05.09.2010, 20:53 Uhr | dpa
Robert Harting überzeugt auch am Ende der Saison. (Foto: imago)
Das Leichtathletik-Team aus Europa hat beim Heimspiel im kroatischen Split den ersten Continental Cup gewonnen. Die sieben deutschen Asse buchten 42 Punkte auf das Siegerkonto und feierten Diskuswurf-Weltmeister Robert Harting als ihren einzigen Gewinner. Fünf Wochen nach den Europameisterschaften konnte das Gold-Quartett von Barcelona beim Mannschaftsvergleich von vier Kontinenten zwar kaum noch glänzen, schlug sich zum Saison-Ausklang aber achtbar.
"Die Luft ist raus, die Spannung fehlt. Ich mache jetzt erst einmal Urlaub", sagte Hammer-Frau Betty Heidler nach ihrem vierten Platz - und sprach damit ihren deutschen Mannschaftskollegen aus der Seele. Amerika - erstmals waren Nord, Mittel und Süd vereint - und Europa lieferten sich beim Weltcup-Nachfolger bis zur letzten Staffel ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Zur Halbzeit führten noch die favorisierten Amerikaner, nach 40 Disziplinen jubelten aber die Europäer (429 Punkte). Hinter Amerika (419,5) landete die Mannschaft aus Afrika (292) schon deutlich abgeschlagen auf dem dritten Platz vor dem Team Asien/Pazifik (286,5).
"Ein Super-Wettkampf heute, obwohl es etwas an der Technik gemangelt hat", sagte Harting nach seinem Sieg mit 66,85 Metern. Den Diskus musste sich der EM-Zweite vom zweitplatzierten Australier Benn Harradine (Landesrekord 66,45 Meter) borgen, weil seine fünf Jahre alte Zwei-Kilo-Scheibe beim Wiegen ein Gramm zu leicht war.
100-Meter-Sprinterin Verena Sailer landete in 11,26 Sekunden ebenso auf Platz vier, wie Speerwurf-Europameisterin Linda Stahl und Heidler. Speerwerfer Matthias de Zordo musste sich wie bei der EM dem übermächtigen Norweger Andreas Thorkildsen geschlagen geben, der sich mit 89,26 Metern durchsetzte. Hinter dem Südafrikaner Gerhardus Pienaar (83,17) wurde der Saarbrücker (82,89) Dritter.
Die Stimmung unter den rund 25.000 Zuschauern im EM-Stadion von 1990 war durchgehend gut - den Höhepunkt gab es allerdings zum Schluss: Lokalmatadorin Blanka Vlasic feierte den von allen ersehnten Favoritensieg im Hochsprung. Mit starken 2,05 Meter setzte sich die Welt- und Europameisterin unangefochten vor der Schwedin Emma Green (1,95) durch und stellte die Jahresweltbestleistung von Chaunté Howard-Lowe (USA) ein. Danach scheiterte Vlasic dreimal an der Weltrekordhöhe von 2,10 Meter.
Für weitere Jahresweltbestleistungen sorgten Stabhochsprung- Weltmeister Steven Hooker (Australien/5,95 Meter) und die kasachische Dreispringerin Olga Rypakowa mit dem Asien-Rekord von 15,25 Meter. Eine Woche nach seinem zweiten 800-Meter-Weltrekord (1:41,01) lief der Kenianer David Lekuta Rudisha ein taktisches Rennen, um Afrika in 1:43,37 Minuten die acht Siegpunkte zu sichern.
Quelle: dpa
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