15.08.2009, 11:25 Uhr
Paderborns Lavelle Felton erliegt seinen Schussverletzungen. (Foto: AP)Die Polizei in Milwaukee tappt weiterhin im Dunkeln: Warum musste Lavelle Felton sterben? Der in der vergangenen Saison noch in Paderborn in der Basketball-Bundesliga angestellte US-Amerikaner starb am 13. August gegen 21.30 Uhr im Froedtert Memorial Lutherian Hospital Milwaukees. In der Nacht auf den 12. August hatte ein noch Unbekannter den 29-Jährigen in dessen Auto an einer Tankstelle gegen zwei Uhr in den Kopf geschossen.
Felton soll sich auf dem Rückweg von einer Party befunden haben.
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"Wenn du Lavelle sahst, ging es dir besser", beschrieb der trauernde Stiefvater Ken McLean gegenüber dem "Journal Sentinel" in Milwaukee den Toten. "Er trug immer ein Lächeln im Gesicht." Mit dem Engagement in Paderborn habe er sich einen Traum erfüllt. "Er lebte ihn. Er war ein Publikumsliebling."
Felton kam herum durch seinen Sport, spielte in der Türkei, Griechenland und Frankreich, ehe er im Sommer 2008 aus Jena nach Ost-Westfalen kam. Er hatte letzte Saison maßgeblichen Anteil an Paderborns Playoff-Premiere, wurde im neuen Kader jedoch nicht berücksichtigt und ging deshalb zurück nach Milwaukee. Aktuell habe ihm ein Angebot vorgelegen, seine Karriere auf Zypern fortzusetzen. Darüber habe Felton demnächst mit seinem Berater Mark Mayemura sprechen wollen.
In Paderborn wurde die Hiobsbotschaft mit großer Bestürzung aufgenommen. "Ich bin zutiefst schockiert. Lavelle war ein Supertyp, mit dem man viel Spaß haben konnte. Er hatte eigentlich immer gute Laune", sagte Baskets-Präsident Wolfgang Walter. Auch der ehemalige Baskets-Coach Doug Spradley war tief betroffen. "So weit dieses Ereignis auch entfernt von uns passiert ist: Das geht einem ganz nah", sagte Spradley, der in der kommenden Saison die Eisbären Bremerhaven trainieren wird. "Im Sommer war ich noch zu Besuch bei Lavelle. Nach dieser Nachricht kann ich an nichts anderes mehr denken. Unfassbar", sagte Baskets-Kapitän Marius Nolte.
Felton bestritt in der vergangenen Saison 39 Spiele für Paderborn, bei denen er im Durchschnitt 27 Minuten auf dem Platz stand und 10,6 Punkte erzielte. Damit verhalf er seiner Mannschaft zum Einzug in die Play-offs, wo die Baskets allerdings in ersten Runde mit 2:3 an Alba Berlin scheiterten.
Basketball war die Passion des Familienmenschen Felton."Er war ein so großartiger Mensch", fuhr McLean fort. Felton, den sie unter Verwandten und Freunden "Velle" oder "Romie" riefen, hinterließ seine Freundin Deja, einen fünfjährigen Stiefsohn, einen vierjährigen leiblichen Sohn und eine zweijährige Tochter. Die beiden leiblichen Kinder hatte der Guard mit seiner Freundin.
Ein Zeuge der Tat habe berichtet, so McLean, Felton sei beim Betanken seines Wagens von einem anderen Fahrer abgelenkt worden. Der habe sich seltsam benommen. Derweil sei ein zweiter Mann aufgetaucht und habe auf Felton geschossen. McLean nannte es "sinnlos" und "idiotisch", was sich abgespielt haben soll und ist sauer auf die Polizei. Die habe sich nicht bei ihm gemeldet. Deren Sprecherin Anne E. Schwartz meinte: "Wir arbeiten daran, den Mörder zu finden. Wir sind auf der Suche nach einem Motiv." Die Angaben, die McLean in einer Mail an die Polizei gemacht habe, bezeichnete Schwartz als "ungenau".
Quelle: t-online.de , sid , dpa
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