26.02.2011, 16:52 Uhr | sid
Verena Sailer: Starkes Resultat im 60-Meter-Sprint. (Foto: imago)
Am ersten Tag der deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in Leipzig haben die Athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) mit starken Leistungen überzeugt und ARD und ZDF gute Argumente in der Diskussion um Live-Bilder von der kommenden Leichtathletik-WM geliefert. Die Europameisterin im 100-Meter-Sprint, Verena Sailer, fuhr über 60 Meter einen klaren Sieg in 7,28 Sekunden ein.
Im Halbfinale war Sailer 7,25 Sekunden gesprintet. Bei den Männern erfüllte der Wattenscheider Christian Blum in 6,63 Sekunden die EM-Norm. Team-Kollege Alexander Kosenkow und Tobias Unger traten nach dem Halbfinale nicht mehr zum Endlauf an. Unger zog sich im Vorlauf eine Muskelverhärtung zu. Danach ging nichts mehr. "Nach 30 Metern habe ich diese Schmerzen im rechten Quadrizeps gespürt", sagte er nach seinem Sieg in 6,78 Sekunden.
An die Spitze der Weltrangliste setzte sich Sabine Krantz, die beim Comeback nach ihrer Babypause den ersten Titel im 3000-Meter-Bahngehen in 12:18 Minuten gewann und dabei Dauerrivalin Melanie Seeger (12:31 Minuten) klar distanzierte. "Dafür dass ich erst seit zwei Monaten wieder gehe, war es ein super Gefühl", sagte die Siegerin.
Im Kugelstoßen steigerte sich Christina Schwanitz auf 18,87 Meter und fährt nach derzeitiger Situation als Nummer eins der Welt zur Hallen-EM in Paris (4. bis 6. März). Für die 25-Jährige war es der erste Hallen-Titel. In der Männer-Konkurrenz gelang Junioren-Weltrekordler David Storl ein Traum-Comeback. Der 20-Jährige aus Chemnitz, den bis Dezember Pfeiffersches Drüsenfieber außer Gefecht gesetzt hatte, schlug beim Saisoneinstand mit 20,70 Meter erstmals bei Titelkämpfen den EM-Dritten und Serienmeister Ralf Bartels (20,68 Meter). "Beim ersten Stoß hatte ich noch richtig weiche Knie. Ich bin absolut erstaunt, wie gut es danach lief", sagte das Riesentalent Storl. Bartels, mit 20,91 Metern Europas Jahresbester: "Körperlich stimmt alles, aber irgendwie will ich es zu gut machen und bin deshalb im Kopf zu fest."
Im Stabhochsprung verteidigte Malte Mohr seinen Titel im Schongang. Dem Hallen-Vize-Weltmeister, in dieser Saison mit 5,86 Meter Nummer drei in der Welt, reichten im ersten Versuch übersprungene 5,65 Meter zum Sieg. Zweiter wurde Altmeister Tim Lobinger (5,60 Meter). Hallen-Europarekordler Sebastian Bayer kam beim Weitsprung-Sieg in Abwesenheit von Europameister Christian Reif mit 8,02 Meter erstmals in dieser Saison über die acht-Meter-Marke. Im Dreisprung verfehlte die Jenaerin Katja Demut ihre Weltjahresbestmarke mit 14,20 Metern um 27 Zentimeter.
Am Rande der Titelkämpfe hatte DLV-Präsident Clemens Prokop in der Kontroverse um die fragliche Live-Übertragung der WM in Daegue/Südkorea Kritik am deutschen Fernsehen und den internationalen Leichtathletik-Verbänden IAAF und EAA geübt. Allerdings scheinen nach Stillstand der Verhandlungen seit Januar nach einem offenen Brief der deutschen Athleten an die öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF Gespräche über eine Lösung wieder in Gang zu kommen.
Quelle: sid
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