16.02.2011, 15:39 Uhr | sid
Die Abschieds-Tour fällt aus, Lance Armstrong hat still und heimlich die Radsport-Bühne durch die Hintertür verlassen. "Ich kann nicht sagen, dass ich irgendetwas bereue. Es war eine exzellente Reise", sagte der 39-Jährige in einem Interview in seiner Heimat und setzt nun einen Schlussstrich unter eine der schillerndsten Karrieren im Profisport.
Der Texaner, der den Krebs besiegte, der sieben Jahre bei der Tour de France seine Rivalen um Jan Ullrich demütigte, der zuletzt immer mehr ins Fadenkreuz der Doping-Ermittler geriet, steigt vom Rad. Diesmal endgültig, wie der 39-Jährige betonte. Die Abschieds-Tournee bei der Kalifornien-Rundfahrt spart er sich damit.
Doch eine Jubelfahrt hätte es wohl so oder so nicht gegeben. Bereits seine letzten Auftritte wie im vergangenen Jahr bei der Tour de France oder im Januar bei der Tour Down Under waren überschattet von ständig neuen Doping-Anschuldigungen, insbesondere durch seinen früheren Teamkollegen Floyd Landis. "Ich kann nicht kontrollieren, was bei den Ermittlungen passiert. Deshalb habe ich Leute engagiert, die mir helfen. Ich versuche, dass es mich nicht beschäftigt", sagte Armstrong hinsichtlich der Ermittlungen von Cheffahnder Jeff Novitzky. "Ich weiß, was ich tue, und ich weiß, was ich getan habe. Es ändert nichts."
Offenbar ist Armstrong müde geworden, immer und immer wieder Fragen zu seiner zweifelhaften Vergangenheit beantworten zu müssen. Landsmann Landis hatte die Ermittlungen durch sein Doping-Geständnis im Mai 2010 ins Rollen gebracht. Der 34-Jährige hatte dabei schwere Anschuldigungen gegen Armstrong und weitere Mitglieder des Teams erhoben. Ein perfekt durchorganisiertes Dopingsystem habe es einst bei US Postal gegeben.
Der siebenfache Tour-de-France-Sieger beendet seine Radprofi-Karriere. In einem Interview sagte der 39-Jährige, dass der Abschied diesmal endgültig sei. zum Video
Nun das Karriereende 2.0, denn Armstrong hatte bereits im Jahr 2005 nach seinem siebten Toursieg seine Laufbahn erstmals beendet, ehe er dreieinhalb Jahre später ein Comeback wagte. "Ich dachte, ich könnte die Tour noch einmal gewinnen, aber es hat nicht funktioniert", erklärte Armstrong. Bei der Frankreich-Rundfahrt 2009 erreichte er nochmal einen dritten Gesamtrang, im vergangenen Jahr war er dagegen chancenlos auf Rang 23 gelandet.
Mit derartigen Plätzen hatte sich Armstrong in seiner Karriere nie anfreunden können. Als der frühere Straßenrad-Weltmeister nach überstandener Hodenkrebserkrankung bei der Tour 1999 an den Start ging, war er stärker als je zuvor. Der einstmals etwas bullig wirkende Armstrong hatte einige Kilos abgenommen und sich zu einem exzellenten Rundfahrer entwickelt. Armstrong dominierte die Tour wie vorher nur Eddy Merckx, Bernard Hinault oder Miguel Indurain.
Der dreimalige Tour-de-France-Sieger wird vom Dopingvorwurf freigesprochen. zum Video
Das bekam insbesondere Jan Ullrich schmerzlich zu spüren. An Armstrong kam der einzige deutsche Toursieger nicht mehr vorbei. Dreimal Zweiter, einmal Dritter, einmal Vierter lautete die ernüchternde Ullrich-Bilanz während der Armstrong-Herrschaft in Frankreich. In Erinnerung bleiben große Auftritte Armstrongs wie einst in Alpe d'Huez, als er die ganze Etappe über Schwächen simulierte, um dann im Radsport-Mekka Ullrich davonzufahren. Oder 2003 beim Aufstieg nach Luz-Ardiden. Armstrong stürzte, kämpfte sich wieder heran und fuhr schließlich Ullrich davon. Am Ende holte er sich mit 61 Sekunden Vorsprung den Toursieg vor Ullrich.
Quelle: sid
MS schrieb:
am 16. Februar 2011 um 19:08:43
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Radsport=Doping
Bei den negativen Schlagzeilen jedes Jahr, was das Doping angeht, ist das auch besser so... Ich glaub da eh keinem
"Strampler" mehr, was denen ihre Leistung an geht.
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Martin schrieb:
am 16. Februar 2011 um 19:03:54
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@Karen U.
Interessant. Das war mir nicht bekannt. 12% ist eine ganze Menge...
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Manfed schrieb:
am 16. Februar 2011 um 18:55:25
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Lance Armstrong beendet seine Radsport-Karriere
falls Lance dedopt hat war er den Abgang gut vorbereitet.
Jan wurde fertig gemacht, obwohl
ihm nie etwas nachgewiesen werden konnte
das ist eben die deutsche Mentalität, draufhauen, fertig machen, sperren, Beweise gibt es später falls überhaupt
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