisschen zu viel Schmerzensgeld zahlen."
Klitschkos Trainer Fritz Sdunek erklärte, sein Schützling habe beim Trainingslager in Österreich "viele Leute verschlissen". Sein Schützling sei "in einer Top-Verfassung und kein bisschen eingerostet". Wie fast alle Beobachter rechnet auch Sdunek mit einem K.o. "Seid alle rechtzeitig da, denn der Kampf geht nicht über die volle Distanz", riet er deshalb den Zuschauern.
Denn sonst könnten die Fans in Berlin verpassen, Zeuge einer Weltpremiere zu werden. Bei einem Sieg Klitschkos wären erstmals zwei Brüder gleichzeitig Weltmeister im Schwergewicht. Wladimir ist derzeit Champion der Verbände IBF, WBO und IBO. "Wir wollen Box-Geschichte schreiben", bekräftigte deshalb Vitali. Er habe mit Wladimir immer den Traum gehabt, "gemeinsam Weltmeister zu sein".
Doch Peter, dessen Kampfname "Nigerianischer Albtraum" ist, möchte da nicht mitspielen. Im Gegenteil: "Ich werde erst Vitali schlagen und dann seinen Bruder. Da ist noch eine Rechnung zu begleichen", sagte Peter. Und dann würde ihm nur noch der Gürtel der WBA zur kompletten Titelsammlung fehlen.
Video: Vom Cut bis zum Tod
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Von Ali bis Tyson
Quelle: t-online.de , dpa , sid
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