02.05.2010, 15:09 Uhr | sid, dpa
Usain Bolt läuft trotz Gegenwind wieder Weltklasse. (Foto: Reuters)
Mit einem Blitz-Start in die Saison hat Super-Sprinter Usain Bolt 40.000 Fans total begeistert und trotz Gegenwinds für die viertschnellste 200-Meter-Zeit der Leichtathletik-Geschichte gesorgt. 19,56 Sekunden - bisher waren nur der 23 Jahre alte Jamaikaner selbst bei seinen beiden Weltrekorden (19,19/19,30) und Ex-Weltrekordler Michael Johnson (19,32) schneller.
"19,56 sind sehr gut, schließlich will ich in dieser Saison keine Rekorde brechen. Ich bin hier einfach hergekommen, um Jamaika eine gute Show zu bieten", sagte der Olympiasieger, Weltrekordler und Weltmeister nach seiner One-Man-Show in Jamaikas Hauptstadt Kingston. Dann deutete er an, was in dieser Saison möglich sein könnte: "Ich stehe jetzt bei 95 Prozent meiner Fähigkeiten und muss noch viel arbeiten."
Wie der Blitz fegte Bolt auf Bahn 5 ins Ziel, der Gegenwind von 0,8 Meter/Sekunden wertete die Weltklassezeit von 19,56 Sekunden noch auf. Und wieder einmal ließ der schnellste Mann der Welt der Konkurrenz keine Chance. US-Sprinter Wallace Spearmon hatte als Zweiter bereits einen Rückstand von 42/100 Sekunden. Bolt sorgte bei dem internationalen Leichtathletik-Meeting im Nationalstadion für eine von fünf Weltjahresbestleistungen. Noch nie war der Olympiasieger über 200 Meter so flott in die Saison gestartet.
US-Sprinter Tyson Gay ging seinem Dauerrivalen Bolt aus dem Weg - und siegte ebenfalls: In 45,05 Sekunden gab der Amerikaner ein beachtliches 400-Meter-Debüt. Die WM-Dritte Carmelita Jeter gewann die 100 Meter in starken 10,94 Sekunden. Zum ersten Zwei-Meter- Hochsprung der Freiluftsaison schwang sich Chaunte Howard (USA) auf.
Gute Zeiten wurden nicht nur von der Karibik-Insel gemeldet, auch in Thüringen ging die Post ab: Bei den deutschen 10.000-Meter-Meisterschaften in Ohrdruf blieb ein Quartett unter den Normzeiten für die Europameisterschaften Ende Juli in Barcelona. Sabrina Mockenhaupt feierte bei ihrem Soloritt nach 32:10,31 Minuten bereits ihren sechsten Titelgewinn auf der längsten olympischen Stadionstrecke. Bei den Männern sicherten sich der neue Meister Christian Glatting (28:40,18) vor Hindernis-Spezialist Filmon Ghirmai (28:41,30) und Junior Musa Roba-Kinkal (28:41,90) die Medaillen und erfüllten die EM-Norm (28:45).
Streckenrekorde gab es beim Marathon in Hannover und Düsseldorf. In Niedersachsen waren die Afrikaner vorn, der Kenianer Yussuf Songoka setzte sich in 2:08:52 Stunden durch. Dagegen dominierten am Rhein nicht die Dauerläufer aus Kenia und Äthiopien, sondern drei Europäer: Jaroslaw Musinschi aus Moldau stellte in 2:08:32 Stunden einen Streckenrekord auf. Damit blieb der 33-Jährige als erster Europäer in diesem Jahr unter 2:10 Stunden und ist damit ein Favorit für die Leichtathletik-EM in Barcelona. Zweiter wurde Andrej Toptun (Ukraine/2:12:09) vor Pawel Ochal (Polen/2:13:23). Trotz Rückenproblemen und Trainingsdefiziten kam Falk Cierpinski in 2:17:18 Stunden auf Rang vier.
Quelle: dpa
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