11.06.2011, 16:20 Uhr
Allan McNish kracht mit seinem Audi R18 TDI nach einer Kollision in einen Reifenstapel. (Foto: dpa)
Zwei Horrorunfälle von Audi-Piloten binnen acht Stunden haben das sportliche Geschehen beim Langstreckenklassiker in Le Mans in den Hintergrund gedrängt. Nachdem kurz nach dem Start Allan McNish nach einer Kollision in die Reifenstapel gekracht war und Teile seines Autos durch die Luft geschleudert waren, erwischte es in der 117. Runde Vorjahressieger Mike Rockenfeller. Bei einem Überholmanöver in der Indianapolis-Passage berührte er wie schon McNish bei seinem Crash einen vor ihm fahrenden Ferrari der langsameren GT-Klasse.An dieser Stelle erreichen die Audis eine Spitzengeschwindigkeit von über 300 Stundenkilometern.
Allan McNish kracht ungebremst in einen Reifenstapel. zum Video
Der Rockenfeller-Audi krachte in die Leitplanken, Teile des Autos flogen wie Geschosse durch die Nacht. Übrig blieb ein völlig zerstörtes Auto. Nach bangen Minuten gaben die Veranstalter der 24 Stunden von Le Mans dann per Durchsage erste Entwarnung: Rockenfeller schaffte es aus eigener Kraft aus dem zerstörten Audi. Der Neuwieder begab sich direkt ins Medical Car, das an den Unfallort gerast war.
Wie schon nach McNishs Unfall kam das Safety Car auf die Strecke. Er sei ansprechbar gewesen, habe geantwortet, sagte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. Eine Fleischschwunde am Arm soll die einzige sichtbare Verletzung von Rockenfeller sein. Zur weiteren Untersuchung wurde der Neuwieder ins Krankenhaus von Le Mans gebracht. Der Ferrari konnte das Rennen fortsetzen.
In der Audi-Box herrschte nach dem schrecklichen Bildern vom zerstörten zweiten High-Tech-Wagen erneut Fassungslosigkeit und Entsetzen. Am Nachmittag war schon McNish schwer verunglück. Der Schotte krachte mit seinem Wagen mit großer Wucht in die Reifenstapel, der Audi wurde in die Luft geschleudert, drohte sogar über die Barriere zu fliegen. Doch kurz danach stieg McNish unverletzt aus dem Wrack.
"Alles in Ordnung", teilte sein Rennstall rund zwei Stunden nach dem Unfall mit. Bei McNish wurde lediglich eine leichte Gehirnerschütterung diagnostiziert. Der Schotte hatte beim Überholen mit seinem Audi den Ferrari von Anthony Beltoise berührt und war dann von der Strecke abgekommen war. Beltoise kam mit dem Schrecken davon, ebenso wie die unmittelbar am Unfallort stehenden Fotografen und Streckenposten, die vor den umherfliegenden Teilen in Deckung gingen und sich teilweise zum Schutz schnell auf den Boden warfen.
Vor 56 Jahren hatte sich in Le Mans der bis heute schwerste Unfall im Motorsport ereignet: Am 11. Juni 1955 waren nach einem Crash zwischen Mike Hawthorn und Pierre Levegh Teile des Mercedes des Franzosen auf die Haupttribüne geflogen. Über 80 Menschen starben damals, auch Levegh war unter den Opfern.
Quelle: dpa
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