02.08.2010, 14:25 Uhr | sid
Verena Sailer (von links nach rechts), Linda Stahl und Christian Reif sind die neuen DLV-Identifikationsfiguren. (Foto: Montage t-online; imago)
In den Reißwolf mit der Statistik. Was zählt, sind die neuen Siegertypen und Gesichter. Dass Deutschlands Leichtathleten im EM-Titelrennen von Barcelona gegen Russland (10 Mal Gold), Frankreich (8) und Großbritannien (6) mit 16 Medaillen (4-6-6) nur als Vierte ins Ziel sprinteten, war völlig egal, als der letzte Vorhang fiel.
Denn das Wichtigste lässt sich nicht in Zahlen messen: Deutschlands Leichtathletik hat endlich neue Identifikationsfiguren. Es gab Triumphe von Weitspringer Christian Reif, 100-Meter-Siegerin Verena Sailer, Speer-Überraschung Linda Stahl und dem beim Silberwurf sensationell verbesserten Branchenkollegen Matthias de Zordo. Auch 1500-Meter-Aufsteiger Carsten Schlangen, die Stabhochspringerinnen Silke Spiegelburg und Lisa Ryzih sowie Hürdensprinterin Carolin Nytra geben der oft antiquiert daher kommenden Sportart neues Profil.
"Das ist es, was wir so lange vermisst haben", sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes(DLV). "Gemessen am Weltniveau hätten unsere Athleten heute bei Olympia bessere Chancen als Russen, Briten und Franzosen." Prokop kennt die Mechanismen, die da greifen: Ohne charismatische Athleten keine Öffentlichkeit, kein Fernsehen, keine Sponsoren - und wenig Geld für den Verband, der über ein Budget verfügt, das andere Profisportarten milde lächeln lässt.
Erstmals seit der Wiedervereinigung wurden bei einer internationalen Meisterschaft so viele neue Helden geboren wie diesmal am Olympiaberg Montjuic. Dort, wo 1992 Dieter Baumann (5000 Meter), Heike Drechsler (Weitsprung), Heike Henkel (Hochsprung) und Silke Renk (Speerwurf) gesiegt hatten, gab es wie damals vier Titel - auf anderer Ebene. Vier waren es auch 2006 bei der EM in Göteborg gewesen, als der DLV (4-4-2) zehnmal Edelmetall gewonnen hatte.
Der Verband ist mit den Leistungen der deutschen Athleten bei der EM in Barcelona zufrieden. zum Video
Der Medaillenregen am Montjuic lässt den DLV zuversichtlich in Richtung Olympia 2012 blicken. "Wir sind zwei Jahre vor London schon viel weiter als wir 2008 in Peking waren. Dort und auch bei der WM 2011 im südkoreanischen Daegu wollen wir auf dieser Erfolgsebene weitermachen", sagt Prokop. Unbeirrt vom Fehlstart präsentierte das 73-köpfige Team sich trotz einiger Fehlschläge wie Rang acht durch Diskus-Favoritin Nadine Müller oder die disqualifizierte 4x100-Meter-Staffel der Frauen größtenteils topfit. "70 Prozent der Athleten standen im Finale. 15 schafften Bestleistungen oder Saisonbestleistungen. Nur in zwölf Fällen gab es ein Scheitern in Runde eins. Die Nationalmannschaft hat sich hervorragend präsentiert", sagte Thomas Kurschilgen, Sportdirektor des DLV.
Ein Jahr nach der erfolgreichen Berliner WM (2-3-4) gab es nochmal einen Ruck nach vorn. Die Medaillengewinner von Barcelona werden bei Olympia 2012 zu 80 Prozent zwischen 21 und 28 Jahren alt sein - nur Kugelstoßer Ralf Bartels (jetzt 32) fällt aus dem Rahmen, doch er hat im 20-jährigen Supertalent David Storl (5. mit 20,57 Metern) einen schon heute fast gleichwertigen Nachfolger.
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Quelle: sid
Matze schrieb:
am 4. August 2010 um 17:56:21
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Reiner1
(Fortsetzung)
Sicherlich haben unsere Läufer schon bessere Zeiten erlebt. Bloß wenn man sich die EM-Ergebnisse seit 1994 anschaut,
sieht man, dass Deutschland nie ein Land der Läufer war. Bei den Männern gab's immer "nur" etwas über die Lang- und Mittelstrecken, bei den Frauen immer "nur" über die Sprintstrecken. Insofern finde ich das ständige Gerede um die angebliche Laufkrise des DLV völlig überzogen. Man sollte daran in den nächsten Jahren einfach arbeiten - und zwar mit der nötigen Ruhe!
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Reiner1 schrieb:
am 4. August 2010 um 13:24:32
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Matze schrieb
Ich hoffs auch Matze. Will sehen ob ich beim ISTAF mal endlich dabei bin
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Matze schrieb:
am 4. August 2010 um 07:50:12
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Reiner1
Also ich finde, für die WMs gilt genau das gleiche wie für die EMs. Auch hier lässt der Blick auf die Medaillenspiegel seit 1990
ganz klar ein kosntantes Niveau unseres Teams (3.-6. Platz) erkennen. Und schaut man mal auf die nicht so tollen Ergebnisse von 2003 und 2005, muss man sogar zugeben, dass es mit der deutschen LA seit 2007 wieder bergauf geht.
(Fortsetzung folgt...)
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