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Kritik am DFB wegen des Ausschlusses Dresdens aus dem DFB-Pokal

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Dresden wehrt sich kollektiv gegen Ausschluss durch den DFB

25.11.2011, 21:34 Uhr

DFB-Vizepräsident Rainer Milkoreit. (Quelle: imago)

DFB-Vizepräsident Rainer Milkoreit. (Quelle: imago)

Der Pokal-Ausschluss von Dynamo Dresden durch den DFB ist im Osten Deutschlands auf Kritik gestoßen. Sogar ein DFB-Spitzenfunktionär äußerte sein Unverständnis. "Ich halte die Entscheidung für überhart und überzogen. Der ökonomische Verlust könnte für Dynamo Dresden in die Millionen gehen", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Milkoreit. Er ermutigte Dynamo zu einem Einspruch gegen das Urteil.

Foto-Serie: Dynamo-Fans randalieren in Dortmund
6 Bilder von 9

Der Ausschluss Dresdens aus dem DFB-Pokal-Wettbewerb erfolgte auf Grund der Ereignisse beim Zweitrundenspiel in Dortmund am 25. Oktober 2011. Vor und nach der Partie hatten Dresdner Rowdys randaliert und zwei Polizisten verletzt. Dynamo stand wegen zahlreicher Vorfälle in den vergangenen Jahren schon länger unter genauer Beobachtung durch den DFB.

Milkoreit: Kampf bis zur letzten Patrone

Dass der Verband nunmehr gehandelt und hart durchgegriffen hat, gefällt Milkoreit nicht. "Ich gehe davon aus, dass der Verein dagegen vorgeht und bis zur letzten Patrone kämpft. Die Strafe ist nicht überschaubar und deswegen nicht angemessen", sagte der Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV).

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Kirsten: DFB misst mit zweierlei Maß

Mehrere Dresdner Klub-Ikonen schlossen sich seiner Meinung an. "Ich bin der Überzeugung, dass man an Dynamo unbedingt ein Exempel statuieren wollte. Da wird mit zweierlei Maß gemessen: Auf die einen wird draufgeprügelt, die anderen kommen fast ungeschoren davon", sagte der frühere Dynamo-Stürmer Ulf Kirsten und bezeichnete das Urteil als "Höchststrafe".

Dörner betont den Imageschaden

Auch Hans-Jürgen Dörner sprang seinem Ex-Verein zur Seite. "Das ist sehr, sehr hart und bedeutet für den Klub einen weiteren Imageschaden. Aber auch für den gesamten deutschen Fußball ist es kein gutes Zeichen, wenn man eine Mannschaft aus dem eigenen Kreis ausschließt", sagte der 100-malige DDR-Auswahlspieler. Für Klub-Präsident Andreas Ritter ist die Strafe "fast schon ein Affront gegen Dynamo Dresden." Borussia Dortmund sei mit einer Geldstrafe in Höhe von 8000 Euro im Vergleich zu seinem Verein relativ glimpflich davongekommen.

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Dortmund geht in Berufung

Diese will der BVB allerdings anfechten. "Wir werden es nicht akzeptieren", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke "kicker online": "Wir gehen in Berufung. Das Urteil ist nur aus Gründen der Optik so gefällt worden. Wir haben uns nichts zuschulden kommen lassen und nichts falsch gemacht."

Sammer und Rummenigge haben kein Verständnis für Randalierer

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, der aus Dresden stammt, sagte: "Mein Herz hängt an Dynamo. Aber ich distanziere mich von Randalierern, die den Verein und den Fußball als Plattform benutzen. Ich habe keine goldene Theorie, die in der Praxis alles löst." Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bezeichnete das DFB-Urteil als "ein Zeichen" des Verbandes. "Die Fans müssen mal über den Tellerrand hinaus blicken. Der Klub muss jetzt für den Bärendienst bezahlen, den diese Fans ihm erwiesen haben", sagte der 56-Jährige der "Welt". Er bezeichnete die Ost-Kritik am DFB als "polemisch. Es wurde nach Statuten entschieden und nicht danach, wo ein Klub geographisch liegt oder welchen sportlichen Stellenwert er besitzt."

Mit der Milde des DFB ist es vorbei

Verunglückt und deplatziert liest sich Sören Klars Bemerkung im Rahmen der Sportgerichts-Verhandlung. Der Sicherheitsbeauftragte von Dynamo bezeichnete die Dresdner Hooligans in der sechsstündigen Verhandlung in Frankfurt als "erlebnisorientierte Fans". Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, konnte diese Sichtweise nicht nachvollziehen. "Die Strafen haben bisher in Fußball-Deutschland zu wenig geführt. Die Sanktionen, die wir bisher verhängt haben, waren augenscheinlich zu milde", sagte Nachreiner.

Eine Woche Zeit für einen Einspruch

Gegen das Urteil kann der Verein innerhalb von einer Woche Einspruch einlegen. Der Klub teilte mit, dass sich Anfang kommender Woche die Vorsitzenden aller Dynamo-Gremien auf einer außerordentlichen Sitzung nach Auswertung des DFB-Urteils über die weitere Verfahrensweise des Vereins beraten.


Quelle: sid

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