13.06.2011, 15:01 Uhr
Wahnsinn, Wunder oder einfach nur Le Mans: Audi-Pilot Mike Rockenfeller hat den Horror-Crash mit mehr als 300 km/h beim 24 Stunden-Rennen nahezu unverletzt überlebt. Nichts anderes zählt, nichts anderes ist wichtig. Auch nicht, dass am Ende Marcel Fässler, Andre Lotterer und Benoit Treluyer den zehnten Gesamtsieg für Audi holten.
Im Moment des größten Erfolges war das gesamte Audi-Team mit seinen Gedanken bei Rockenfeller. Für die Siegerehrung hatten die Mechaniker extra ein Schild mit der Aufschrift "Rocky - We wish you the best. We missed you here!" ("Wir wünschen dir das Beste. Wir haben dich hier vermisst") angefertigt und somit via Fernsehen ihre Genesungswünsche übermittelt.
Es war Samstagabend 22.41 Uhr, als den Zuschauern plötzlich der Atem stockte: Die Fernsehkameras zeigten umherfliegende Fahrzeugteile, dem ersten Eindruck nach waren es Tausende. Menschen schrien, packten sich fassungslos an den Kopf. Schon wieder ein Horror-Unfall, der das Blut in den Adern gefrieren ließ.
Bereits sieben Stunden zuvor war der schottische Audi-Pilot Allan McNish bei einem schweren Crash nur haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. McNishs Audi hatte sich nach einer Kollision überschlagen und war an den Reifenstapeln, hinter denen zahlreiche Fotografen und Streckenposten standen, hängengeblieben.
Allan McNish kracht ungebremst in einen Reifenstapel. zum Video
Es verging eine gefühlte Ewigkeit, bis Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich vorsichtige Entwarnung geben konnte: "Rocky ist aus eigener Kraft aus dem Auto ausgestiegen.' Applaus brandete auf, kollektive Erleichterung machte sich breit. Von großem Glück ist die Rede, einige sprachen von Schutzengeln. Andere gingen sogar noch weiter. "Es ist ein Wunder, früher wäre da niemand lebend ausgestiegen", sagte der ehemalige Formel-1-Pilot, DTM-Champion und Le-Mans-Sieger Hans-Joachim Stuck.
Wie Mike Rockenfeller erwischte es auch Allan McNish bei einem Unfall schwer. (Foto: AP)
"Kohlefaser sei dank. Die Sicherheitsstandards sind einfach enorm und haben mir das Leben gerettet", sagte Rockenfeller, nachdem im Krankenhaus untersucht worden war. "Ich hatte noch nie in meinem Leben einen solchen Unfall und hoffe, dass ich das auch nicht mehr erfahren muss." Auch Rockenfellers Teamkollege McNish wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte: "Ich danke den Audi-Designern. Sie haben dieses Auto gebaut und offensichtlich einen sehr guten Job gemacht."
In der 79-jährigen Geschichte des Langstreckenklassikers verloren bereits 116 Menschen ihr Leben, davon alleine 84 im Jahr 1955, als der Franzose Pierre Levegh mit seinem Auto in die Zuschauertribüne geflogen war.
Quelle: sid
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