11.06.2011, 19:12 Uhr
Philipp Petzschner beim Turnier in Halle.(Foto: dpa)
Das deutsche Tennis-Traumfinale in Halle ist perfekt. Die beiden Team-Weltmeister Philipp Kohlschreiber und Philipp Petzschner haben in der Vorschlussrunde jeweils einen Top-Ten-Spieler ausgeschaltet und ermitteln nun am Sonntag den fünften deutschen Champion bei dem Rasenturnier in Ostwestfalen.
Kohlschreiber trumpfte beim 6:3, 6:3 gegen den Franzosen Gael Monfils groß auf, Petzschner rang anschließend in einem hochklassigen Match den Tschechen Tomas Berdych mit 7:6 (9:7), 2:6, 6:3 nieder.
"Dafür haben wir die ganze Woche gekämpft", sagte Kohlschreiber mit Blick auf das deutsche Endspiel-Duell und betonte: "Ein Finale will keiner verlieren." Damit werden die deutschen Fans auf jeden Fall einen Heimsieg bejubeln können. Bislang haben sich vier deutsche Spieler in die Siegerliste eingetragen. Michael Stich machte 1994 den Anfang, es folgten David Prinosil (1999), Nicolas Kiefer (2000) und zuletzt 2009 Tommy Haas.
Petzschner zeigte gegen den Weltranglisten-Siebten Berdych von Beginn an, warum er auf Rasen zu den Besten seines Fachs zählt. Mit aggressivem Angriffsspiel und wuchtigen Aufschlägen zwang er den Turniersieger von 2007 nach der Abwehr von zwei Satzbällen in den Tiebreak, den er nervenstark zu seinen Gunsten abschloss und mit einem lauten "Come On" feierte.
Im zweiten Durchgang war der Wimbledonsieger im Doppel dann aber völlig von der Rolle, verlor gleich zweimal sein Service und gab den Satz mit 2:6 ab. Im dritten Satz gelang Petzschner das Break zum 4:2 - die Vorentscheidung. "Ich hatte super Unterstützung vom Publikum", sagte Petzschner, der dem Finale gegen seinen Landsmann entspannt entgegenblickte: "Wir können beide mit dieser Woche zufrieden sein."
Zuvor hatte sein Davis-Cup-Kollege Kohlschreiber den Weltranglisten-Achten Monfils klar beherrscht. "Ich bin überglücklich, dass ich noch mal ein gutes Match gezeigt habe", sagte der Halle-Finalist von 2008 nach dem Zwei-Satz-Sieg. Lob für den 27-Jährigen gab es vom Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen: "Er hat Gael Monfils nie ins Spiel kommen lassen. Er hat das sehr gut gemacht."
Auch Sabine Lisicki hat das Endspiel erreicht. Die 21-Jährige besiegte die favorisierte Chinesin Peng Shuai mit 6:3, 6:1 und zog so ins Finale beim Turnier in Birmingham ein. Dagegen war für Mona Barthel die Hürde im Halbfinale in Kopenhagen zu hoch. Die 20 Jahre alte Qualifikantin verlor gegen die Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki aus Dänemark mit 1:6, 2:6.
Lisicki steht zum vierten Mal im Finale eines WTA-Turniers. Gegen die Weltranglisten-20. und an Nummer drei gesetzte Peng Shuai galt sie als Außenseiterin. Dennoch hatte sie nur wenig Mühe, die höher positionierte Chinesin zu schlagen. Im Endspiel des mit 220.000 Dollar dotierten Rasenturniers wartet am Sonntag die Slowakin Daniela Hantuchova, die sich gegen Ana Ivanovic aus Serbien in drei Sätzen durchsetzte.
Quelle: dpa
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