20.07.2010, 12:18 Uhr | dpa
Für Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch hat die schwerste elfte Disziplin seiner Karriere begonnen: Der 25-Jährige will sein Startrecht für die Leichtathletik-Europameisterschaften in Barcelona (27.7.-1.8.) vor Gericht erzwingen. "Wir haben gerade Klage beim Deutschen Sportschiedsgericht in Köln eingereicht. Egal, ob die Nominierungsfrist abgelaufen ist: Wenn der DLV einen Fehler gemacht hat, muss er dafür geradestehen", sagte der 25-Jährige.
"Natürlich kann er eine Einstweilige Verfügung erwirken. Aber ich denke, es wird nicht sinnvoll sein, denn Meldeschluss beim Europäischen Verband war der 18. Juli, 24.00 Uhr. Insofern wird es keine Nachnominierung geben können", sagte Thomas Kurschilgen, der Sportdirektor des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Die Nichtnominierung sei dem Verband sehr schwer gefallen, aber: "Wir haben absolut verantwortungsbewusst entschieden."
"Ich komme gerade vom Joggen, gestern habe ich noch trainiert. Wirklich, ich bin gut drauf. Der Fuß hält, ich bin fit. Ich bin ziemlich enttäuscht, dass es mir der DLV so schwer macht", sagte der WM-Sechste von der LG Eintracht Frankfurt. Behrenbruch hatte die EM-Norm mit 8069 Punkten Ende Mai zwar erfüllt, war aber vom DLV nur "unter Vorbehalt" nominiert worden. Weil die Plantarsehne angerissen war, konnte Deutschlands Zehnkampf-Hoffnung nicht voll trainieren.
"Vier Ärzte haben gesagt: Alles ist in Ordnung. Nur einer hatte Bedenken. Und dass der DLV mich nun schützen will, ist ja okay. Aber ich hoffe noch, der EM-Startplatz gehört mir, denn ich hab' ja die Norm", erklärte der Schützling von Trainer Jürgen Sammert. Allerdings weiß auch Behrenbruch, dass er den vom DLV geforderten Leistungsnachweis bei den deutschen Meisterschaften nicht erbracht hat: Im Speerwurf verfehlte er die Vorgabe um rund einen Meter, im Hürdensprint hatte er zwei Fehlstarts.
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"Hätte er beide Vorgaben erreicht, hätten wir ihn nominieren müssen, weil wir aufgrund der widersprechenden gesundheitlichen Gutachten keine andere Chance gehabt hätten", erklärte Sportdirektor Kurschilgen. "Fakt ist: Er hat in beiden Disziplinen den Nachweis von EM-Form nicht erbracht."
Behrenbruch sieht das völlig anders. "Ich werde in Barcelona nicht Gold holen, aber 8300, 8400, vielleicht 8500 Punkte sind drin. Und damit kann man eine Medaille machen", meinte der 1,96 Meter große Modellathlet, dem es auch in schwierigen Zeiten noch nie an Selbstvertrauen gemangelt hat. Seine persönliche Bestleistung steht bei 8439 Punkten. Behrenbruch gilt als Riesen-Talent, schon als 21-Jähriger kämpfte er sich bei den Europameisterschaften in Göteborg auf den fünften Platz.
Dass nun vielleicht erstmals seit der EM-Premiere vor 76 Jahren kein deutscher Zehnkämpfer bei einer Europameisterschaft startet, ist für den Verband zweitrangig. Der DLV will den Athleten vor sich selber schützen. "Der Verbandsarzt hat eindeutig erklärt, dass es nicht sinnvoll ist, ihn bei der EM starten zu lassen, weil das medizinische Risiko zu groß wäre - auch im Sinne seiner weiteren Karriere", betonte Kurschilgen. "Unser Prinzip war: Wer nicht gesund ist, kann nicht nominiert werden."
Quelle: dpa
Lukas schrieb:
am 21. Juli 2010 um 09:58:35
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Behrenbruch
Nicht der, der die Leistung erbringt, hat das Glück nominiert zu werden, sondern derjenige, der am besten kratzen kann beim DLV.
so ist das mit allen Funktionären. Dafür kann der DLV die Reise und den Aufenthalt für Frau Merkel bezahlen, es ist wie im Fussballl, überall muss jemand bluten, wo sie auftaucht.
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Jogischrieb: schrieb:
am 20. Juli 2010 um 17:48:00
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Gericht
Dafür kann der DLV ja wieder andere Funktionäre und andere unwichtige Personen mitnehmen. So wird halt der Sport nur durch diese
Wichtigtuer vernichtet. Siehe auch andre Sportarten wo fast nur die Funtionäre das sagen haben. Es ist sehr sehr Schade. Diese Leute müssen sich nicht Wundern, wenn bald niemand mehr diese Sportveranstaltungen besucht. Nur weiter So!!!!!!!!
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harras schrieb:
am 20. Juli 2010 um 16:30:07
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gericht
muss denn gleich jeder der sein limit nicht erreicht hat, per gericht seine startberechtigung einklagen. wo sind wir denn
eigentlich. oder sind dies bessere sportler, die denken doch nur an ihren provit (werbung etc.)
es ist doch ein normales ausleseverfahren, dass die besten zu einer meisterschaft gehen. das fängt doch schon im kreis an.
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