10.12.2007, 16:03 Uhr
Ist ihre Olympiamedaillen los: Marion Jones (Foto: imago)Dopingsünderin Marion Jones ist ihre fünf Olympia-Medaillen von Sydney 2000 nun auch offiziell los. Dies hat die Exekutive des Internationale Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne entschieden. Zugleich wurde die geständige Amerikanerin auch nachträglich von den Sommerspielen 2004 in Athen disqualifiziert, wo sie im Weitsprung den fünften Platz belegt hatte. Wie IOC-Präsident Jacques Rogge auf einer Pressekonferenz mitteilte, sind Folgeentscheidungen im Fall Jones dagegen vertagt worden.
AussageBalco-Gründer Conte will auspacken
Rogge erklärte außerdem, dass Marion Jones nicht für die Spiele im August 2008 in Peking zugelassen werde, "weder als Athlet noch in irgendeiner anderen Funktion". Sollten bei den Balco-Ermittlungen weitere Erkenntnisse gewonnen werden, könne die Amerikanerin auch noch auf Lebenszeit von Olympia verbannt werden. "Das war eine leichte Entscheidung, die Fakten waren klar", sagte IOC-Vizepräsident Thomas Bach als Vorsitzender der Disziplinarkommission.
Die von IOC-Vizepräsident Thomas Bach geleitete Disziplinarkommission will zunächst Einblick in zusätzliche Dokumente nehmen. Insbesondere würden neue Erkenntnisse aus dem Skandal um das amerikanische Balco-Labor erwartet. Erst danach könne über mögliche Nachrücker auf die vakanten Medaillenplätze entschieden werden. Marion Jones hatte in Sydney über 100 und 200 Meter und mit der 4 x 400-Meter-Staffel der USA Gold sowie im Weitsprung und der Sprintstaffel Bronze gewonnen. Also könnte das 100-Meter-Gold von Sydney an die damalige Zweitplatzierte, die Griechin Ekaterini Thanou, gehen. Pikant: Thanou und ihr griechischer Sprintkollege Konstantinos Kenteris waren vier Jahre später in Athen ebenfalls unter Dopingverdacht geraten und von den Spielen ausgeschlossen worden.
Rogge selbst hatte die Initiative ergriffen, um auch die Staffelkolleginnen von Jones in Sydney zu disqualifizieren. Dazu müssten aber erst alle rechtlichen Fragen geklärt sein. Eine Entscheidung werde möglicherweise erst bei den IOC-Sitzungen im Vorfeld der Olympischen Spiele im August 2008 in Peking fallen.
Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hatte vor zwei Wochen auch alle WM-Medaillen von Marion Jones kassiert, sie aus allen Ergebnislisten seit dem 1. Oktober 2000 gestrichen und alle Prämien zurückgefordert. Olympia-Medaillen kann indes nur das IOC entziehen. USOC hatte die anderen acht US-Staffelläuferinnen - im Vorlauf war jeweils eine Jones-Vertreterin eingesetzt worden - aufgefordert, alle Medaillen zurückzugeben.
Quelle: dpa
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