sid, dpa
Evi Sachenbacher-Stehle hat mit einem starken ersten nacholympischen Auftritt ihren Ruf als "Frau des Saisonendes" untermauert. Beim Weltcup im finnischen Lahti kam die Team-Sprint-Olympiasiegerin in der Doppelverfolgung als Sechste ins Ziel und feierte damit ihr zweitbestes Weltcup-Saisonergebnis. Bei den Herren landete der Olympiazweite Tobias Angerer auf Platz sieben. Ein Grund für das unbefriedigende Ergebnis Angerers waren Probleme mit den Ski, die erst am Morgen vor den Rennen mit dem Flieger von den Winterspielen in Vancouver eingetroffen waren.
"Ich hatte einfach keine Chance mit dem Ski. Das Podium wäre mindestens drin gewesen, deshalb ärgert mich das Resultat umso mehr", sagte Angerer und knallte wütend seinen Skistock in den Schnee. Er hatte im Ziel des 30-Kilometer-Jagdrennens 56,7 Sekunden Rückstand auf den französischen Überraschungssieger Maurice Manificat. Bis Kilometer 20 hatte Angerer das Rennen mitbestimmt, doch dann war sein Material zu schlecht: "Ich habe gearbeitet wie ein Wahnsinniger, und die Form ist richtig gut, aber mit dem Brett ging es einfach nicht."
Jens Filbrich hatte noch mehr Pech, denn ihm brach bei einem Sturz ein Skistock. Filbrich kam abgeschlagen als 39. ins Ziel. Der doppelte Olympiazweite Axel Teichmann hatte wie die leicht erkältete Teamsprint-Olympiasiegerin Claudia Nystad auf den Start in Finnland verzichtet. Ihre "Goldkollegin" Sachenbacher-Stehle hatte im 15-Kilometer-Jagdrennen 49,5 Sekunden Rückstand auf Siegerin Marit Björgen. Die dreimalige Olympiasiegerin aus Norwegen siegte mit 11,1 Sekunden Vorsprung vor Justyna Kowalczyk. Die Olympiasiegerin aus Polen hat damit die große Kristallkugel so gut wie sicher: "Ich bin überzeugt, dass das für den Sieg im Gesamtweltcup reicht."
Sachenbacher-Stehle schaffte ihr zweitbestes Saisonresultat im Weltcup, obwohl sie sich wegen des fehlenden Materials Sorgen gemacht hatte: "Ich bin nachts aufgewacht und habe mich gefragt, ob die Ski noch rechtzeitig ankommen." Am Ende hatte der kanadische Zoll aber ein Einsehen und die Ski kamen noch rechtzeitig in Finnland an. "Die letzte Woche nach Olympia war stressig, aber das war ein Superrennen von mir", sagte Sachenbacher-Stehle. Nicole Fessel wurde 16., Katrin Zeller landete auf Platz 18. Biathletin Miriam Gössner, die erstmals auch in der klassischen Technik lief, landete auf Platz 26.
Bei den Herren sammelten die Youngster Tim Tscharnke als 16., Hannes Dotzler auf Platz 26 und Philipp Marschall als 30. Weltcup-Punkte. Herren-Chefcoach Cuno Schreyl war begeistert: "Eine bravouröse Leistung der Jungs, auch wenn vorn der Podestplatz gefehlt hat. "Der soll am Sonntag erreicht werden, wenn bei der Olympia-Revanche die Staffelrennen über die Bühne gehen.
Quelle: sid
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